Prof. Tamam Bakchoul (Mitte) forscht an der Universität Tübingen an den Ursachen der tödlichen Hirnthrombosen nach der Impfung mit Astrazeneca. (Foto: SWR, René Munder)

Thrombosen nach Anti-Covid-Spritze

Tübinger Studie: Antikörper durch Impfung gegen Corona wohl nicht schuld an Blutgerinnseln

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Die durch die Impfung im Körper gebildeten Antikörper gegen das Virus sind offenbar nicht verantwortlich für Blutgerinnsel, die in seltenen Fällen Wochen nach der Spritze bemerkt wurden. Das zeigt eine neue Studie von Tübinger Medizinern.

In der Studie der Universität Tübingen war das Blutbild von 160 Geimpften untersucht worden. Das Forschungsergebnis wurde am Montag veröffentlicht. Die Auswertung zeigt, dass sich das Blutbild von Menschen mit Komplikationen - wie Thrombosen - und solchen ohne nicht wesentlich unterscheidet. Deshalb führt nach Einschätzung der Tübinger Forscher die Immunantwort des Körpers gegen das Coronavirus offenbar nicht zur Bildung der Antikörper, die für die Blutgerinnsel verantwortlich gemacht werden.

Zusammenhang zwischen Covid-Antikörpern und Thrombosen nicht bestätigt

In seltenen Fällen kam es in der Vergangenheit innerhalb von sechs Wochen nach Impfungen mit vektorbasierten Covid-Impfstoffen zu Blutgerinnseln in Gehirn oder Bauch. Die Vakzine von Astrazeneca und Johnson-und-Johnson sind sogenannte Vektor-Impfstoffe. Deshalb startete das Tübinger Forschungsteam um Professor Tamam Bakchoul seine Untersuchungen. Bekannt war bereits, dass die Bildung von Antikörpern gegen ein Protein namens "Plättchen-Faktor 4 (PF4)" Thrombosen dieser Art bewirken kann.

Bei der Untersuchung ließ sich dann aber keine Korrelation zwischen der Menge dieser Antikörper und der Antikörper gegen Corona bei Menschen mit Blutgerinnseln und solchen ohne feststellen. Das Studienergebnis wurde im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" publiziert.

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