Omikron-Varianten in einer Box mit Aufkleber und Aufschrift Sommerwelle, Symbolfoto Omikron-Variante BA.5 (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde)

Aktuelle Pandemie-Lage in BW

BW-Ministerium: Höhepunkt der Corona-Sommerwelle "scheint überschritten" - Zahl der Intensivpatienten steigt

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Die Zahl der Covid-Intensivpatientinnen und -patienten in Baden-Württemberg steigt weiter. Gleichzeitig gibt das Gesundheitsministerium leichte Entwarnung.

Die Corona-Sommerwelle in Baden-Württemberg könnte gebrochen sein. "Der Höhepunkt der Sommerwelle scheint Ende Juli überschritten, der steile Anstieg der Infektionen gebremst zu sein. Von daher sind wir vorsichtig optimistisch", erklärte ein Sprecher des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums am Donnerstag. Hintergrund ist die sinkende Inzidenz im Land. Laut aktuellen Daten des Landesgesundheitsamts (LGA) von Donnerstag (Stand: 16 Uhr) beträgt die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz aktuell 680,9. Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte der Wert noch bei 824,8 gelegen.

Corona-Inzidenz bildet Wirklichkeit nicht voll ab

Die Inzidenz bildet das Infektionsgeschehen allerdings nur unzureichend ab. Expertinnen und Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle aus - vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik.

Sorge bereite, dass medizinisches Personal besonders stark von Corona und anderen Atemwegserkrankungen betroffen seien und häufig krankheitsbedingt ausfielen. Es sei deshalb wichtig, vorhandene Impflücken zu schließen, "damit wir das anstehende Pandemiegeschehen in der kommenden Grippe- und Atemwegsinfektions-Saison im Herbst und Winter gut bewältigen können", so der Sprecher weiter.

Angesichts der aktuellen Entwicklung blickt man auch in den Schulen in Baden-Württemberg sorgenvoll in die Zukunft:

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Die Zahl der Covid-Intensivpatientinnen und -patienten in Baden-Württemberg steigt zwar weiter, sie läuft der Inzidenz in der Regel aber einige Tage hinterher. Corona-Maßnahmen beziehungsweise politische Entscheidungen werden allerdings schon seit längerer Zeit nicht mehr an der Sieben-Tage-Inzidenz ausgerichtet. Entscheidend ist vor allem die Belastung der Kliniken und Intensivstationen. Diese Belastung ist trotz zurückgehender Infektionszahlen leicht gestiegen. Wie das LGA mitteilte, werden derzeit 159 Menschen mit einer Corona-Infektion in den Kliniken des Landes intensivmedizinisch behandelt - das sind 33 mehr als in der Vorwoche.

7,6 Prozent aller im Land verfügbaren Intensivbetten sind laut LGA derzeit mit Menschen belegt, die an oder mit Corona erkrankt sind. Das ist ein Plus von eineinhalb Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

83 weitere Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus registrierten die Verantwortlichen innerhalb einer Woche. Damit stieg der Wert seit Pandemiebeginn für Baden-Württemberg auf 16.587.

RKI gibt bei Corona-Sommerwelle keine Entwarnung

Das Robert Koch-Institut (RKI) gibt dagegen für die Entwicklung der Corona-Sommerwelle in Deutschland weiter keine Entwarnung. "Weiterhin ist eher eine Seitwärtsbewegung als ein sinkender Trend zu beobachten", heißt es im Wochenbericht des Instituts zu Covid-19 vom Donnerstagabend. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sei vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche nur leicht gesunken. Das Gesamtbild ergebe sich aus bereits fallenden Inzidenzen in den meisten westdeutschen Bundesländern und Berlin - bei noch leicht steigenden Inzidenzen in den anderen ostdeutschen Bundesländern und Bayern.

Das RKI spricht insgesamt von geschätzt 800.000 bis 1,5 Millionen Corona-Infizierten mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion in der vergangenen Woche. Es herrsche weiter ein hoher Infektionsdruck in allen Altersgruppen. "Deshalb ist auch in den kommenden Wochen noch mit Fällen und, vor allem in den höheren Altersgruppen, mit Hospitalisierungen, der Zunahme intensivmedizinischer Behandlungen und mit Todesfällen zu rechnen", heißt es in dem Bericht weiter.

Auch in Baden-Württemberg verfestigt sich dieser Eindruck. Laut LGA-Wochenbericht sind es speziell Personen über 60 Jahren, die aktuell wegen einer Covid-Erkrankung in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Etwa 40 Prozent aller Hospitalisierten in den vergangenen vier Wochen seien dabei 80 Jahre oder älter gewesen.

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