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Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg hat den Wert von 100 überschritten. Was das für die Maßnahmen im Land bedeutet.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag am Montag bei 103,0, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte. Damit ist landesweit der Wert überschritten, ab dem die sogenannte Notbremse greift: Bund und Länder hatten sich bei ihrem jüngsten Gipfel darauf verständigt, dass Lockerungen bei Inzidenzen über 100 auf den Stand von vor dem 8. März zurückgedreht werden. Das bedeutet:

  • Ein Haushalt darf höchstens nur noch eine weitere Person treffen, die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Kinder bis einschließlich 14 Jahre werden nicht mitgezählt.
  • Der Einzelhandel darf kein "Click and Meet" mehr anbieten. "Click and Collect" ist möglich.
  • Körpernahe Dienstleistungen müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen und Friseurbesuche sind weiterhin erlaubt.
  • Außen- und Innensportanlagen für den Freizeitsport müssen schließen, Ausnahmen gibt es bei Individualsport auf weitläufigen Anlagen, etwa beim Golf. Gruppensport im Freien ist nicht mehr erlaubt.
  • Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologische und botanische Gärten werden für den Publikumsverkehr geschlossen.

Keine landesweiten Verschärfungen zu erwarten

Flächendeckend wird das aber wohl erstmal nicht passieren. Aus dem Staatsministerium in Stuttgart ist zu hören, dass Baden-Württemberg die "Notbremse" möglichst gezielt einsetzen will - bezogen auf einzelne Landkreise mit hoher Inzidenz oder Hotspots in Landkreisen.

Allerdings sind davon bereits fast die Hälfte aller Regionen betroffen: In 19 der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei über 100 (Stand Montag, 16 Uhr). Bleibt sie drei Tage lang über diesem Grenzwert und liegt ein diffuses Infektionsgeschehen vor, müssen betroffene Kreise handeln. Zuletzt hatten bereits mehrere Kreise im Land Lockerungen wieder zurücknehmen müssen, etwa der Hohenlohekreis oder die Stadt Mannheim. Andere stehen kurz davor, aktuell zum Beispiel der Ostalbkreis.

Nur Landkreis Rottweil unter 50er-Inzidenz

43 der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg haben einen Inzidenz-Wert über 50. Nur der Landkreis Rottweil (48,6) liegt leicht darunter. Die Kreise Rastatt (205,3) und Schwäbisch Hall (333,9) weisen weiterhin das landesweit stärkste Infektionsgeschehen auf.

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