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Noch rund um Weihnachten hatte die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche in Baden-Württemberg bei über 200 gelegen. Allerdings ist die Lage von Region zu Region verschieden.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist in Baden-Württemberg erstmals seit Monaten wieder unter den Wert von 50 gesunken. Am Samstag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz landesweit bei 48,6, wie aus dem aktuellen Lagebericht des Landesgesundheitsamts hervorgeht. Es ist der niedrigste Wert seit dem 20. Oktober, als die Behörde letztmals einen landesweiten Wert von unter 50 angab. Seitdem hatte sich die Situation in Baden-Württemberg immer weiter zugespitzt - am 22. Dezember hatte der Wert gar die 200er-Marke überschritten.

Coronavirus: 20 Kreise über 50er-Inzidenz

Landesweit liegen derzeit 20 Stadt- und Landkreise allerdings noch über der 50er-Marke. Das Sozialministerium hatte Städte und Kreise mit einer Inzidenz jenseits der 50 verpflichtet, Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 Uhr und 5 Uhr zu erlassen. Mindestens 14 hatten dies am Freitag bereits getan.

Mit dem Hohenlohekreis (118,1) und dem Kreis Schwäbisch Hall (109,8) liegen zwei Regionen über dem Wert von 100. Eine Ursache könnte der Ausbruch bei dort ansässigen Unternehmen sein: Nachdem im Verlauf der Woche zahlreiche Infektionen von Mitarbeitern bei Würth in Künzelsau (Hohenlohkreis) bekannt wurden, bestätigte ein Sprecher von Kärcher am Samstag den Ausbruch bei zahlreichen Mitarbeitern im Werk in Obersontheim (Kreis Schwäbisch Hall).

Neben der Sieben-Tage-Inzidenz ist auch die absolute Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter rückläufig. Am Samstag kamen laut Daten des Landesgesundheitsamts 779 weitere bestätigte Infektionen dazu. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie in Baden-Württemberg auf 305.729. 24 weitere Menschen starben an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Die Behörde zählt somit landesweit inzwischen 7.714 Tote. Als genesen gelten Schätzungen zufolge 280.390 Menschen.

Deutschlandweit wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag 6.114 Corona-Neuinfektionen sowie 218 weitere Todesfälle übermittelt. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5:30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Heidelberger Marktforscher belegen, dass sich der Radius der Menschen durch die Corona-Pandemie verkleinert hat. Ihre Untersuchungen zum Bewegungsverhalten beweisen, dass viele Baden-Württemberger derzeit eher zuhause bleiben, statt große Ausflüge im Land zu machen.

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Rheinland-Pfalz ebenfalls unter 50er-Marke gefallen

Mit Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz (46,6) liegen nun zwei Bundesländer unter der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Alle anderen Bundesländer weisen Werte von unter 100 auf. Die Marke von 50 zu unterschreiten war über Monate das erklärte Ziel der Politik. Bei der Schalte am Mittwoch hatten sich Bund und Länder auf einen Inzidenzwert von 35 als Orientierung für mögliche Lockerungen verständigt.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei zuletzt 0,90. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Baden-Württemberg bei Impfquote weiter im Tabellenkeller

Mehr als 320.000 Menschen haben in Baden-Württemberg inzwischen ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Zahl derjenigen, die schon eine zweite Impfung erhalten haben, stieg auf mehr als 142.000, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Wie aus Zahlen des bundesweiten Impfmonitorings des RKI (Datenstand: 13.2. 8 Uhr) hervorgeht, belegt Baden-Württemberg bei der Erstimpfung mit einer Impfquote von 3,0 Prozent den drittletzten Platz im bundesweiten Vergleich der Bundesländer, gemeinsam mit Sachsen und Sachsen-Anhalt. Nur in Hessen (2,9 Prozent) und Niedersachsen (2,6 Prozent) ist der Anteil aller bisher Geimpften in der Gesamtbevölkerung noch geringer.

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