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Eine repräsentative Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg sehen die Maßnahmen, die gegen die Ausbreitung des Coronavirus in die Wege geleitet wurden, als ausreichend an. Nur jedem achten Befragten gehen die Schritte zu weit.

Die aktuell steigenden Corona-Infektionszahlen befeuern die Diskussion um neue Alltagsauflagen. Gut jeder Vierte in Baden-Württemberg (27 Prozent) wünscht sich eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Dies geht aus den Ergebnissen des aktuellen BW-Trends des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von SWR und "Stuttgarter Zeitung" (StZ) hervor. 59 Prozent halten die geltenden Regeln für ausreichend. Jeder Achte (12 Prozent) glaubt, dass die Corona-Vorgaben übertrieben sind. Ihnen gehen die bestehenden Maßnahmen zu weit. Für die repräsentative Umfrage wurden im Zeitraum zwischen 8. und 13. Oktober 1.001 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg telefonisch befragt, also noch vor den jüngsten Entscheidungen nach dem Treffen der Ministerpräsidenten der Länder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwochabend.

Die Forderung nach noch schärferen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ist speziell bei älteren Menschen ausgeprägter. Während nur drei Prozent der Befragten über 65 Jahre die Maßnahmen als zu weitreichend ansehen, plädieren 28 Prozent für eine Verschärfung. Dieser Wert ist bei den Befragten zwischen 40 und 64 Jahren drei Prozentpunkte geringer.

Große Akzeptanz der Coronavirus-Maßnahmen in kleinen Orten

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage für Baden-Württemberg zeigen auch, dass die zuletzt beschlossenen Einschränkungen vor allem in den ländlicheren Gebieten größere Akzeptanz genießen oder gar als zu lax empfunden werden. Konkret geht es um Maßnahmen wie die Ausweitung der Maskenpflicht im öffentlichen Raum oder die Beschränkung der Personenzahl bei privaten Feiern. Je größer die Stadt ist, in der die Befragten wohnen, desto häufiger beurteilen die Menschen die Maßnahmen als zu weitgehend.

AfD-Anhänger bei Einschätzung der Corona-Maßnahmen gespalten

Ebenfalls deutlich wird die größere Ablehnung der bestehenden Coronavirus-Maßnahmen bei Personen, die mit der AfD sympathisieren. Aber auch unter diesen Befragten ist eine Minderheit der Meinung, dass die Maßnahmen zu weit gehen (41 Prozent). 29 Prozent der AfD-Anhänger sind für weitgehendere Maßnahmen. Die Mehrheit der Anhänger von Grünen, CDU, FDP und SPD bezeichnen die Einschränkungen und Auflagen als ausreichend. Allerdings plädiert fast jeder dritte CDU-Wähler dafür, die Maßnahmen zu verschärfen.

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