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Der Besuch im Freibad oder Restaurant ist jetzt für manche Baden-Württemberger wieder möglich, zum Beispiel in Heidelberg. Ein Überblick über die Landkreise und Städte, die öffnen können.

In Kreisen, die fünf Tage in Folge unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 liegen, darf mehr als bisher geöffnet werden. Das regelt die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg, die am Freitag in Kraft getreten ist. Die Stadt- und Landkreise können davon Gebrauch machen. In Baden-Württemberg erfüllen mehrere Kreise die Bedingungen für die Lockerungen.


Welche Kreise profitieren von den neuen Regeln?

So sind etwa die Sieben-Tage-Inzidenzen (Stand 17. Mai, 8 Uhr) in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald (40,6), Main-Tauber-Kreis (51,4), Emmendingen (41,5) und Konstanz (62,5) sowohl konstant als auch niedrig genug. Das gilt ebenfalls für die Stadtkreise Heidelberg (38,4) und Freiburg (58,4). Auch im Landkreis Lörrach (92,2) sind die Maßnahmen der Bundesnotbremse außer Kraft und es darf damit geöffnet werden. Am Donnerstag und Freitag war die Inzidenz im Landkreis über 100. Nachdem sie jedoch am Samstag wieder unter 100 gefallen war, haben die seit Freitag geltenden Lockerungen vorerst Bestand. Auch die Gastromonie darf weiter geöffnet bleiben.

Nachdem die Inzidenz im Landkreis Böblingen in den vergangenen fünf Tagen unter 100 lag, gelten auch dort ab heute Lockerungen. Es dürfen sich bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt. Betriebe für körpernahe Dienstleistungen, wie Kosmetik- oder Nagelstudios und Massagepraxen, dürfen dort öffnen.

Diese Kreise könnten diese Woche folgen

Sollte die Virusbelastung nicht weiter steigen, könnten Gastronomen, Hoteliers und Einzelhändler als nächstes in den die Städten Baden-Baden und Karlsruhe öffnen. Auch der Ortenaukreis, der Rhein-Neckar-Kreis, der Bodenseekreis, die Kreise Freudenstadt, Tübingen, Karlsruhe, Rastatt, Sigmaringen und Reutlingen wären dann im Laufe der Woche nach langer Zwangspause an der Reihe.

Ob und wann die Lockerungen in einem Land- oder Stadtkreis tatsächlich in Kraft treten, wird auf deren Internetseiten bekanntgegeben.

Neue Corona-Verordnung: Was wann gilt

In den Landkreisen, in denen die Bundesnotbremse nicht mehr gilt, darf etwa die Außen- und Innengastronomie zwischen 6 Uhr und 21 Uhr mit Hygieneauflagen und Testkonzepten öffnen, ebenso wie Hotels, Freibäder oder auch Badeseen. Einen Überblick über die neuen Regeln finden Sie hier:

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Gesundheitsminister Lucha appelliert zur Vorsicht

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) zeigte sich zufrieden in Hinblick auf die möglichen Lockerungen. "Doch auch wenn das Infektionsgeschehen abnimmt, sollten wir auf keinen Fall gefährden, was wir bis jetzt erreicht haben", sagte er dem SWR am Freitag.

Mit den gewonnenen Freiheiten müsse sorgsam umgegangen werden, mahnte Lucha. Er warnte vor vielen Besuchern und Verkehrschaos in Regionen, in denen Öffnungen schon möglich seien. "Ich kann die Ungeduld verstehen, aber je besser wir uns weiter an die Maßnahmen halten, desto schneller sind Lockerungen landesweit möglich", erklärte er.

Heidelbergs OB: "Riesige Herausforderung"

In Heidelberg dürfen seit Samstag Restaurants, Bars und Kneipen wieder öffnen, mit entsprechenden Auflagen und auch nur bis 21 Uhr. Oberbürgermeister Eckart Würzner (parteilos) sagte zum Start in der Universitätsstadt: "Wir freuen uns alle, dass es wieder losgeht. Das ist eine tolle Perspektive, aber auch eine riesige Herausforderung für Gastronomie und Hotellerie und eine große Verantwortung für uns alle".

Mit den Öffnungsschritten sind auch Schwierigkeiten verbunden: Die Gastronomen müssen genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Küche und Service zurückholen, um überhaupt öffnen zu können. Vor Corona hatten sich in Heidelberg Studierende mit Kellnern ein Zubrot verdient; doch viele von ihnen sind wegen des rein digitalen Studiums wieder nach Hause gezogen und stehen nicht zur Verfügung. Andere haben sich in den Einzelhandel verabschiedet.

Hotel- und Gaststättenverband erleichtert

"Wir Gastgeber in Baden-Württemberg freuen uns, endlich wieder unsere Gäste begrüßen zu dürfen", sagte Fritz Engelhardt, der Vorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Baden-Württemberg. "Damit die Wiedereröffnung unter Pandemie-Bedingungen gelingt, sind wir jedoch auch auf die Unterstützung unserer Gäste angewiesen." Je nachdem, wie umfangreich die Vorbereitungen für die einzelnen Betriebe seien, würden wohl auch nicht gleich alle geöffnet, so der Verbandsvorsitzende.

Kritik an unterschiedlichen Regelungen

Rund um den Bodensee fordern Wirte und Hoteliers eine Angleichung der Regeln - angesichts unterschiedlicher Öffnungsschritte in Gastronomie und Tourismusbetrieben. In der Vierländerregion seien die "derzeit bestehenden und voneinander abweichenden Regelungen immer besonders herausfordernd", sagte der Geschäftsführer der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH, Jürgen Amman, in Konstanz. Die Regeln sollten unbedingt harmonisiert werden.

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Erleichterungen auch im Einzelhandel

Für den Einzelhandel gibt es auch eine Änderung: Bei "Click & Meet" dürfen statt einem Kunden pro 40 Quadratmeter zwei Kunden ohne vorherige Terminbuchung das Geschäft betreten - sie müssen aber einen negativen Corona-Test vorlegen können. Der Handelsverband Baden-Württemberg sieht das überwiegend positiv. "Das ist ein lang ersehnter Schritt in Richtung Normalität", sagte Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann. "Wir hätten uns für den Einzelhandel aber beherztere Schritte gewünscht, insbesondere mit Blick auf Rheinland-Pfalz und Hessen."

Baden-Württemberg mit Vorreiterrolle

Mit den Öffnungsschritten geht das Land nun teils deutlich weiter als noch vor wenigen Tagen geplant. Ein Eckpunktepapier des Gesundheitsministeriums mit Stand von Anfang Mai sah etwa die Öffnung der Innengastronomie erst viel später vor, frühestens 14 Tage nach den ersten Öffnungsschritten.

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