Eine Mitarbeiterin eines Cafés bedient die Kaffeemaschine während im Vordergrund ein kleines Schild mit der Aufforderung zum Hinterlassen von Daten für die Kontaktverfolgung steht. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth; Symbolbild)

Persönliche Daten werden trotzdem weiter erfasst

Corona-Strategie: Baden-Württemberg will auf massenhafte Kontaktverfolgung verzichten

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In Baden-Württemberg sollen die Gesundheitsämter nicht mehr alle Kontakte nachverfolgen müssen. Einen Verzicht auf die Luca-App und die persönlichen Daten wie in NRW soll es aber nicht geben.

Nach Nordrhein-Westfalen plant auch Baden-Württemberg, künftig auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen zu verzichten. Demnach sollen die Gesundheitsämter nicht mehr bei jeder Corona-Erkrankung die Kontakte - etwa in Kinos oder Gaststätten - nachverfolgen müssen.

Das Gesundheitsministerium in Stuttgart bestätigte dem SWR am Mittwoch einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach das Land hier einen Strategiewechsel vorbereite. Der Landkreiskreistag mahnte eine schnelle Entlastung der Gesundheitsämter an.

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Ministerium: Strategiewechsel dank immer mehr Corona-Impfungen möglich

Die Lage habe sich insofern geändert, "als dass es eine zunehmende Zahl von Geimpften und Genesenen gibt", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel - auch wenn er oder sie Kontaktperson ist - nicht in Quarantäne." Künftig sei das Ziel: "Wir wollen die Kräfte auf eine intelligente Schwerpunktnachverfolgung von herausragenden Ereignissen konzentrieren." Das könnten zum Beispiel Veranstaltungen sein, bei denen besonders viele Besucher waren.

Der Strategiewechsel geschehe auch vor dem Hintergrund, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bald in einen Bereich komme, in dem die Kontaktnachverfolgung für jede Einzelperson mit den vorhandenen personellen Ressourcen auch nicht mehr umsetzbar sei. In über der Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg lag die Inzidenz zuletzt über 50. Schon vor zehn Tagen hatte sich Baden-Württemberg von der Sieben-Tage-Inzidenz als Gradmesser für Einschränkungen verabschiedet. Sofern die Krankenhäuser noch genug Platz für Corona-Patienten haben, sind keine größeren Beschränkungen mehr geplant.

Verordnung zur Kontaktverfolgung soll aktualisiert werden

Der Sprecher erläuterte zur Kontaktverfolgung, man bereite eine Aktualisierung der entsprechenden Verordnung vor. Wenn das Konzept fertig sei, werde sich die Landesregierung in einer ihrer nächsten Sitzungen in den kommenden Wochen damit beschäftigen. Ziel solle sein, "die Pandemie gezielt einzudämmen und gleichzeitig besonders vulnerable Gruppen zu schützen". Klar sei aber auch: "Eine Absonderungspflicht ist weiterhin vorgesehen für nicht geimpfte oder genesene Haushaltsangehörige."

Baden-Württemberg hält an Luca-App und Datenerfassung fest

In Nordrhein-Westfalen müssen Besucher von Kneipen oder Restaurants seit Freitag keine Daten mehr hinterlegen. Baden-Württemberg will nach Angaben des Gesundheitsministeriums aber daran festhalten, dass etwa die Besucher von Gaststätten, Kinos oder Museen ihre persönlichen Daten hinterlegen müssen, etwa mit Hilfe der Luca-App oder handschriftlich.

Alexis von Komorowski vom Landkreistag drängte die Regierung zur Eile. "Unseres Erachtens muss die Kontaktpersonen-Nachverfolgung herkömmlicher Prägung sehr kurzfristig beendet werden, damit die Gesundheitsämter wieder verstärkt ihren in den letzten Monaten zurückgestellten Aufgaben etwa im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit, der medizinischen Begutachtungen und der Trinkwasserüberwachung nachgehen können."

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