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Menschen über 80 Jahre können sich als erste gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch wer zu Hause gepflegt wird und nicht mobil ist, geht bei der Impfung in Baden-Württemberg derzeit leer aus. Das liegt auch am Impfstoff.

Für Menschen über 80 Jahre besteht die größte Gefahr, an Covid-19 zu sterben. Deshalb zählen sie zu den ersten, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen können. Doch wer zu Hause gepflegt wird und nicht mobil ist, geht bei der Impfung im Land vorerst leer aus. Das Sozialministerium setzt vorrangig auf mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheimen. Alle anderen sollen selbst in ein Impfzentrum kommen, wie ein Sprecher des Ministeriums erklärte.

Sozialministerium: Infektionsrisiko ist zu Hause geringer

Doch wer nicht mobil ist und etwa zu Hause gepflegt wird, für den ist der Gang ins Impfzentrum nur mit viel Aufwand oder gar nicht möglich. Das Sozialministerium verweist dabei auf das geringere Infektionsrisiko von Älteren, die zu Hause leben im Vergleich zu Menschen in Pflegeheimen. Zudem sei bei der Frage des Impfens zu Hause der Impfstoff ein Problem, da er nicht mehr transportiert werden könne, sobald er für die Impfung vorbereitet, also abgetaut und verdünnt sei. Eine Sprecherin des Impfstoff-Herstellers Biontech bestätigte, dass dies nicht empfohlen werde. Es ist der bislang einzige breit verfügbare Impfstoff in der EU. Ein weiterer wurde inzwischen zugelassen.

In weihnachtlicher Kulisse wird eine 64-Jährige in einem Altenpflegeheim in Sindelfingen (Kreis Böblingen) gegen das Coronavirus geimpft. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Marijan Murat)
In den Altenpflegeheimen im Land haben die Impfungen nach Weihnachten begonnen, so wie hier in Sindelfingen (Kreis Böblingen). picture alliance/dpa | Marijan Murat

Kritik von Patientenschützern und Sozialverband

Für Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, ist die derzeitige Situation dennoch nicht haltbar. "Über 80-Jährige sind überall, wo sie leben, gleich gefährdet. Ob im Pflegeheim oder zu Hause."

Auch aus Sicht des Sozialverbands VdK braucht es mit Blick auf die Corona-Impfung von älteren und gebrechlichen Menschen, die zu Hause betreut werden, nun einen konkreten Plan, so VdK-Präsidentin Verena Bentele: "Für die mobilen Impfteams, die pflegebedürftige und immobile Menschen zu Hause impfen sollen, fehlt es an Personal und an dem geeigneten Impfstoff."

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) hatte bereits Ende Dezember gegenüber dem SWR erklärt, die mobilen Impfteams würden keine privaten Hausbesuche bei älteren Menschen durchführen. Man suche aber nach einer Lösung für Personen, die altersbedingt nicht in ein Impfzentrum kommen können.

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