Die Werbebotschaften von mehreren Unternehmen, die sich für eine Corona-Impfung einsetzen. (Foto: Pressestelle, Antoni Agentur)

Bundesweite Kampagne auf Social Media

"Quadratisch. Praktisch. Geimpft": Unternehmen aus BW werben für Corona-Impfung

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Mehr als 150 Unternehmen nehmen auf Social Media an einer Werbekampagne für die Corona-Impfung teil, darunter sind zahlreiche Firmen aus BW. Neben Lob gibt es auch Boykott-Aufrufe.

Vom Sanitärausstatter Duravit über den Einzelhändler EDEKA bis hin zur Fast-Food-Kette McDonald's: Mit einer groß angelegten Werbekampagne auf Social Media haben mehr als 150 Unternehmen aus Deutschland für eine Corona-Impfung geworben. Auch zahlreiche Firmen aus Baden-Württemberg rufen unter dem Hashtag #ZusammenGegenCorona, der auch von der Bundesregierung genutzt wird, seit Dienstag gemeinsam zu einer Impfung auf.

Das Impfen oder nichts.Zusammen gegen Corona: Mercedes-Benz beteiligt sich am Impfaufruf deutscher Wirtschaftsunternehmen. Für die Initiative passen alle teilnehmenden Unternehmen ihre Markenslogans an. Dass eine Marke ihren Claim abändert, passiert nicht jeden Tag. Wir mussten nicht lange überlegen: Aus „Das Beste oder nichts“ wird daher „Das Impfen oder nichts“. Jeder kann mithelfen und einen Beitrag gegen die COVID-19-Pandemie leisten! Dabei ist das Impfen eine wichtige Maßnahme, um sich selbst und sein Umfeld zu schützen. #ZusammenGegenCorona #MercedesBenz #deutschewirtschaft #dasbesteodernichts #bleibtgesundPosted by Mercedes-Benz Deutschland on Monday, December 6, 2021

Daimler, Lidl und Co. ändern ihre Werbeslogans

Die Unternehmen haben dafür ihre bekannten Werbesprüche leicht abgewandelt und zugespitzt. Beim Autohersteller Daimler steht im Rahmen der Werbekampagne für die Corona-Impfung nicht mehr "Das Beste oder nichts" sondern: "Das Impfen oder nichts". Der Schokoladenhersteller Ritter Sport wirbt mit einer neuen Schokoladentafelsorte "Impfung" und dem Slogan "Quadratisch. Praktisch. Geimpft." Beim Discounter Lidl heißt es: "Impfen lohnt sich".

Agentur aus Berlin initiierte die Werbekampagne

Mit der Kampagne wolle man einen Beitrag dazu leisten, die Impfquote im Land zu erhöhen, so die Werbeagentur Antoni. Die Berliner Agentur hat den Impfaufruf initiiert und bezeichnete die Aktion als die bislang größte Corona-Initiative der deutschen Wirtschaft. Das Ziel: Die Impfmüdigkeit in Deutschland bekämpfen. "Marken haben Einfluss und Reichweite. Warum also nicht beides für die Botschaft nutzen, dass die eigene Impfung für uns alle der beste Weg aus der Pandemie ist", sagte Sven Dörrenbächer, Agentur-Partner von Antoni.

Es ist eine persönliche Entscheidung, ob man sich impfen lässt oder nicht. Doch eines ist definitiv klar: Impfen lohnt...Posted by Lidl Deutschland on Monday, December 6, 2021

Olaf Scholz (SPD) lobt die Initiative

Auf Social Media rief der Impfaufruf kurz nach dem Start ein großes Echo hervor. Unter den zahlreichen Veröffentlichungen der Unternehmen am Dienstagmorgen sammelten sich nach kurzer Zeit hunderte Reaktionen. Auch der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) reagierte und lobte die Kampagne als "herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative".

Über 150 Unternehmen und Marken, ein Ziel: Mehr Impfungen in Deutschland. ZF unterstützt die gemeinsame Aktion gegen die Impfmüdigkeit.

#ZusammenGegenCoronaPosted by ZF Group on Monday, December 6, 2021

Daimler: Auf "kreative und sympathische Art" für Impfung werben

Beim Autobauer Mercedes Benz hieß es auf SWR-Anfrage: "Für die gute Sache spenden wir gerne unsere Reichweite auf Social Media." Als großer Konzern habe man die Chance, den Menschen Orientierung zu geben und wolle "auf kreative und sympathische Art" auf die Impfung aufmerksam machen. Auch andere Unternehmen aus Baden-Württemberg wie Lidl, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und der Zulieferer ZF begründen ihre Teilnahme an der markenübergreifenden Kampagne ähnlich: Man wolle einen Beitrag für eine höhere Impfquote leisten.

Unternehmen leisten bisher schon einen nicht unerheblichen Anteil daran: Seit dem Sommer verabreichen Betriebsärzte Impfungen gegen das Coronavirus. So seien beispielsweise bei Schwäbisch Hall rund ein Drittel der Mitarbeitenden bei einer Impfaktion im Sommer immunisiert worden, so ein Sprecher. Bei ZF sind laut eigenen Angaben 22 Prozent der Belegschaft betriebsintern geimpft worden. Bei Daimler wurden deutschlandweit laut dem Unternehmen 58.000 Impfungen verabreicht.

Marketing-Experten finden daher, dass die Social-Media-Kampagne zu den Impf-Bemühungen der Unternehmen passe. "Die Idee ist gut. Das erreicht die Leute mehr als all die medizinischen Informationen über Impfquoten und die Wirksamkeit des Boosterns", so Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf zur Deutschen Presse-Agentur. Der Staat habe leider, was die Kommunikation in der Pandemie angehe, einen schlechten Job gemacht.

"Dass so viele bekannte Firmen und Marken jetzt Stellung beziehen und für das Impfen werben, kann etwas erreichen. Solche Slogans setzen sich ja im Gehirn fest."

"Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele." Der genossenschaftliche Gedanke gilt auch beim Impfen. 💉 #ZusammenGegenCorona 💪 @BVRPresse, @unioninvestment, @ruv_de, @easyCredit_de, @dzbank, @TeamBank, @vrsmartfinanz #impfenhilft #impfenwirkt #allesindenarm https://t.co/QAyRRLAkXe

Auf sozialen Netzwerken gibt es auch Kritk an der Kampagne

Neben Lob gab es auf den sozialen Medien allerdings auch zahlreiche Boykott-Ankündigungen gegen die Unternehmen. "Es gab bisher schon viele positive Kommentare, aber auch kritische Bemerkungen bis hin zu 'Ritter Sport kaufe ich nicht mehr'", so eine Sprecherin des Schokoladenherstellers. Man sei sich der Brisanz dieses Themas bewusst und respektiere die persönliche Entscheidung der Menschen. Die Unternehmen betonen jedoch, dass die Resonanz trotz kritischer Stimmen überwiegend positiv gewesen sei.

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