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Rund 27.500 Menschen im Land haben sich bisher gegen Covid-19 impfen lassen, so das Sozialministerium. Es mangelt jedoch an Impfstoff. Laut Sozialminister Lucha wird der in Europa aber mittlerweile "sehr erfolgreich und sehr gut organisiert" verteilt.

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Laut dem für Gesundheit zuständigen Sozialministerium hat Baden-Württemberg bei den Corona-Impfungen einen guten Start hingelegt. Die Impfzentren seien zwar weit von einer vollen Auslastung entfernt, aber der Impfstoff sei erst nach und nach verfügbar. Zudem müsse man 50 Prozent der Dosen für eine zweite Impfung zurückhalten. Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen.

Mehrere tausend Impfungen pro Tag

Insgesamt haben sich laut Sozialministerium (Stand 4. Januar, 12 Uhr) im Land bisher rund 27.500 Menschen gegen Covid-19 impfen lassen. Am Sonntag waren es zum Beispiel mehr als 3.000 Menschen, an den Tagen davor jeweils um die 3.000 oder 4.000. Den bisherigen Spitzenwert erreichte man am 30. Dezember mit 4.529 Personen.

Weitere Impfstoff-Lieferungen ab Freitag

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden in Baden-Württemberg bislang 2,5 Impfungen pro 1.000 Einwohner erfasst. Die meisten Impfungen pro 1.000 Einwohner wurden vom RKI bisher für Mecklenburg-Vorpommern (7,1) gezählt.

Mit der Impfquote sei man zufrieden, so ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart. In manchen anderen Bundesländern werde, abgesehen von den mobilen Impfteams, erst jetzt mit dem Impfen begonnen. Weitere Impfstofflieferungen erwartet man demnach ab Freitag. Bis dahin könne weiterhin nur in sehr geringem Umfang geimpft werden.

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Lucha: Erste Lieferung bis Freitag komplett verimpft

Im SWR-Interview hat Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) am Montagabend das Tempo der Impfungen im Land verteidigt. Noch im Herbst sei man davon ausgegangen, dass man erst Mitte 2021 mit den Impfungen werde beginnen können. Jetzt sei es gelungen, schon Ende 2020 eine komplette Impf-Infrastruktur für große Mengen auf die Beine zu stellen. Beim Impfstoff handle es sich auch nicht um Sprudelbrause, sondern um ein hochtechnologisches, sicheres Arzneimittelprodukt. Man habe in ganz Europa den Mangel zu verteilen. Das geschehe aber mittlerweile "sehr erfolgreich und sehr gut organisiert". Die erste Lieferung werde man im Land bis zum 8. Januar komplett verimpft haben.

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Ulmer Experte: Impfstart "wie erwartet"

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens aus Ulm, ist ebenso wie das Ministerium zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Impfungen im Land. Im SWR-Interview sagte der Professor, er habe den Start so ähnlich erwartet. "Dass es jetzt mehr Impfstoff sein könnte, kann man nicht leugnen", so Mertens. Aber man müsse jetzt einfach etwas Geduld haben.

Impf-Hotline nur schwer erreichbar?

Medienberichten zufolge war die auch als Impf-Hotline genutzte Nummer 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in den vergangenen Tagen in Deutschland teilweise nur schwer erreichbar. Davon seien vor allem Berlin, Bayern und Baden-Württemberg betroffen gewesen. Nach Angaben des Sozialministeriums gab es in Baden-Württemberg jedoch nur kurzzeitige technische Störungen im Raum Reutlingen. Diese seien aber schnell behoben gewesen. "Ansonsten war die Hotline am Wochenende nicht überlastet - das geht klar aus den Aufzeichnungen hervor. Es bestanden mittlere Annahmezeiten von unter einer Minute", teilte eine Sprecherin am Montag mit.

CDU-Fraktionschef: Länder müssen nachsteuern

Der CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag, Ralph Brinkhaus, kritisierte am Montag, es gebe in der Bevölkerung große Unsicherheit, wer wann einen Impftermin bekommen kann und wo dieser stattfindet. Er forderte deshalb von den Bundesländern "konsequentes Nachsteuern" beim Impfen. Zudem müssten Bund und Länder in der Kommunikation klarer machen, dass das Impfen nicht schon Ende März beendet sein könne, sondern wie erwartet längere Zeit brauche.

Kritik aus der Wirtschaft

Wirtschaftsverbände haben indes kritisiert, das Impfen in der Corona-Pandemie schreite zu langsam voran. Sie fordern deshalb eine Strategie für mehr Tempo. "Unnötig lange Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft, nur weil das Impfkonzept der Bundesregierung und der Länder zu scheitern droht, wären nicht hinnehmbar", sagte das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Landesverbands der Industrie, Wolfgang Wolf, am Montag. Der Arbeitgeberverband verwies auf andere Länder, in denen das Impfen trotz vergleichbarer Standards deutlich schneller gehe, allen voran Israel.

Wieder Impftermine in Stuttgart

Das Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart hat am Montag gegenüber dem SWR erklärt, dass im dortigen Impfzentrum wieder Termine buchbar seien. Wer jetzt schnell sei, könnte einen zeitnahen Termin für die Corona-Impfung buchen. Gebucht werden können die Termine jedoch ausschließlich über die Hotline 116 117 oder die Internetseite www.impfservice.de.

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