picture alliancedpa | Friso Gentsch (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Unternehmen prüfen Corona-Maßnahmen

Daimler: Sonderbereiche in Kantinen für Geimpfte und Genesene

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Im Kampf gegen Corona prüft der baden-württembergische Konzern Daimler offenbar separate Kantinenbereiche für geimpfte und genesene Mitarbeitende. Bei Bosch und Porsche stehe dieses Modell nicht in Planung.

Nachdem am Dienstag die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Umfrage berichtete, dass einige Firmen in Nordrhein-Westfalen geimpften und von Corona genesenen Beschäftigten eigene Kantinenbereiche oder eigene Cafeterias anbieten, gab auch der Autobauer Daimler an, diese Option zu prüfen. Damit möchte das Unternehmen auf die landesweit steigenden Corona-Zahlen reagieren.

Daimler: Eigene Kantinenbereiche für Geimpfte und Getestete in Planung

In diesen Sonderbereichen dürften Beschäftigte ohne Schutzvorgaben zusammensitzen, während diejenigen, die sich nicht impfen lassen oder keine Auskunft darüber geben, weiter mit Abstandsregeln, Masken oder Trennwänden leben müssten. "Wir planen ein ähnliches Sitzmodell und prüfen derzeit, inwiefern wir das in den Kantinen an unseren Standorten umsetzen können", teilte eine Daimler-Sprecherin am Dienstag auf Anfrage zu Berichten über entsprechende Modelle in anderen Unternehmen mit. "Wir setzen weiterhin alles daran, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen." Bis dahin sollen im Unternehmen weiterhin die allgemeinen Hygieneempfehlungen von der Weltgesundheitsorganisation und dem Robert Koch-Institut gelten.

Bosch und Porsche: Keine neue Regelung für Corona-Ungeimpfte geplant

Während Daimler ein ähnliches Modell prüft, spielt es für andere Firmen in Baden-Württemberg keine Rolle. Überlegungen für getrennte Kantinenbereiche gebe es derzeit nicht, sagte ein Sprecher vom Technologiekonzern Bosch am Mittwoch dem SWR. "Wir behandeln alle gleich", hieß es.

Alle Mitarbeitenden müssten sich an die umfassenden Schutzmaßnahmen halten, da gebe es keine Separierung. Weil viele weiterhin im Homeoffice arbeiten, halte sich der Andrang ohnehin in Grenzen. Seit Juni könnten die Beschäftigten außerdem Kantinenessen "to go" mitnehmen, sodass es sich gut verteile.

Der Konzern sei dennoch im ständigen Austausch mit einzelnen Gremien. "Wenn es eine neue Regelung gibt, die offiziell gilt, dann wird sie auch bei uns gelten", so der Bosch-Sprecher.

Auch beim Autobauer Porsche wird laut einer Sprecherin "in den Kantinen Stand heute nicht zwischen ungeimpften und geimpften oder genesenen Mitarbeitern" unterschieden.

Arbeitgeberverband warnen vor Verletzung des Datenschutzes

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sieht zwar mögliche Vorteile für Firmen durch getrennte Kantinenbereiche, wenn die Abstandsregel teilweise wegfalle, sagte ein Sprecher. Man sehe aber "keine absolut sichere datenschutzrechtliche Grundlage", da Arbeitgeber den Impfstatus der Beschäftigten nicht abfragen dürfen.

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