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Die Bundesregierung hat sich offenbar auf Corona-Hilfen für Flughäfen verständigt. Stuttgart soll Geld erhalten, Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen dürften leer ausgehen.

Unterstützung für den Stuttgarter Flughafen, keine direkte Hilfe für den Bodensee-Airport Friedrichshafen, den "Baden-Airpark" Karlsruhe/Baden-Baden und andere regionale Flughäfen im Land: Das ist offenbar der Kompromiss, auf den sich Fachministerien und Regierungsfraktionen der Nachrichtenagentur dpa zufolge am Donnerstag geeinigt haben.

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Bund unterstützt seine eigenen Drehkreuze

Der Bund will sich demnach bei den Direkthilfen zunächst auf seine eigenen Drehkreuze konzentrieren: 400 Millionen Euro Direkthilfen sollen an die drei großen Flughäfen mit Bundesbeteiligung Berlin, München und Köln-Bonn fließen. An zwölf weitere große Flughäfen im Bundesgebiet sollen 200 Millionen Euro ausgeschüttet werden. Zu dieser Gruppe zählen neben Stuttgart unter anderem auch die Flughäfen Frankfurt, Düsseldorf und Nürnberg.

Geld nur wenn keine Boni und Dividenden fließen

Mit dem Geld, das der Bund den Betreibern als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt, sollen die Flughäfen Kosten begleichen, die vor allem zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 anfielen. Damals hatten die Betreiber die Airports offengehalten - obwohl es kaum Flugbewegungen und Passagiere gab. Die Förderung ist allerdings der dpa zufolge an Bedingungen geknüpft: Die Bundesgelder sollen Stuttgart und die anderen Standorte nur bekommen, wenn die jeweiligen Landesregierungen einen Zuschuss in gleicher Höhe gewähren. Außerdem sollen die Flughäfen ihren Vorständen für 2020 keine Boni zahlen und ihren Aktionären keine Dividende ausschütten dürfen.

Für kleine Flughäfen nur Hilfe bei Flugsicherung

Eine kleine Zuwendung soll das Paket dennoch auch für die kleinen internationalen Flughäfen enthalten: Der Bund plant offenbar, für Karlsruhe/Baden-Baden, Friedrichshafen und weiteren Flughäfen von 2021 an die Kosten für die Flugsicherung zu übernehmen. Bei den großen 15 Flughäfen trägt der Bund diese Kosten ohnehin. Die Corona-Pandemie hat bei vielen kleineren Flughäfen die finanzielle Schieflage deutlich verschärft. Der Bodensee-Airport in Friedrichshafen hat angekündigt, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung anzustreben.

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