STAND

Das Kunstministerium in Stuttgart hat einen Fahrplan zum Start des öffentlichen Kulturlebens nach der Corona-Pause vorgestellt. Kleine künstlerische Veranstaltungen sollen nach Pfingsten möglich werden.

Voraussetzung für die kleinen Veranstaltungen, die ab 1. Juni wieder möglich sein sollen: Die räumlichen Bedingungen müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllen und die Hygiene- und Abstandsvorgaben zum Schutz des Publikums und der Mitwirkenden müsse garantiert werden können, sagte Ministerin Theresia Bauer (Grüne) am Mittwoch. Daneben müsse die Rückverfolgbarkeit der Teilnehmer gewährleistet sein.

Unser Masterplan Kultur für #BadenWuerttemberg ist da! Er beinhaltet Öffnungsperspektiven genauso wie finanzielle Unterstützung, mit der Notlagen abgemildert werden sollen und wird je nach Situation weiterentwickelt werden. Mehr unter: https://t.co/oO99KLKX4o #COVID19 #Kultur https://t.co/mv38KTFbq4

Ministerium kündigt weitere Regelungen an

Wie der Veranstaltungsbereich über diese Kleinformate hinaus geregelt werde, dazu tage eine interministerielle Arbeitsgruppe, deren Ergebnisse die Landesregierung in Kürze bekanntgeben werde, betonte Bauer.

Die Bibliotheken und Archive im Land sind bereits seit 20. April geöffnet. Museen, Freilichtmuseen und Häuser, in denen Ausstellungen zu sehen sind, dürfen seit 6. Mai wieder Publikum empfangen.

Zunächst Veranstaltungen mit unter 100 Teilnehmer erlaubt

Das Ministerium orientiert sich bei seinen Plänen an den Rahmenbedingungen, die für Gottesdienste vereinbart worden seien. "Daraus ergibt sich, dass wir in einem ersten Schritt Veranstaltungen mit einem Richtwert von unter 100 Personen vorsehen. Bei speziellen Formaten, wie beispielsweise Autokinos, sind auch mehr Personen zulässig", sagte Bauer.

Als erste Hilfe stellt das Ministerium über zwei Millionen Euro aus dem Innovationsfonds Kunst bereit, um unter dem Motto "Kultur Sommer 2020" kleinere Kulturveranstaltungen aller Sparten und auch der Breitenkultur, beispielsweise der vielen Vereine, zu fördern.

Notprogramm mit 40 Millionen Euro beantragt

Laut Bauer wurde ein Notprogramm für Kunst und Kultur im Umfang von 40 Millionen Euro beantragt. Dieser soll aus den Mitteln der Corona-Rücklage des Landes finanziert werden. Das Programm solle aus zwei Teilen bestehen: "Mit einem Nothilfefonds im Umfang von über 32 Millionen Euro helfen wir wirtschaftlich gefährdeten Kunst- und Kultureinrichtungen sowie Vereinen der Breitenkultur", sagte Bauer.

Mit dem Programm "Kunst trotz Abstand" - ausgestattet mit rund sieben Millionen Euro - fördert das Ministerium kulturelle Veranstaltungen, die auch unter den aktuellen Beschränkungen und unter Einhaltung von Auflagen umgesetzt werden könnten.

Proben unter anderem für Theater wieder erlaubt  

Voraussetzung für einen möglichen Spiel- und Vorstellungsbetrieb sind Probearbeit und Training. "Ab sofort darf daher auch der Probenbetrieb mit mehr als fünf Personen für professionelle Theater, Orchester sowie Chöre unter Einhaltung strenger Sicherheitsmaßnahmen wiederaufgenommen werden", sagte Bauer.

Die Intendantin des Theater Baden-Baden, Nicola May, freut sich grundsätzlich über die ersten Lockerungen. Auch kleine Veranstaltungen seien für den Übergang eine guter erster Schritt. "Aber das kann natürlich keine Regelung auf die Dauer sein. Kleinere Formate oder Liederabende kann man eine Zeit lang machen, aber einen ganzen Spielplan mit 1,50 Meter Abstand kann sich niemand vorstellen", sagte Bauer im SWR.

Audio herunterladen (3,5 MB | MP3)

Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche

Laut Kunststaatssekretärin Petra Olschowski sind Kinder und Jugendliche von den Einschränkungen aufgrund der Pandemie besonders stark betroffen. Sie sollen von der Wiedereröffnung der Museen daher besonders profitieren. "Wir werden deshalb ab sofort und für ein Jahr Kindern und Jugendlichen freien Eintritt in die Dauerausstellungen unserer Landesmuseen und im ZKM in Karlsruhe ermöglichen."

Das Coronavirus und die Folgen für das Land Live-Blog zum Coronavirus in BW: Infektionszahlen steigen weiter

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen im Land. Im Live-Blog fassen wir die neuesten Entwicklungen rund um die Pandemie und die Beschränkungen zusammen.  mehr...

Wie schütze ich mich? Wie ist die Lage in meinem Heimatort? Coronavirus: Alles Wichtige für Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg

Coronavirus: Wie kann ich mich schützen? Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr? Hier finden Sie alles Wichtige für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz  mehr...

Keine Vorstellungen in Karlsruhe und Stuttgart Staatstheater im Land sagen Saison ab

Die Spielzeit der beiden Staatstheater in Karlsruhe und Stuttgart ist für die aktuelle Saison bis Ende August abgesagt worden. Das hat das Kunstministerium bekanntgegeben.  mehr...

Angespannte Lage bei Kinobetreibern Autokinos boomen - klassische Kinos sterben?

Die Corona-Zwangspause macht sich auch bei den Kinobetreibern in Baden-Württemberg bemerkbar. Während Autokinos im Land boomen, wird die Luft für die klassischen Kinos trotz Finanzhilfen dünner.  mehr...

Kulturangebot digital und real Veranstaltungshinweise für die Technologieregion Karlsruhe

Theater und Konzerthallen sind noch geschlossen, ebenso die Kinos. Die Museen dagegen fahren nach und nach ihren Betrieb wieder hoch. Was ist am Wochenende in der Region digital und real geboten?  mehr...

Kultur in Zeiten der Pandemie Theater Konstanz legt Konzept für Sommer-Open-Air trotz Corona vor

Das Theater Konstanz will trotz der Corona-Pandemie ein Sommer-Open-Air auf dem Münsterplatz veranstalten. Das am Dienstag vorgestellte Konzept ist deutschlandweit einmalig, so das Theater.  mehr...

STAND
AUTOR/IN