Der Weihnachtsmarkt in Stuttgart im Jahr 2019. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Mit Bändchen und Maske

Neue Corona-Verordnung: Das gilt auf Weihnachtsmärkten und Laternenumzügen in BW

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Romantisch beleuchtete Hütten, Glühwein und Kunsthandwerk. So stellt man sich einen Weihnachtsmarkt vor. Doch 2021 wird das adventliche Treiben von der neuen Corona-Verordnung bestimmt.

Seit Mitte Oktober sollte das 2G-Optionsmodell in Baden-Württemberg für mehr Normalität sorgen, doch die Zeichen stehen nicht danach. Mit den Änderungen der Corona-Verordnung, die am Donnerstag in Kraft getreten ist, wird auch der Besuch auf Weihnachtsmärkten neu geregelt. So sind der Verkauf von Speisen und Getränken zum sofortigen Verzehr erlaubt. Ebenso "weitere Angebote, die zum Verweilen einladen." Gemeint sind damit Fahrgeschäfte, Sitzgelegenheiten oder Live-Musik auf den Weihnachtsmärkten. Alle müssen Maske tragen, denn es gilt nach wie vor die Maskenpflicht.

Warnstufe fürs Wochenende erwartet

Für den Besuch von Verkaufsständen, die ausschließlich Waren und Lebensmittel anbieten, die nicht zum sofortigen Verzehr gedacht sind, ist ein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis nicht nötig. So steht es in der Änderung der Corona-Verordnung des Landes. Doch wer verzichtet auf dem Weihnachtsmarkt schon gern auf das Zusammenstehen bei Glühwein oder Bratwurst? Daher wird es Kontrollen geben. In der aktuellen Basisstufe des Pandemie-Geschehens und auch in einer möglichen Warnstufe gilt die 3G-Regel. Ein negativer Antigen-Schnelltest ist hierbei für nicht geimpfte oder genesene Personen ausreichend, besagt die Änderung der Corona-Verordnung. In der Alarmstufe gilt die 2G-Pflicht.

Bändchen am Handgelenk nach Kontaktdatenerfassung

Der Veranstalter verantwortet den Weihnachtsmarkt, er muss die Einhaltung der Regeln gewährleisten. Der Veranstalter muss dazu ein Hygienekonzept erstellen und die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfassen. Die Zugangskontrolle zum Weihnachtsmarkt kann beispielsweise über ein Bändchen erfolgen, wenn zuvor die Besucher ihren Impf-, Genesenen- oder Testnachweis erbracht haben. An jedem Stand oder bei Fahrgeschäften muss der jeweilige Anbieter den Nachweis kontrollieren.

Laternen beim Sankt-Martins-Umzug (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Laternen beim Sankt-Martins-Umzug Picture Alliance

Laternenumzüge: Eltern nur mit Maske

Zur Adventszeit gehören auch die bei Kindern beliebten Sankt-Martins-Umzüge. Wenn Eltern im Freien mit ihren Kindern bei Laternenumzüge laufen, sei das eher unkritisch zu sehen, so ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart. "Da hat man auch keine Probleme mit Alkohol- oder Glühweinausschank", hieß es weiter. Wo ein Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, sind medizinische Masken notwendig. Zusätzlich gilt 3G. In der Warnstufe ist Singen nur mit Maske möglich. Auch hier besteht eine 3G-Nachweispflicht. Aber nach wie vor gilt: Kinder unter sechs Jahren und Schülerinnen und Schüler müssen sich bei 3G nicht eigens testen lassen. Für Kinder bis sechs Jahre gibt es auch keine Maskenpflicht.

Halloween: wie bei der Paketannahme

Das Ministerium hat keine speziellen Vorgaben für diejenigen gemacht, die an Halloween von Tür zu Tür ziehen wollen. "Wir können nicht für jede Lebenslage Regeln aufstellen", so der Ministeriumssprecher. "Das ist, wie wenn man ein Paket an der Haustür annimmt", hieß es.

Druck auf Ungeimpfte könnte in der Adventszeit steigen

Die Warnstufe, die bei mehr als 250 Covid-Patienten und -Patientinnen landesweit auf Intensivstationen der Krankenhäuser eintritt, rückt in Baden-Württemberg näher. Aktuell sind es nach Angaben des Sozialministeriums 242 Personen, die intensivmedizinisch behandelt werden. Wird die Warnstufe ausgerufen, treten landesweit Einschränkungen für Umgeimpfte in Kraft - unter anderem Kontaktbeschränkungen. Ungeimpfte müssten dann auch auf Weihnachtsmärkten einen negativen PCR-Test vorweisen, den sie selbst finanzieren müssen.

Von den Einschränkungen ausgenommen sind neben Geimpften und Genesenen auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Menschen, die sich etwa aus medizinischen Gründen nicht gegen das Coronavirus impfen lassen können.

2G-Option entfällt bei Warnstufe

Das Mitte Oktober im Land eingeführte 2G-Optionsmodell, das in der Basisstufe Veranstaltern, Händlern und Dienstleistern die Wahl ermöglichte, nur noch Geimpfte oder Genesene Zutritt zu gestatten und dabei sowohl Kunden als Beschäftigten die Möglichkeit eröffnete, sich ohne Maske dabei zu bewegen, wird in der Warnstufe wieder zurückgenommen. Es besteht dann wieder Maskenpflicht. In der dritten, der höchsten Stufe der Verordnung, der sogenannten Alarmstufe wird der Druck auf die Ungeimpften noch größer. Dann gilt 2G für viele Bereiche des öffentlichen Lebens.

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SWR