Ein Mann läuft durch die Straße und hat in seiner Hand eine Corona-Maske (Foto: IMAGO, IMAGO / Michael Gstettenbauer)

Wichtige Fragen und Antworten im Überblick

Maskenpflicht, Isolation, Impftermine: Mit diesen Regeln startet der Corona-Herbst in BW

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Der Herbst ist da - zugleich steigen die Corona-Fallzahlen in Baden-Württemberg wieder. Fragen und Antworten zum Corona-Herbst im Land.

Die Temperaturen sinken und damit halten sich die Menschen in Baden-Württemberg wieder weniger im Freien auf. In Innenräumen steigt aber auch die Gefahr sich mit dem Coronavirus anzustecken. Welche Entwicklung erwarten die Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Wochen und Monaten? Mit welchen Maßnahmen reagiert die Landesregierung künftig auf die Corona-Pandemie? Ein Überblick.

Wie ist die Corona-Lage in Baden-Württemberg aktuell?

Seit Mitte September steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen wieder. Zuletzt haben die Ansteckungszahlen sogar deutlich an Fahrt aufgenommen. Lag die Sieben-Tage-Inzidenz vor einer Woche noch bei rund 220, hat sich die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen nun fast verdoppelt. Auch die Zahl der Infizierten in den Kliniken und auf den Intensivstationen nimmt wieder zu. Es dominiert weiter die Omikron-Variante BA.5 des Coronavirus.

Was ist der Grund für den Anstieg der Corona-Fallzahlen?

Zahlreiche Fachleute warnten seit dem Sommer davor, dass sich das Leben im Herbst und Winter wieder stärker in Innenräume verlagert und damit auch die Wahrscheinlichkeit von Ansteckungen steigt. Eine ähnliche Entwicklung konnte bereits in den vorigen Jahren der Corona-Pandemie beobachtet werden. Auch andere Atemwegserkrankungen treten im Herbst und Winter erfahrungsgemäß häufiger auf.

Welche Entwicklung ist in diesem Herbst zu erwarten?

Ein erneuter Anstieg der Fallzahlen, aber aller Voraussicht nach keine Überforderung des Gesundheitssystems. Darin sind sich die meisten Fachleute einig. "Ich glaube, dass die Infektionszahlen zunehmen werden, generell Atemwegsinfektionen und damit auch Corona", sagte der Heidelberger Virologe Hans-Georg Kräusslich, der auch das Gesundheitsministerium in Stuttgart in Sachen Corona berät, dem SWR. In der Folge werde auch die Belegung in den Kliniken und auf den Intensivstationen wieder zunehmen. Mit einer Überlastung rechnet er aber nicht. Trotz des bisherigen Anstiegs der Fallzahlen erwartet das Landesgesundheitsamt einen Rückgang der Zahl der Covid-19-Intensivpatientinnen und -Intensivpatienten im Land.

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Welche Corona-Maßnahmen gibt es noch?

Ein wichtiger Baustein bleibt die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr, beim Besuch in Kliniken und Heimen sowie bei der Ärztin oder beim Arzt. Wer ein Pflegeheim oder ein Krankenhaus betritt, muss zudem einen Schnelltest vorlegen. Grundsätzlich plädiert Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) aber künftig für mehr Eigenverantwortung der Menschen im Land.

Deswegen will die Landesregierung etwa auch an die Isolationspflicht ran. Demnach sollen Positiv Getestete selbst bestimmen können, in welchem Ausmaß sie sich bei einer Infektion isolieren, ähnlich wie bei einer Grippe. Damit das kein Allleingang bleibt, stimmt sich die baden-württembergische Landesregierung aktuell mit anderen Bundesländern ab: Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein.

Politisch wird die Initiative Baden-Württembergs für mehr Freiheiten im Corona-Alltag auch vom politischen Gegner begrüßt. "Mein Eindruck ist, dass die Herren Kretschmann und Lucha auf eine Stimmungsentwicklung in der Bevölkerung reagieren", so der Fraktionschef der FDP im Stuttgarter Landtag, Hans-Ulrich Rülke. Die Menschen hätten erkannt, dass es notwendig ist, mit dem Coronavirus zu leben, so wie man auch mit dem Grippevirus leben müsse. "Und deshalb gibt es keinerlei Akzeptanz in der Öffentlichkeit mehr für die Maßnahmen, die Herr Kretschmann so gerne über zwei Jahre hinweg verhängt hat."

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Welche Schutzmaßnahmen gelten am Arbeitsplatz?

Unter anderem kann in Innenräumen wieder eine Maskenpflicht gelten, wenn dort beispielsweise der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Die Masken muss in dem Fall der Arbeitgeber stellen. Homeoffice kann auch weiterhin angeboten werden, eine Pflicht wie noch im letzten Winter besteht jedoch nicht.

Wie verhalte ich mich bei einer Corona-Infektion?

Auch wenn Gesundheitsminister Lucha sie gerne loswerden möchte, hält die Bundesregierung an der Isolationspflicht fest. Fällt der Corona-Test positiv aus, muss man sich fünf Tage lang absondern. Auf diese Weise sollen weitere Ansteckungen verhindert werden.

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Gibt es Entschädigung, wenn ich wegen Corona nicht arbeiten kann?

Der Anspruch besteht auch weiterhin - die Regeln wurden in Baden-Württemberg allerdings verschärft. Künftig erhalten nur noch Menschen eine Entschädigung, die drei Corona-Impfungen oder zwei Impfungen plus eine Coronainfektion nachweisen können.

Gibt es nicht neue Corona-Impfstoffe?

Doch. Inzwischen sind mehrere an das Virus angepasste Corona-Impfstoffe verfügbar. Von Moderna sowie von BioNTech/Pfizer gibt es einen an die Virusvariante BA.1 angepassten Impfstoff. Seit kurzem ist zudem ein Impfstoff von BioNTech/Pfizer verfügbar, der speziell an die derzeit kursierenden Virusvarianten BA.4 und BA.5 angepasst wurde.

Wie komme ich an einen Impftermin?

Wer sich impfen lassen möchte, kann unter www.impftermin-bw.de nach einem Termin in seiner Nähe suchen und dort auch zwischen den verschiedenen Impfstoffen auswählen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine zweite Auffrischungsimpfung derzeit vor allem Menschen ab 60 Jahren oder mit Vorerkrankungen. Die neuen, angepassten Impfstoffe sollen laut STIKO bevorzugt bei Booster-Impfungen zum Einsatz kommen. Eine Grundimmunisierung mit in der Regel zwei Impfungen haben 74 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg erhalten. Über eine erste Booster-Impfung verfügen bislang 61 Prozent.

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