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Die erste Lieferung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson ist in Baden-Württemberg angekommen. Einen Termin im Impfzentrum bekommt man dafür vorerst wohl aber nicht.

In die baden-württembergischen Impfzentren wurden bislang einmalig in der vergangenen Woche 31.200 Corona-Impfdosen des US-Herstellers Johnson & Johnson geliefert. Sie sind für die Einsätze von mobilen Impfteams in Einrichtungen vorgesehen und werden daher gezielt an einzelnen Tagen in bestimmten Einrichtungen durch diese Teams verimpft. Daher sei es relativ unwahrscheinlich, bei einem Termin in einem Impfzentrum Johnson & Johnson zu erhalten, wie das Sozialministerium dem SWR bestätigt.


Johnson & Johnson für mobile Impfteams besonders geeignet

Das Vakzin bietet den Vorteil, dass nur eine Impfung notwendig ist. Deshalb eigne sich der Impfstoff besonders für "aufsuchende Impfungen" (den Einsatz durch die mobilen Impfteams), weil dann nur ein Besuch vor Ort notwendig ist, so Baden-Württembergs Sozialministerium auf SWR-Anfrage. Dies betrifft vor allem Menschen in Alten- und Pflegeheimen oder Obdachlose.

Der Statistik des Robert Koch-Instituts zufolge wurden im Land insgesamt bereits 1.144 Impfungen mit Johnson und Johnson durchgeführt (Stand Freitag).

Eine Ampulle mit dem Corona-Impfstoff der Firma Johnson und Johnson. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod (Symbolbild))
Vergangene Woche wurden 31.200 Impfdosen des US-Herstellers Johnson & Johnson an das Land geliefert. picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod (Symbolbild)

Schwere Verläufe deutlich unwahrscheinlicher

Dass bei diesem Vakzin nur eine Impfung benötigt wird, ist nicht nur für die Impflinge praktisch, sondern auch für die Impfkampagne an sich: Es muss nur ein Termin vereinbart werden, was die Organisation erleichtert. Außerdem stellt sich nicht mehr die Frage, ob Impfdosen für die zweite Impfung aufbewahrt werden sollen - alle verfügbaren Dosen können verimpft werden.

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Mit 66 Prozent ist die Wirksamkeit des Impfstoffs - wie auch bei dem Vektorimpfstoff von Astrazeneca - zwar deutlich niedriger als bei den mRNA-Impfstoffen. In Hinblick darauf, dass die Hoffnungen zu Beginn der Corona-Impfstoffentwicklung bei 50 bis 60 Prozent lagen, ist das aber dennoch relativ hoch. Etwa in diesem Bereich liegt auch die Wirksamkeit von Grippe-Impfstoffen. Außerdem soll das Vakzin von Johnson & Johnson schwere Verläufe um bis zu 85 Prozent unwahrscheinlicher machen.

Auslieferung wegen Nebenwirkungen verschoben

In der EU ist der Corona-Impfstoff des US-Konzerns seit Mitte März zugelassen, wurde aber wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen nicht eingesetzt. Auch die US-Behörden hatten nach dem Auftreten vereinzelter Thrombosen zu einer vorübergehenden Aussetzung von Impfungen mit dem Mittel geraten. Johnson & Johnson hatte daraufhin die Auslieferung des Impfstoffs in die EU verschoben.

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