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Die beantragten Coronahilfen für Unternehmen und Soloselbständige sind in Baden-Württemberg fast vollständig ausbezahlt worden. Das geht aus Zahlen des Wirtschaftsministeriums hervor.

Besonders zum Beginn des Jahres hatten Unternehmen und Verbände wie die Industrie- und Handelskammer kritisiert, dass die Auszahlung der Gelder aus den drei großen Förderprogrammen des Bundes nur schleppend vorankomme. Mittlerweile seien aber mehr als 90 Prozent der gestellten Anträge bearbeitet worden, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium in Stuttgart. Demnach wurden insgesamt 2,3 Milliarden Euro bereits ausbezahlt.

Verbände bestätigen: Coronahilfen sind eingegangen

Der Handelsverband Baden-Württemberg bestätigte gegenüber dem SWR den Eingang der Gelder. Auch die Abschlagszahlungen, eine Art Soforthilfe in Höhe von 50 Prozent, kämen nun sehr schnell, sagte Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann. Unter anderem hätten Modegeschäfte anfangs so lange auf Geld warten müssen, weil die Berechnungsgrundlage nicht geklärt war. Auch Daniel Ohl vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga konnte Zahlungen teilweise bestätigen.

"Wir setzen alles daran, dass die vorliegenden und neu eingehenden Anträge zügig bearbeitet werden".

Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU)

Um Unternehmen und Soloselbständigen zu helfen, hat der Bund bislang drei große Förderprogramme aufgelegt. Die November- und Dezemberhilfen, die Überbrückungshilfen I bis III und die Neustarthilfe. Letztere ist vor allem für kleine Unternehmen und Soloselbständige mit niedrigen Fixkosten gedacht. Sie werden zum Teil durch Gelder des Landes Baden-Württemberg ergänzt.

Ministerium: Kaum ein Antrag auf Coronahilfe wird abgelehnt

Bei den November- und Dezemberhilfen stellten bis Ende März dieses Jahres 92.500 Unternehmen einen Antrag. An 85.200 Unternehmen wurden bereits Coronahilfen ausbezahlt. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg bezifferte die Summe auf 1,4 Milliarden Euro. Die Ablehnungsquote liege bei unter fünf Prozent, hieß es. Anträge können noch bis 30. April 2021 gestellt werden.

Bei der Überbrückungshilfe I und II wurden bislang 555 Millionen Euro an insgesamt 43.700 Unternehmen ausgezahlt. Bei der Überbrückungshilfe III steht die Software des Bundes und der L-Bank erst seit zwei Wochen zur Verfügung. Dennoch wurden bislang laut Wirtschaftsministerium inklusive der Neustarthilfe 26.100 Anträge bearbeitet und Gelder ausbezahlt. Diese Entwicklung sei ein wichtiges Signal für die Unternehmen im Land, so Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

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