Ein Schild am Eingang weist auf die 2G-Regel hin. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Vanessa Reiber)

Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte

"Alarmstufe" in Baden-Württemberg: Diese Corona-Regeln gelten ab sofort

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In Baden-Württemberg gilt seit 17. November die "Alarmstufe" mit weiteren Einschränkungen für Ungeimpfte. Hier die wichtigsten Änderungen bei den Corona-Maßnahmen im Überblick.

Was bedeutet die "Alarmstufe" konkret?

Viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind in der "Alarmstufe" nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich - zum Beispiel Kinos, Museen und Theater oder Fitnessstudios und Schwimmbäder. Auch im Restaurant oder Café reicht in Innenräumen ein Corona-Test nicht mehr aus. Im Freien gilt 3G mit PCR-Test. Für die Übernachtung im Hotel müssen Ungeimpfte einen PCR-Test vorlegen. Beim Friseur oder im Nagelstudio gilt in der "Alarmstufe" ebenfalls 3G mit PCR-Test.

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Für den Einzelhandel, der nicht der Grundversorgung dient, ist ebenso die 3G-Regel vorgeschrieben. Hier ist jedoch ein negativer Antigen-Schnelltest ausreichend. Bei Geschäften, die die Grundversorgung abdecken - wie etwa Supermärkte - gibt es auch in der "Alarmstufe" keine zusätzlichen Beschränkungen. 

Ausnahmen gelten außerdem für öffentliche Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn und für Veranstaltungen der Kirchen, Religions- und Glaubensgemeinschaften - also etwa Gottesdienste.

Kinder bis einschließlich fünf Jahre und Kinder, die noch nicht eingeschult sind, sind generell in allen Stufen von der Testpflicht beziehungsweise dem Zutritts- und Teilnahmeverbot ausgenommen. Schülerinnen und Schüler sind in der "Alarmstufe" ebenfalls von 2G ausgenommen.

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Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte verschärft

Für Menschen, die nicht gegen das Coronavirus geimpft sind, werden in der "Alarmstufe" die Kontaktbeschränkungen verschärft. Treffen sind dann nur noch für einen Haushalt und für eine weitere Person erlaubt. Ausgenommen davon sind Geimpfte, Genesene und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammen leben, gelten als ein Haushalt.

Maskenpflicht im Unterricht

Mit der "Alarmstufe" gilt in den Schulen in Baden-Württemberg auch wieder die Maskenpflicht am Platz. Für schulische Veranstaltungen außerhalb des Schulgeländes wie zum Beispiel Museums- oder Theaterbesuche gelten die Bestimmungen der Corona-Verordnung des Landes.

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Auswirkungen auf den Sport

Die Landesregierung unterscheidet für den Breiten- und Amateursport zwischen zwei Bereichen: dem Trainings- und Übungsbetrieb und dem Wettkampfbetrieb. In geschlossenen Räumen dürfen nur noch Geimpfte und Genesene (2G) trainieren. Im Freien können Ungeimpfte durch Vorlage eines negativen PCR-Tests am Trainings- und Übungsbetrieb teilnehmen. Joggen bleibt bis auf weiteres ohne jede Einschränkung möglich, solange es nicht in großen Gruppen geschieht.

Bei Wettkämpfen gilt für die Zuschauerinnen und Zuschauer die 2G-Regel, egal ob in Innenräumen oder im Freien. Für Sportlerinnen und Sportler gilt in geschlossenen Räumen ebenfalls die 2G-Regelung, im Freien können Ungeimpfte einen negativen PCR-Test vorlegen.

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Auswirkungen auf Weihnachtsmärkte

Einige Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, dass es in diesem Jahr wieder einen Weihnachtsmarkt geben soll. In der "Alarmstufe" gilt für die Besucherinnen und Besucher dieser Märkte die 2G-Pflicht. Wer zum Beispiel eine Bratwurst essen oder einen Glühwein trinken möchte, muss einen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorlegen (2G-Regel). Für den Besuch von Verkaufsständen, die ausschließlich Waren und Lebensmittel anbieten, die nicht zum sofortigen Verzehr gedacht sind, ist ein Impf-, Genesenen- oder Testnachweis nicht erforderlich. Das heißt, auch Ungeimpfte können auf dem Weihnachtsmarkt einkaufen.

2G auch in anderen Bundesländern

Auch andere Bundesländer setzen im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf die 2G-Regel. In Sachsen gilt sie bereits - das Land hat als erstes Flächenland eine umfassende Regelung umgesetzt. Der Berliner Senat beschloss ebenfalls umfangreiche 2G-Regeln. In Bayern gilt weitgehend, aber nicht flächendeckend, die 2G-Regelung. Hamburg hat das 2G-Optionsmodell bereits im August für sogenannte Publikumseinrichtungen wie Restaurants, Bars, Kinos oder Theater eingeführt. Später kamen der Einzelhandel und körpernahe Dienstleistungen wie Friseure hinzu. Auch das Saarland dürfte bald 2G-Beschränkungen im Innenbereich haben. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) kündigte am Montag (15.11.) an, das im Ministerrat vorschlagen zu wollen.

Darüber hinaus denken auch die Ampelparteien (SPD, FDP und Grüne) über eine bundesweite Vereinheitlichung der schärferen Maßnahmen nach. Am Donnerstag (18.11.) soll der nächste Bund-Länder-Gipfel dazu stattfinden. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte vorab, sie hoffe, dass von dem Treffen ein gemeinsames Zeichen ausgehe, 2G und 2G Plus (Geimpfte und Genesene brauchen zusätzlich einen negativen Test) deutschlandweit zu verabreden.

SPD, FDP und Grüne planen darüber hinaus, im öffentlichen Personenverkehr 3G einzuführen, dann dürften nur Geimpfte, Genesene und Getestete mitfahren. Umfangreiche Kontrollen beim Einsteigen in Busse und Bahnen sind demnach allerdings nicht vorgesehen. Das Einhalten der 3G-Regel im Nah- und Fernverkehr solle lediglich bei Fahrkartenkontrollen mit überprüft werden.

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Diskussion über den Nutzen von 2G

Über Sinn und Nutzen der 2G-Regel wird bereits diskutiert. In Sachsen, dem Bundesland, das derzeit bundesweit die niedrigste Impfquote hat, steigen nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes die Impfzahlen. Das wird unter anderem auf die 2G-Regel zurückgeführt. In Baden-Württemberg nimmt die Nachfrage ebenfalls zu. Vor manchen Impfbussen bilden sich lange Schlangen.

Zugleich gibt es auch kritische Stimmen: So sprach der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit im Deutschlandfunk im Zusammenhang mit 2G von einer "Scheinsicherheit". Er verwies darauf, dass auch geimpfte Menschen sich infizieren und das Virus übertragen könnten - wenn auch seltener als Ungeimpfte. Wirkliche Sicherheit brächten nur Tests, so der Virologe.

Was soll die "Alarmstufe" bringen?

Die "Alarmstufe" soll verhindern, dass das Gesundheitswesen in Baden-Württemberg überfordert wird - insbesondere gilt das für die Intensivstationen im Land. Wenn dort an zwei Tagen hintereinander 390 oder mehr Betten mit Covid-19-Patienten und -Patientinnen belegt waren, werden die Regeln verschärft - Samstag und Sonntag werden dabei nicht mitgezählt. Dasselbe würde gelten, wenn die Hospitalisierungsinzidenz - also die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, die innerhalb einer Woche in eine Klinik eingeliefert werden - an fünf Tagen in Folge den Wert von zwölf überschreitet (auch hier werden Samstag und Sonntag nicht mitgezählt).

BW: Wann ist ein Ende der "Alarmstufe" möglich?

Die verschärften Corona-Maßnahmen in der "Alarmstufe" treten in Baden-Württemberg dann außer Kraft, wenn die Schwellenwerte zwischen Montag und Freitag an fünf Tagen hintereinander unterschritten werden. Das bedeutet, dass dann wieder weniger als 390 Menschen auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden. Oder es müssen weniger als zwölf Menschen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner und Woche wegen Corona in eine Klinik eingeliefert werden. Nach der "Alarmstufe" würden dann wieder die Regeln der "Warnstufe" gelten.

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