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Mittlerweile wurden an allen baden-württembergischen Flughäfen Corona-Teststationen errichtet. Schrittweise sollen weitere an großen Bahnhöfen sowie Autobahnraststätten folgen. Wir geben einen Überblick.

Derzeit sind Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten noch freiwillig. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen sie aber noch diese Woche zur Pflicht gemacht werden. Momentan laufen die Abstimmungen mit den Bundesländern.

Wo gibt es überall Teststationen für Reiserückkehrer?

Teststationen gibt es mittlerweile an drei Flughäfen im Land. Außerdem sollen Corona-Tests schrittweise an wichtigen Um- und Ausstiegsbahnhöfen sowie an grenznahen Autobahnraststätten möglich gemacht werden.

Am Stuttgarter Flughafen gibt es aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen bereits eine fest eingerichtete Teststation, an den kleineren Flughäfen Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden setzt man zunächst nur auf mobile Teststationen.

Von diesem Montag an können sich alle #Reise-Rückkehrer in BW innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft (auch ohne Krankheitsanzeichen) kostenlos auf das #Coronavirus testen lassen. Hierzu wurde am Stuttgarter Flughafen heute eine Test-Station eröffnet. 📷: @STR_Airport https://t.co/IsDyMdEHHN

Bahnreisende können sich bald an folgenden Bahnhöfen testen lassen:

  • Stuttgarter Hbf
  • Karlsruher Hbf
  • Freiburg oder Basel Badischer Bahnhof
  • Ulm Hbf und Mannheim Hbf (wird noch überprüft)

Damit werden die Verkehrsverbindungen aus Richtung Schweiz, Frankreich sowie Österreich und Italien (via Bayern) kommend abgedeckt.

Urlauber, die mit dem Auto unterwegs sind, sollen ebenfalls eine Testmöglichkeit erhalten:

  • A 5 - Parkplatz Brachfeld Ost (Der Verkehr des Grenzübergangs B 28 bei Kehl/Europabrücke soll auf der A5 bestmöglich erfasst werden)
  • A 5 - Parkplatz Neuenburg Ost (Zur Erfassung des Verkehrs der Grenzübergänge bei Neuenburg und Weil am Rhein).
  • A 81 - Parkplatz Räthisgraben (Zur Erfassung des Verkehrs aus der Schweiz auf der A 81)
  • A 7 - Parkplatz St. Jakob (Zur Erfassung des Verkehrs von Süden kommend in Fahrtrichtung Norden auf der A 7)
  • A 8 - Parkplatz Kemmental (Zur Erfassung des Verkehrs von Süden kommend in Fahrtrichtung Nord / Nordwest auf der A 8)
Eine Studentin, die ihre Eltern in Albanien besucht hatte, gehörte zu den ersten Passagieren, die sich am Allgäu Airport testen ließen. (Foto: Allgäu Airport)
Eine Studentin, die ihre Eltern in Albanien besucht hatte, gehörte zu den ersten Passagieren, die sich am Allgäu Airport testen ließen. Allgäu Airport

Dürfen sich ausschließlich Reiserückkehrer testen lassen?

Grundsätzlich dürfen sich alle Reiserückkehrer kostenlos auf Corona testen lassen. Allerdings würden keine Kontrollen durchgeführt, ob es sich tatsächlich um Reiserückkehrer handeln würde. "Das Ziel ist, möglichst viele infizierte Personen durch die Tests rauszufischen und so frühzeitig eventuelle Infektionsketten zu unterbrechen", so ein Sprecher des Sozialministeriums. Eine Testpflicht sei aber nur für Reiserückkehrer aus Risikogebieten geplant, da es hierzu einer gesetzlichen Grundlage bedürfe. Rechtsgrundlage sei das Infektionsschutzgesetz, das besagt, dass eine ärztliche Untersuchung angeordnet werden kann, wenn verhindert werden soll, dass bedrohliche, übertragbare Krankheiten eingeschleppt werden, so der Sprecher weiter. Dies gilt laut Gesetz insbesondere dann, wenn eine Einreise aus Gebieten erfolgt, die durch das Robert-Koch-Institut (RKI) als gefährdet eingestuft worden sind.

Laut des Sprechers sei eine Knappheit an Testkapazitäten in anderen Bereichen durch die Testungen der Reiserückkehrer nicht zu befürchten. In einer Mitteilung des Sozialministeriums heißt es:

Pro Woche werden in Baden-Württemberg zwischen 135.000 bis 140.000 Tests durchgeführt. Die Auslastung beträgt damit rund 53 Prozent.

Mitteilung des Sozialministeriums

Müssen sich auch Kinder und Tiere testen lassen?

Altersvorgaben gibt es momentan keine. Auch Tiere muss man nicht testen lassen. Grundsätzlich sollten Tiere auch nicht ohne einen bestimmten Grund auf SARS-CoV-2 getestet werden, so eine Sprecherin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dem SWR gegenüber. Sinnvoll kann ein Test nur dann sein, wenn ein Tier, das in einem Haushalt mit Corona-Infizierten lebt, an entsprechenden Symptomen leidet. Die bisherigen Erfahrungen, auch aus Deutschland, lieferten aber keine Hinweise darauf, dass Haustiere (einschließlich Katzen und Frettchen) das Corona-Virus auf Menschen übertragen würden, so die Sprecherin weiter.

Wie lang dauert so ein Test?

Laut SWR-Informationen beträgt die maximale Wartezeit zwei Stunden. Der Test selbst dauert nicht so lang. Man kann sich das Ergebnis auch per Mail zuschicken lassen. Mitgeteilt wird es einem frühestens am nächsten Tag. In dem Testzentrum am Stuttgarter Flughafen können gleichzeitig 20 Tests durchgeführt werden. Insgesamt wird mit 1.000 Abstrichen pro Tag gerechnet.

Muss man den Test direkt am Flughafen etc. machen?

Laut eines Sprechers des Sozialministeriums muss ein Test allerdings nicht direkt am Flughafen, Bahnhof oder an der Autobahn stattfinden. Es sei lediglich ein Angebot, um sich möglichst schnell und unkompliziert testen lassen zu können. Ebenso gebe es die Möglichkeit sich noch im Reiseland nach einem zertifizierten Test zu erkundigen und diesen noch direkt im Urlaub durchführen zu lassen. Dieser müsse allerdings maximal 48 Stunden vor der Einreise gemacht und in deutscher oder englischer Sprache ausgestellt worden sein. Für einen direkten Test nach der Ankunft aus dem Urlaub spreche auch, dass eine längere Quarantänezeit wegfallen würde.

Dennoch müssten sich laut Sozialministerium Reiserückkehrer aus Risikogebieten so lange in Quarantäne begeben, bis ein negatives Testergebnis vorliege. Außerdem seien diese verpflichtet, sich unverzüglich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden. Die Aufhebung der Quarantäne werde letztendlich durch das Gesundheitsamt entschieden. Wer aus einem Risikogebiet zurückkehre und keinen Test vornehmen lasse, müsse 14 Tage in Quarantäne.

Bin ich nach so einem Test sicher nicht infiziert?

Laut eines Ärztesprechers sei durch die Tests nicht gesichert, dass man auch wirklich kein Corona habe. Ein Test könne negativ ausfallen, obwohl man das Virus bereits in sich trage, da man erst zwei Tage vor Ausbruch der Symptome ein postives Testergebnis erzielen könne. So könne ein negatives Testergebnis einen in trügerischer Sicherheit wiegen.

Das Sozialministerium empfiehlt daher, nach fünf bis sieben Tagen einen zweiten Test durchführen zu lassen. Ob dieser auch kostenlos sein wird, stehe aber noch nicht fest. In der Zeit zwischen den beiden Tests solle man weiterhin sämtliche Abstands- und Hygienevorschriften einhalten, damit man niemanden anstecke, weil man trotz eines negativen Ergebnisses infiziert sein könne.

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