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Am Montag nächste Woche geht auch in Baden-Württemberg die Schule wieder los - mit Präsenzunterricht und eingeschränkter Maskenpflicht. Was sonst noch gilt, lesen Sie hier.

In Baden-Württemberg startet das Schuljahr 2020/21 am Montag, den 14. September. Was dann nach der Corona-Verordnung des Landes für die Schulen gilt, lesen Sie hier:

Keine Maskenpflicht im Unterricht

Im Unterricht gibt es in Baden-Württemberg im neuen Schuljahr anders als in Bayern keine Pflicht, eine Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) oder einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen. Wer möchte, kann sich und andere jedoch mit einer Maske vor einer möglichen Ansteckung im Klassenzimmer schützen.

Das Kultusministerium ergänzt jedoch: Bei Tätigkeiten, bei denen eine körperliche Nähe nicht zu vermeiden ist (beispielsweise in Werkräumen oder Werkstätten), kann das Tragen einer MNB oder eines MNS sinnvoll sein.

Außerhalb des Klassenzimmers müssen Schülerinnen und Schüler allerdings ab Klasse 5 auf dem gesamten Schulgelände verpflichtend Masken tragen. Dies gilt entsprechend für das Personal an weiterführenden und beruflichen Schulen. Wer sich nicht daran hält, dem droht ein Bußgeld - in der Regel von 35 Euro, im Extremfall von bis zu 250 Euro.

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Abstandsgebot für Schüler entfällt

Um den Präsenzunterricht im neuen Schuljahr zu ermöglichen, fällt das Abstandsgebot zu und zwischen den Schülerinnen und Schülern in der Regel weg.

Das gilt jedoch nicht für Lehrkräfte, Eltern, Beschäftigte und andere Erwachsene in Schulen: Sie müssen untereinander das Abstandsgebot von 1,50 Metern einhalten.

Auch manche Schülerinnen und Schüler, die ausnahmsweise in jahrgangs- und schulübergreifenden Gruppen unterrichtet werden, müssen sich an das Abstandsgebot halten. Das gilt jedoch nicht, wenn Klassen konstant auf diese Weise zusammengesetzt sind (beispielsweise in Vorbereitungsklassen, der gymnasialen Oberstufe oder an Berufsschulen).

Auch im Musikunterricht, der nun grundsätzlich wieder möglich ist, gibt es Abstandsregeln: Beim Singen und Musizieren mit Blasinstrumenten müssen mindestens zwei Meter Abstand in alle Richtungen zu anderen Personen eingehalten werden.

Wenig Durchmischung, viel Lüften und Hygiene

Der gesamte Schulbetrieb soll so organisiert werden, dass sich die Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Klassen und Jahrgangsstufen möglichst wenig durchmischen. Schulbeginn, Pausen, Toilettenbenutzung - überall soll Kontakt vermieden werden. Gestaffelte Pläne und Nutzungseinschränkungen sollen das ermöglichen.

Jahrgangsübergreifende Gruppen sind der Verordnung zufolge weiter nicht zulässig. Ausnahmen gelten für die gymnasiale Oberstufe und jahrgangsgemischt zusammengesetzte reguläre Klassen. Ausgenommen sind etwa auch der Religionsunterricht und schulische Förderangebote, sofern ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Schülerinnen und Schülern eingehalten wird. Dies gelte jedoch zunächst nicht für den AG-Bereich, hieß es.

Alle Aufenthaltsräume sind mehrmals täglich, Unterrichtsräume mindestens alle 45 Minuten durch das Öffnen der Fenster zu lüften. Erfolgt der Luftaustausch über eine geeignete raumlufttechnische Anlage, ist das nicht nötig. Sogenannte Handkontaktflächen wie Türklinken, Lichtschalter oder Tische sind regelmäßig, in stark frequentierten Bereichen mindestens täglich, mit einem tensidhaltigen Reinigungsmittel zu reinigen.

Sowohl am Lüftungs- wie am Reinigungskonzept hatte es Kritik gegeben. Laut Bildungsgewerkschaft GEW sind nur an wenigen Schulen die Putzkolonnen aufgestockt worden. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg kritisierte mangelnde Lüftungsmöglichkeiten.

Die üblichen Hygienevorgaben, wie regelmäßiges Händewaschen und die Einhaltung der Husten- und Niesetikette, sind zu beachten.

Schulchöre und -orchester noch nicht erlaubt

Das Singen und das Musizieren mit Blasinstrumenten ist im neuen Schuljahr wieder erlaubt. Allerdings nur im Klassenverband oder einer Lerngruppe der Jahrgangsstufe, wie es in der neuen Corona-Verordnung "über den Schulbetrieb unter Pandemiebedingungen" heißt. Auch muss ein Mindestabstand von zwei Metern in alle Richtungen eingehalten werden. Zudem darf keine Person im direkten Luftstrom einer anderen Person stehen. Das Kultusministerium empfiehlt außerdem, zwischen Lehrkräften und Schülern durchsichtige Schutzwände aufzustellen.

Auch hier muss regelmäßig gelüftet werden - sogar mindestens alle 20 Minuten durch das Öffnen aller Fenster oder über eine geeignete raumlufttechnische Anlage. Zudem müssen Instrumente nach dem Unterricht desinfiziert und Einmaltücher benutzt werden. Andererseits ist laut Verordnung "die Mitwirkung außerschulischer Personen am Schulbetrieb (...) zulässig", es wären also zum Beispiel Musikschullehrer erlaubt.

Schulchöre und -orchester dürfen aber noch nicht proben: Wegen der Dynamik des Infektionsgeschehens seien keine jahrgangsübergreifenden Angebote und Aktivitäten zugelassen.

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Fernunterricht statt Präsenzunterricht ohne Attest möglich

Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos melden. Dann müssen die Kinder aber aus der Ferne mitlernen. Eine Attestpflicht für Schüler besteht nicht.

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