Ein Globus im Heilbronner Reisebüro Traumreisen (Foto: SWR)

Schwierige Zeiten in der Reisebranche

Zahlung von Coronahilfen für Reisebüros stockt

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Die Coronahilfen des Bundes sollen den Unternehmen unter die Arme greifen, die pandemiebedingt Verluste haben. Aber die Auszahlung stockt an manchen Stellen.

Neben Gastronomen und Schaustellern gehören Reisebüros zu denen, denen die Corona-Maßnahmen die größten Einbußen beschert haben. Dagegen hat die Bundesregierung die Coronahilfen beschlossen, um wenigstens bei den Fixkosten zu unterstützen. Die sogenannten Überbrückungshilfen sind - römisch nummeriert - inzwischen bei der IV angekommen. Die "Überbrückungshilfe IV" kann seit dem 7. Januar beantragt werden und gilt von Januar bis März 2022. Die "Überbrückungshilfe III Plus" kann für den Zeitraum von Juli bis Dezember 2021 beantragt werden.

Voraussetzung ist, dass der Umsatz des Unternehmens um mehr als 30 Prozent zurückgegangen ist. Wobei nicht der Unternehmer selbst den Antrag auf die Geldspritze stellen darf - das muss ein "prüfender Dritter" tun, also beispielsweise ein Steuerberater oder eine Wirtschaftsprüferin, eine Rechtsanwältin oder ein vereidigter Buchprüfer.

Obwohl er seinem Steuerberater alle benötigten Unterlagen gegeben hat, hat der Ludwigsburger Reisekaufmann Georg Albrecht für seine "Karawane Reisen" erst 60 Prozent des Geldes bekommen, das er beantragt hat. Grund ist in seinem Augen ein unterschiedliches Verständnis einer einzigen Formulierung: "Wir dürfen als Reiseveranstalter unsere Margen sowie unsere Fixkosten einreichen als Erstattung, aber die Landesbank liest nicht 'sowie' - was nach unserem Gusto zusätzlich heißt - sondern sie liest 'oder, entweder oder' und das ist die Krux."

Albrechts Mitarbeiter sind fast alle im Homeoffice, sofern er sie nicht entlassen musste, weil das Geld knapper wurde. Von den ursprünglich 50 Mitarbeitern sind noch 31 da. Jürgen Kühner, zuständig für Afrika-Reisen, beschwichtigt, es sei ja nicht durchgängig schlecht gelaufen in den vergangenen zwei Jahren. Es habe auch gute Zeiten gegeben zwischendurch, ein ständiges Auf und Ab sei das.

Ein bisschen Planungssicherheit hätte Albrecht ganz gern, bis zum Jahresende vielleicht. Schließlich wüsste ja keiner, ob man dieses Jahr wieder reisen könne oder nicht. Diese finanzielle Planungssicherheit, die hätten sich auch andere gewünscht, Gastronomen zum Beispiel. Trotzdem kann man aktuell nur die Coronahilfe IV bis März beantragen.

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