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Die Landesregierung bereitet sich auf weiter steigende Corona-Fallzahlen vor, im Zentrum steht die Entlastung des Gesundheitswesens. Schon jetzt fehlen in Kliniken im Land rund 1.500 Pflegekräfte und 400 Ärzte.

Schätzungen gehen davon aus, dass zehn Prozent der Corona-Erkrankungen einen schweren Verlauf haben werden. In Baden-Württembergs Krankenhäusern fehlen aber schon jetzt rund 1.500 Pflegekräfte und 400 Ärzte. Um Corona-Patienten zu versorgen, sollen pensionierte Ärzte reaktiviert werden. Es wird auch erörtert, ob geschlossene Kliniken kurzzeitig wieder in Betrieb gehen können. Die Krankenhäuser bereiten sich bereits auf zukünftige Corona-Patienten vor: Sie halten sich Kapazitäten frei und verschieben planbare Operationen.

Um das Gesundheitssystem zu entlasten, hat das Land bereits andere drastische Maßnahmen beschlossen: Der Flughafen in Stuttgart soll dicht gemacht werden, an den Grenzen wird bereits kontrolliert. Dies soll den Anstieg der Corona-Infektionen verlangsamen und die Gesundheitssysteme aufrechterhalten, so ein Sprecher des Gesundheitsministeriums gegenüber dem SWR.

Klinikum Stuttgart sagt bereits Operationen ab

Der landesweit größte Krankenhausbetrieb, das Klinikum Stuttgart, sagt beispielsweise wegen des Coronavirus alle Operationen ab, die geplant und auch verschoben werden können. Ab Dienstag sind automatisch alle Operationstermine gestrichen, die nicht durch das Klinikum ausdrücklich telefonisch bestätigt wurden, wie die Leitung des Krankenhauses am Montag mitteilte. Die Notfallversorgung, zum Beispiel nach Unfällen oder bei akuten Schlaganfällen, werde selbstverständlich fortgesetzt, sagte Kliniksprecher Hartmut Kistenfeger. Ziel sei es, durch die Absage von Operationen Kontakte zu reduzieren. Außerdem würden Patienten und Mitarbeiter geschützt sowie vorsorglich Ressourcen für die Behandlung von infizierten Menschen geschaffen.

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