Ein Mundschutz liegt in der Schule auf dem Tisch  (Foto: dpa Bildfunk, Marijan Murat)

Neue Verordnung am Montag in BW geplant

Delta-Variante breitet sich aus - Maskenpflicht an Schulen könnte zurückkehren

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Die Corona-Lage im Land entspannt sich weiter, doch die Delta-Variante breitet sich aus. Ab kommender Woche soll es weitere Lockerungen geben. Bei der Maskenpflicht an Schulen könnte allerdings wieder verschärft werden.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg sinkt weiter - sollten die Infektionszahlen aber wieder steigen, will die Landesregierung die Maskenpflicht an Schulen erneut einführen. Das kündigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag an. "Wenn der Abschwung gebrochen ist, müssen wir wahrscheinlich speziell bei der Maskenpflicht in Schulen das wieder ändern", sagte er.

Schülerinnen und Schüler können seit Montag an in Baden-Württemberg größtenteils auf eine Maske verzichten. Wenn die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region unter 35 liegt und es zwei Wochen an der Schule keinen Corona-Fall gab, wird die Maskenpflicht in Klassenräumen aufgehoben. Außerhalb der Unterrichtsräume, also zum Beispiel auf Fluren, müssen Schüler und Lehrer aber weiterhin Masken tragen. Die Bildungsgewerkschaft GEW hält die Aufhebung der Maskenpflicht in den Klassenräumen für voreilig und gefährlich. Kretschmann räumte ein, dass man vor allem die Ausbreitung der Delta-Variante beobachten müsse.

Delta-Variante des Coronavirus breitet sich rasant aus

Die Delta-Variante, die zum ersten Mal in Indien nachgewiesen wurde, breitet sich in Baden-Württemberg aus. Laut Landesgesundheitsamt liegt die Ausbreitung aktuell bei 8,99 Prozent (Stand: 22.6., 16 Uhr). Anfang Juni hatte sie noch bei 2,74 Prozent gelegen. Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) sagte, mittlerweile gebe es in 18 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg bestätigte Fälle der Delta-Variante. Durch die engmaschige Nachverfolgung, die Quarantäne-Maßnahmen und Vollsequenzierung sei die Landesregierung laut Lucha ganz nah am Geschehen. Das Entscheidende sei, keine Infektionsketten aufkommen zu lassen.

Die ausschlaggebende Frage für weitere Maßnahmen sei jedoch weiterhin, wie hoch die Inzidenzen seien, sagte Kretschmann. "Niedrige Inzidenzen sind niedrige Inzidenzen, ob die Variante ansteckender ist oder nicht. Das ist der entscheidende Zusammenhang", so der Ministerpräsident. Solange die Inzidenzen weiterhin sinken oder stabil bleiben, gebe es keinen Anlass für Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Aktuell liegt die landesweite Inzidenz in Baden-Württemberg bei 10,4 (Stand: 22.6., 16 Uhr), vor einer Woche hatte sie noch bei 18,8 gelegen.

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Ob es nach den Sommerferien wieder schärfere Maßnahmen an den Schulen geben könnte, ließ Kretschmann offen. Dafür sei es noch zu früh, außerdem sei Baden-Württemberg mit den späten Sommerferien zunächst in einer komfortablen Lage. Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) hatte am Montag gesagt, dass man erneute Schutzmaßnahme im kommenden Schuljahr nicht ausschließen könne.

Lockerungen bei Inzidenzen unter 10 geplant

Grundsätzlich stellt die Landesregierung weitere Lockerungen in Aussicht. Ab kommenden Montag soll eine neue Verordnung in Kraft treten, die sich an vier Stufen orientiert: Inzidenzen unter 10, zwischen 10 und 35, 35 und 50 und 50 bis 100 (über 100 tritt die Bundesnotbremse in Kraft). Laut Lucha ist die neue Verordnung nach verschiedenen Lebensbereichen strukturiert und deutlich straffer gehalten als die bisherigen Verordnungen. Details den Regelungen seien noch in der Abstimmung.

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