Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19-Impfstoff von BiontechPfizer für eine Impfung auf eine Spritze. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sven Hoppe)

Diskussion um Booster-Impfungen

Coronavirus: Ärztepräsident in BW sieht Verunsicherung bei der Bevölkerung

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Baden-Württembergs Landesärztekammer-Präsident kritisiert die Diskussion um Booster-Impfungen. Experten und Politik würden unterschiedliche Aussagen treffen - das verunsichere.

Der Präsident der baden-württembergischen Landesärztekammer, Wolfgang Miller, sieht bei den Booster-Impfungen gegen Corona eine Verunsicherung der Bevölkerung, "weil wir von verschiedenen Stellen verschiedene Aussagen bekommen".

Im SWR kritisierte Miller gegensätzliche Meinungsäußerungen in Politik und Ärzteschaft. Eine Wiederöffnung der Impfzentren ist für Miller keine Option: "Die Impfzentren würden das Problem im Moment nicht lösen." Richtig sei es, weiter auf die Impfkapazitäten der Arztpraxen zu setzen.

Ärztepräsident rät zu niederschwelligen Impf-Angeboten

Laut Miller haben in der vergangenen Woche in Baden-Württemberg rund 3.700 Arztpraxen etwa 100.000 Impfungen verabreicht. Da sei "ein Vielfaches drin", so Miller mit Blick auf das Potential der Impfangebote in den Praxen. Für die vierte Welle rät er dazu, die Möglichkeiten der Ärzte mit niederschwelligen Angeboten zu kombinieren.

Zugleich lobte Miller die Impfbusse, die das Land in Zukunft verstärkt einsetzen will. Diese seien "ein guter Kompromiss", so der Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg. In der Planung sei zudem eine weiter Impfaktionswoche für Ende November, darüber sei die Landesärztekammer im Gespräch mit dem Gesundheitsministerium. Allerdings bedürfe es dafür noch weiterer Vorbereitungen wie einer rechtzeitigen Bestellung von Impfstoff.

Booster-Impfungen: Was ist der Plan in Baden-Württemberg?

Angesichts steigender Inzidenzzahlen und der erforderlichen Booster-Impfungen will Baden-Württemberg die Zahl der mobilen Impfteams erhöhen. Das Land wolle jetzt schnell reagieren, hatte das Gesundheitsministerium in Stuttgart mitgeteilt. Deshalb sei der Wiederaufbau von Impfzentren momentan nicht das richtige Mittel. Das würde lange dauern und sei zudem sehr teuer.

Stattdessen will das Land die Zahl der mobilen Impfteams von 30 auf 80 erhöhen. Das bedeutet mehr Impfbusse und mehr kommunale Angebote wie zum Beispiel Impftermine in Gemeindehallen. Laut Gesundheitsministerium sollen damit die niedergelassenen Ärzte entlastet werden. Allerdings betonte eine Sprecherin am Dienstag: Die Hausärzte hätten bei der Booster-Impfung eine Schlüsselstellung. Es dürfe nicht sein, dass manche sich weigern würden, zu impfen. Da sei auch die Kassenärztliche Vereinigung gefordert, denn die Ärzte hätten einen Versorgungsauftrag.

Der frühere Leiter des Impfzentrums Ulm, Bernd Kühlmuß, hatte am Dienstag im SWR erklärt, der Wiederaufbau der Impfzentren sei schwierig. Allerdings sei das Nachdenken darüber naheliegend. Angesichts steigender Inzidenzen und der zu erwartenden Drittimpfungen.

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