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Seit dem 2. November gelten in Baden-Württemberg schärfere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Damit verbunden sind massive Einschränkungen des alltäglichen Lebens.

Aufgrund der exponentiellen Ausbreitung des Coronavirus gelten seit dem 2. November deutschlandweit verschärfte Corona-Maßnahmen, auch in Baden-Württemberg. Sie bestehen vorerst bis zum 20. Dezember. Einige der Maßnahmen werden ab dem 1. Dezember noch weiter verschärft. Ein Überblick über die November-Regeln:

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Bis 30. November: Treffen im öffentlichen Raum

Im öffentlichen Raum dürfen sich nur noch Personen aus maximal zwei Haushalten treffen. Zudem sind bei einem Treffen in der Öffentlichkeit nicht mehr als zehn Personen erlaubt. Private und öffentliche Feiern sind untersagt. Bei Verstößen gegen die Kontaktbeschränkungen drohen Sanktionen durch die Ordnungsbehörden. Ziel der Beschränkungen ist, dass die persönlichen Kontakte um 75 Prozent reduziert werden. Sonderregeln gibt es für religiöse Veranstaltungen und beispielsweise Beerdigungen. Demonstrationen bleiben möglich.

Bis 30. November: Private Kontakte

In privaten Räumen dürfen nur noch zehn Personen aus maximal zwei Haushalten zusammenkommen. Von der Begrenzung der Haushalte ausgenommen sind Familienangehörige wie etwa Ehegatten, Lebenspartner und Verwandtschaft in gerader Linie. Aber auch bei Treffen mit der Familie sind insgesamt nur maximal zehn Personen erlaubt. 

Bis 30. November: Tourismus und Reisen

Landesweit sind Bürger angehalten, auf private Reisen sowie Besuche von Verwandten oder Freunden zu verzichten. Gleiches gilt für überregionale touristische Ausflüge. Übernachtungsangebote, zum Beispiel in Hotels, sind nur noch für notwendige und nicht für touristische Zwecke gestattet. Wichtig ist allerdings der Zeitpunkt des Reisebeginns: Wer seinen Aufenthalt vor dem 2. November begonnen hat, muss nicht abreisen, sondern darf bleiben. Allerdings darf der Aufenthalt nicht verlängert werden.

Gastronomie

Vom 2. bis 30. November müssen Restaurants, Kneipen und Bars geschlossen bleiben. Lieferungen von Speisen oder die Mitnahme von Essen für den Verzehr zu Hause sind weiterhin erlaubt. Betriebskantinen bleiben unter Hygiene-Auflagen weiterhin geöffnet.

Bis 30. November: Arbeitsplatz

Wo immer es umsetzbar ist, sollen Arbeitgeber das Arbeiten im Home Office ermöglichen. Zudem muss jedes Unternehmen in Deutschland an das Infektionsgeschehen angepasste Hygienekonzepte umsetzen. Nicht notwendige Kontakte zur Belegschaft sowie zu Kunden soll vermieden werden.

Schulen, Kitas und Kindergärten

Schulen, Kitas und Kindergärten bleiben geöffnet. Für den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen gelten in Baden-Württemberg jedoch strenge Maßnahmen: So müssen beispielsweise die jeweiligen Gruppen oder Klassen untereinander bleiben und dürfen sich nicht vermischen, auch nicht in den Pausen. Weitere Schutzmaßnahmen können durch die baden-württembergische Landesregierung angeordnet werden.

Bis 30. November: Einzelhandel

Geschäfte und Supermärkte bleiben unter Hygieneauflagen geöffnet. Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich nicht mehr als eine Person aufhalten. In sehr kleinen Geschäften ist ein Kunde erlaubt, Kinder werden nicht mitgezählt. Zudem soll der Zutritt von den Einzelhändlern so gesteuert werden, dass sich keine Warteschlangen bilden.

Körpernahe Dienstleistungen

Kosmetikstudios, Massagepraxen, Nagelstudios, Tattoostudios und ähnliche Betriebe werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen wie etwa Physiotherapie, Ergotherapie oder medizinisch indizierte Fußpflege ist weiterhin möglich. Friseursalons bleiben unter Hygieneauflagen geöffnet.

Kultur und Freizeit

Kultur- und Freizeitveranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind ab dem 2. November bundesweit untersagt. Dazu müssen folgende Einrichtungen schließen: Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Messen, Kinos, Freizeitparks, Tanzschulen sowie Anbieter von Indoor-Freizeitaktivitäten (z.B. Escape Rooms). Jahrmärkte oder Kirchweihen sind ebenso nicht möglich. Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Prostitutionsstätten sowie Bordelle und Sex-Clubs müssen auch geschlossen bleiben.

Sport

Freizeit- und Amateursport ist auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen untersagt. Davon ausgenommen ist der Sport alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand. Schwimm- und Spaßbäder bleiben geschlossen, ebenso Thermen und Saunen. Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen müssen ebenfalls schließen. Auf weitläufigen Sportanlagen wie Golf- oder Tennisplätzen sowie Reitanlagen darf Sport weiterhin ausgeübt werden. Profisport ist weiterhin möglich, kann aber nur ohne Zuschauer stattfinden.

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