In Sigmaringen, Breisach und Reutlingen

Steigende Corona-Zahlen: Kliniken schränken Besuche ein

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Die Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nehmen zu, immer mehr Landkreise überschreiten die Grenzwerte der Sieben-Tage-Inzidenz. Nun haben verschiedene Kliniken im Land die Besuche eingeschränkt.

Die ersten Kliniken in Baden-Württemberg haben am Dienstag wegen den steigenden Corona-Neuinfektionen Besuche eingeschränkt. Damit soll verhindert werden, dass sich das Coronavirus weiter verbreitet, teilten etwa die SRH-Kliniken Sigmaringen mit. Zugleich wolle man das Risiko einer Ansteckung für Patienten und Mitarbeiter minimieren.

In manchen Kliniken in Baden-Württemberg sind Besuche nur noch in Ausnahmefällen möglich (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Uwe Anspach/dpa (Symbolbild))
In manchen Kliniken in Baden-Württemberg sind Besuche nur noch in Ausnahmefällen möglich (Symbolbild) picture alliance/Uwe Anspach/dpa (Symbolbild)

Von den Einschränkungen seien etwa Angehörige, die einen im Sterben liegenden Patienten besuchen wollen, ausgenommen, so die SRH-Kliniken. Auch dürfe eine Person eine Schwangere bei der Geburt begleiten. Der Besucherstopp gilt an allen drei Standorten der SRH-Kliniken in Sigmaringen, Pfullendorf und Bad Saulgau.

Besuche nur in Ausnahmesituationen

Auch die Kreiskliniken Reutlingen an den Standorten Reutlingen, Münsingen und Bad Urach schränken Besuche ein, ebenso wie die Helios Rosmann Klinik in Breisach. Dort dürfen Patienten seit Dienstag nur noch mit einer Sonderregelung in Ausnahmesituationen von einem Angehörigen besucht werden. "Mir ist sehr bewusst, wie schwierig es ist, Menschen den Besuch bei kranken Angehörigen zu versagen. Wir ergreifen diese Maßnahmen, um unsere Patienten und Mitarbeiter vor einer Übertragung von Infektionskrankheiten so gut wie möglich zu schützen", erklärte Klinikgeschäftsführerin Beatrice Palausch.

Sie wies zudem darauf hin, dass bei Erkältungssymptomen der Zutritt zu den Helios Kliniken in Breisach, Müllheim und Titisee-Neustadt nicht erlaubt sei. Betroffene sollten sich telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst melden. Eine landesweite Vorgabe zu Besucherstopps gibt es laut Sozialministerium nicht.

Ministerium: Keine weiteren Kontaktbeschränkungen geplant

Trotz steigender Infektionszahlen seien derzeit keine weiteren landesweiten Kontaktbeschränkungen für die Pflegeeinrichtungen angedacht. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher. Momentan seien grundsätzlich zwei Besucher pro Tag für jeden Pflegebedürftigen erlaubt. Für eine landesweite Regelung ist die Lage nach Auskunft des Sozialministeriums trotz Ausrufung der Pandemiestufe drei zu unterschiedlich. "In der jetzigen Phase der Pandemiebekämpfung geht es darum, regional durch die zuständigen Vor-Ort-Behörden auf das Pandemiegeschehen zu reagieren", sagte der Ministeriumssprecher. Die notwendigen Maßnahmen würden immer unter Berücksichtigung der jeweiligen Umstände des Einzelfalls getroffen.

Wie die Landrätin des Landkreises Sigmaringen mitteilte, gibt es im Kreis ein diffuses Infektionsgeschehen ohne Hotspots. "Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 22 und aktuell 40 Infizierten ist der Landkreis Sigmaringen aktuell weniger stark betroffen als andere Kreise in der Region", betonte Stefanie Bürkle (CDU). Doch schon in ein paar Tagen könne die Welt ganz anders aussehen.

Sigmaringer Landrätin: Ignoranz führt zu Einschränkungen

"Mit ein oder zwei großen Ausbruchsgeschehen sind wir rasch über der kritischen Inzidenz-Marke", sagte Bürkle. Sie betonte, dass eine Nachlässigkeit oder gar eine Ignoranz der Regeln zu massiven Einschränkungen im persönlichen Umfeld führen könne: "Das kann über eine Schließung von Klassen, Schulen oder anderen Einrichtungen, eine verschärfte Maskenpflicht bis hin zur Absage oder Einschränkung von Veranstaltungen gehen."

Beitrag aus der SWR Aktuell Sendung vom 19. Oktober 2020: Die Kliniken im Land bereiten sich auf mehr Intensivpatienten vor.

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Sinkende Temperaturen und der Aufenthalt in geschlossenen und wenig gelüfteten Räumen böten beste Grundlagen zur Verbreitung von Erkältungskrankheiten, so Bürkle. Das gelte auch für das Coronavirus, das sich in der Vergangenheit als außerordentlich infektiös gezeigt habe. Im Frühjahr war der Kreis Sigmaringen einer der am stärksten betroffenen Kreise.

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