Corona (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Thomas Banneyer)

Kritische Infrastruktur und Rettungskräfte

Omikron: BW laut Landesregierung auf neue Corona-Welle gut vorbereitet

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Omikron ist ansteckender als andere Coronavirus-Varianten. Es werden mehr Menschen in Quarantäne müssen. Die Landesregierung sieht sich für eine mögliche neue Welle gut gerüstet.

Die Omikron-Variante ist auch in Baden-Württemberg auf dem Vormarsch. Dem Landesgesundheitsamt wurden bisher 1.274 offiziell registrierte Fälle übermittelt (Stand: Dienstagnachmittag 16 Uhr). So schnell wie diese Mutante des Coronavirus hat sich bisher keine ausgebreitet. Das heißt, in absehbarer Zeit werden mehr Menschen in Quarantäne müssen. Das wird vermutlich auch Mitarbeitende der sogenannten kritischen Infrastruktur treffen. Bei der Grundversorgung der Bevölkerung könnte das zum Problem werden.

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Krisenstab kommt öfter zusammen

Um genau diese kritische Infrastruktur am Laufen zu halten, trifft sich der Krisenstab der Landesregierung zurzeit öfter als sonst. Man sei in ständigem Austausch, sagte der Abteilungsleiter für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement im baden-württembergischen Innenministerium, Hermann Schröder, gegenüber dem SWR. Es gehe darum, Personalengpässe auszuschließen - bei Energieversorgern, bei der Lebensmittelversorgung, bei der Feuerwehr, den Rettungsdiensten, bei der Polizei und dem Katastrophenschutz. Hierzu liegen laut Schröder Pläne bereit.

Ein mögliches Szenario: Lastwagen sonntags fahren lassen

Alle möglichen Szenarien werden derzeit durchdacht, etwa beim Transport von Lebensmitteln. Wenn Lkw-Fahrerinnen- und -Fahrer fehlten, sei das ein Logistikproblem, so Schröder. Hier gebe es verschiedene Überlegungen etwa Sonntagsfahrverbote einzuschränken, damit Lastwagen auf deutschen Straßen unterwegs sein könnten.

Im Bereich der Rettungsdienste hat die Landesregierung bereits reagiert, um im Katastrophenfall weiter handlungsfähig zu bleiben. So seien Fahrzeuge statt wie in normalen Zeiten mit neun Personen derzeit nur mit vier Personen besetzt, so der oberste Katastrophenschützer im Land. Man fahre lieber mit zwei Fahrzeugen raus, um die Kontakte unter den Einsatzkräften zu reduzieren. Außerdem würden vielerorts Mitarbeitende weiter qualifiziert, um im Ernstfall auch andere Aufgaben übernehmen zu können.

Energieversorger: Teams arbeiten getrennt

Das geht allerdings nicht überall. So könne etwa in der Leitstelle eines Energieversorgers niemand mal schnell in zwei Tagen eingelernt werden, so Schröder. Deshalb hätten die Unternehmen ihr Personal dazu aufgerufen, sich vorsichtig zu verhalten. Der private Strom- und Gasversorger Netze-BW hat schon Anfang Dezember entschieden, Kontakte unter den Beschäftigten zu minimieren. Teams würden seit Wochen separiert, sagte der Leiter des dortigen Corona-Krisenstabes, Richard Huber.

Im Notfall Dienst trotz Quarantäne

Im Krisenstab der Landesregierung überlegt man auch ehemalige Mitarbeitende, die noch nicht lange im Ruhestand sind, wieder zurückzuholen - für besonders sensible Bereiche. Im äußersten Fall könnte es demnach auch soweit kommen, dass Personen, die symptomfrei in Quarantäne sind, in den Dienst gerufen werden, wenn sie dort ohne Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen arbeiten können.

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Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster aus Weil am Rhein (Kreis Lörrach), sieht Deutschland auf eine mögliche Omikron-Welle gut vorbereitet. Schuster sagte dem SWR, die Pandemiepläne der Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in den Bereichen Gesundheit, Logistik oder IT seien auf dem aktuellen Stand.

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SWR