Reiserückkehrer stehen mit Mundschutz vor dem Corona-Testzentrum am Flughafen Stuttgart.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Urlaubszeit während der Pandemie

Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg klettert sprunghaft - Anstieg bei Reiserückkehrern

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Die Zahl der Corona-Ansteckungen steigt in Baden-Württemberg weiter sprunghaft an. Besonders die Zahl der reiseassoziierten Fälle in den vergangenen Wochen sticht dabei hervor.

Das Infektionsgeschehen rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg verschärft sich. Die Sieben-Tage-Inzidenz liege nun landesweit bei 68,1, teilte das Landesgesundheitsamt am Donnerstag in Stuttgart mit (Stand: 16 Uhr). Am Vortag hatte der Wert noch bei 61,7 gelegen. Binnen eines Tages kamen mehr als 1.600 Neuinfektionen hinzu. Zudem sind sechs weitere Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Mittlerweile liegt die Inzidenz in 40 von 44 Stadt- und Landkreisen oberhalb der Marke von 50 - die Stadtkreise Heilbronn (117,7) und Baden-Baden (106,9) sogar über 100.

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Inzidenz nicht länger Gradmesser für Corona-Einschränkungen

Allerdings hat sich Baden-Württemberg vor knapp zwei Wochen von der Sieben-Tage-Inzidenz als alleinigem Gradmesser für Einschränkungen verabschiedet. Sofern die Krankenhäuser noch genug Platz für Corona-Patientinnen und -Patienten haben, sind trotz des Inzidenz-Anstiegs keine größeren Beschränkungen mehr geplant. Derzeit liegen 99 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen, diese Zahl ist unverändert zum Vortag.

Die Corona-Inzidenz in Baden-Württemberg steigt aktuell täglich, trotzdem fährt die Landesregierung einen gelockerten Kurs. Mehr Risiko für mehr Freiheit - wie lange geht das noch? Diese Frage stellt SWR Moderator Georg Bruder im Gespräch mit Matthias Orth, Chefarzt am Marienhospital in Stuttgart:

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2.294 Infizierte in zwei Wochen im Ausland angesteckt?

Zeitgleich steigt die Zahl der Menschen in Baden-Württemberg, die sich während der Urlaubszeit bei einer Reise ins Ausland mit dem Coronavirus angesteckt haben, stark an - wie der SWR bereits am Mittwoch berichtete. Innerhalb der vergangenen zwei Schulferien-Wochen registrierte das Landesgesundheitsamt 2.294 Infizierte, die sich womöglich im Ausland angesteckt haben.

Seit Juni gab es 3.710 solcher Fälle. Am häufigsten kamen Menschen aus dem Kosovo mit einer Infektion zurück (773). 583 haben sich wahrscheinlich in der Türkei angesteckt, 426 in Kroatien, 241 in Spanien und 209 in Italien. Laut Landesgesundheitsamt sind demnach 45 Prozent aller Infektionsfälle, bei denen man den Ursprungsort nachvollziehen kann, einer Reise zuzuschreiben.

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