Symbolbild der CDU mit Buchstaben, Logo und Themenbild der Partei. (Foto: IMAGO, IMAGO / Political-Moments)

Nach Wahlschlappen

Jung, digital, weiblich - wie die CDU BW in Zukunft wieder Erfolg haben will

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Die CDU in Baden-Württemberg will moderner werden und Menschen stärker an die Parteiarbeit heranführen. Die Partei hat nun die Ergebnisse ihrer Zukunftskommission vorgestellt.

Nur noch rund 24 Prozent bei der Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg und Verluste bei der Bundestagswahl im selben Jahr. Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl sprach von "schmerzhaften Erlebnissen". Dazu ist der Altersdurchschnitt der Parteimitglieder auf etwa 62 Jahre gestiegen.

Um bei Wahlen wieder erfolgreicher zu werden, will die CDU ihre Strukturen entstauben. Dafür soll es mehr Mitbestimmung geben, darunter auch Online-Befragungen und Diskussionsformate, um das Meinungsbild der Mitglieder einzuholen. So will die Partei auch Familie und Beruf besser vereinen können - um dadurch letztlich mehr Frauen zu gewinnen.

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Probemitgliedschaft im Gespräch

CDU-Generalsekretärin Isabell Huber sagte am Donnerstag in Stuttgart: "Es geht darum, die Menschen an die Parteiarbeit heranzuführen." Probemitgliedschaften sollen den Einstieg in die Partei erleichtern. So ist nach den Vorstellungen der Zukunftskommission eine zweijährige kostenlose Mitgliedschaft denkbar. Danach wird man klassisches Mitglied. Die CSU in Bayern hat schon länger so eine Probemitgliedschaft im Angebot.

Darüber hinaus soll es auch eine Online-Mitgliedschaft geben: Online-Mitglieder sollen zwar wie normale Mitglieder ein Rederecht auf Parteiveranstaltungen bekommen, aber kein Stimmrecht erhalten. Auch eine Familienmitgliedschaft wurde von der Kommission vorgeschlagen.

Digitales Umfragetool und Social-Media-Kampagnen geplant

Um die Partei digitaler zu machen, soll es in Zukunft ein digitales Umfragetool geben. Damit könne man schnell und unkompliziert ein Stimmungsbild zu aktuellen Themen einholen, sagte Generalsekretärin Huber.

Ebenso müsse die Sichtbarkeit der CDU erhöht werden. In den sozialen Netzwerken sollen deshalb mehr Kampagnen geschaltet werden. Man müsse zeigen, dass man die Partei sei, die sich mit den unterschiedlichen Lebenslagen befasse, so Huber.

Die Vorschläge der Zukunftskommission sollen nun in einem Leitantrag festgehalten werden, der auf dem Parteitag in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) am 15. Oktober verabschiedet werden soll.

Huber: Wahlen 2021 liefen nicht so wie gewünscht

Die Wahlen im Jahr 2021 seien nicht so gelaufen, "wie wir uns das gewünscht hatten. Für uns war nach diesen Wahlen klar, dass wir den Kopf nicht in den Sand stecken", sagte Huber.

Bei den Landtagswahlen im März 2021 war die CDU mit Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann nur auf 24,1 Prozent gekommen. (2016 auf 27,0 Prozent; 2011 auf 39,0 Prozent). Die CDU ging danach erneut eine Koalition mit den stärkeren Grünen ein. Auch bei der Bundestagswahl im September 2021 erlitt die CDU eine Wahlschlappe: Die Partei machte 8,8 Prozent Verlust, kam auf 24,1 Prozent der Stimmen und sitzt seitdem in der Opposition.

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