STAND

Die Bundes-CDU will ihren neuen Vorsitzenden auf einem Sonderparteitag am 25. April wählen. Der Landesvorsitzende Strobl und Generalsekretär Hagel haben dabei ganz unterschiedliche Vorstellungen.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
18:00 Uhr
Sender
SWR Fernsehen BW

Als ein schlimmes Ergebnis für die CDU hat der baden-württembergische Landes- und Vize-Bundesvorsitzende Thomas Strobl das schlechte Abschneiden seiner Partei bei der Hamburg-Wahl am Sonntag bezeichnet. Über das weitere Vorgehen innerhalb der Partei gibt es unterdessen auch im Land unterschiedliche Vorstellungen. Landesgeneralsekretär Manuel Hagel hat sich klar für Jens Spahn starkgemacht. Der bringe alles mit, um ein toller Parteivorsitzender zu sein.

Strobl setzt für die Besetzung der künftigen Parteiführung auf eine Teamlösung. Am Montagnachmittag betonte er, im Präsidium und im Bundesvorstand sei klar gesagt worden, dass insbesondere Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn Qualitäten aufwiesen, die der CDU gut täten. "Jetzt können wir sie ja nicht in einen Mixer schmeißen und miteinander verquirlen, sondern wir müssen zu einer Formation, zu einer gemeinsamen Aufstellung kommen", so Strobl. Das gestalte sich aber schwierig, weil andere das diskreditierten.

"Im Grunde genommen ist das die wünschenswerte Lösung, und das haben das Präsidium und der Bundesvorstand heute auch, ich möchte sagen, nahezu einstimmig, jedenfalls einvernehmlich so gesehen.“

Thomas Strobl, CDU-Vorsitzender Baden-Württemberg

Persönliche Befindlichkeiten müssten jetzt zurückgestellt werden und dürften keine Rolle spielen, so Strobl. Die CDU nehme sich die Zeit, die nötig sei , um eine "friedliche Lösung" zu erreichen. Neben Merz, Laschet und Spahn habe man ein halbes Dutzend weiterer Interessierter hinzubekommen, so Strobl. "Ich vermute, es werden noch einige mehr werden."

Thomas Strobl (CDU) beim Interview am 24. Februar 2020 in Berlin. (Foto: SWR)
Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl macht sich beim CDU-Bundesvorsitz für eine Teamlösung stark.

Sonderparteitag im April

Ihren neuen Vorsitzenden will die CDU auf einem Sonderparteitag am 25. April in Berlin wählen. Unklar ist weiterhin, ob sich eine Kampfkandidatur um den Vorsitz vermeiden lässt - ein Großteil der Parteispitze würde das bevorzugen. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte, es gehe jetzt darum, die Partei zusammenzuhalten. Die Regierungskrise in Thüringen und der Wahlausgang im Hamburg hätten viele Mitglieder verunsichert.

Oettinger: CDU BW kommt wachsende Rolle zu

Der ehemalige baden-württembergische CDU-Ministerpräsident Günther Oettinger hat unterdessen die Meinung geäußert, dass der CDU Baden-Württemberg im Zuge kommender Wahlen eine wachsende bundespolitische Rolle zukomme. Im Jahr 2021 stehen sowohl die Landtags- als auch die Bundestagswahl an.

Führungskrise bei der CDU Laschet an der Spitze und Spahn als Stellvertreter?

Bis Ende April will die CDU ihre Führungsfrage klären. Neben Norbert Röttgen wollen nun auch Armin Laschet und Friedrich Merz für den Parteivorsitz kandidieren. Spahn will Stellvertreter werden.  mehr...

Nach der Wahl in Hamburg SPD sieht sich im Aufwind, CDU durch Thüringen-Effekt abgestraft

SPD und CDU bewerten das gestrige Ergebnis der Bürgerschaftswahl in Hamburg unterschiedlich. Während sich SPD-Politiker trotz starker Verluste über das Ergebnis ihrer Partei im Stadtstaat freuen, macht die CDU negativ-Einflüsse durch die Vorgänge in Thüringen für das schlechte Abschneiden verantwortlich.  mehr...

Reaktionen auf Hamburg-Wahl CDU-Bundestagsabgeordneter Bareiß fordert Konsequenzen

SPD und Grüne feiern den Wahlsieg. Der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Zollernalbkreis, Thomas Bareiß, fordert Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden seiner Partei in Hamburg.  mehr...

Suche nach einem neuen Parteichef CDU streitet über Mitgliederbefragung - Merkel will sich raushalten

Merz, Röttgen, Spahn und Laschet: Das Schaulaufen möglicher neuer CDU-Chefs ist in vollem Gange. In der Partei könnte jetzt noch ein Streit darüber entstehen, wie ein Nachfolger für Annegret Kramp-Karrenbauer gefunden werden soll.  mehr...

Erster offizieller Kandidat Röttgen will neuer CDU-Vorsitzender werden

Der erste offizielle Kandidat: Der nordrhein-westfälische CDU-Politiker Norbert Röttgen bewirbt sich um den Parteivorsitz. Das hat sein Büro in Berlin mitgeteilt.  mehr...

Norbert Röttgen kandidiert für CDU-Vorsitz. Ein Kommentar Norbert…wer?

Der erste offizielle Kandidat für den CDU-Parteivorsitz, Norbert Röttgen, ist chancenlos, meint Martin Rupps. Röttgen will Angela Merkel ärgern und Minister in einem Nach-Merkel-Kabinett werden.  mehr...

STAND
AUTOR/IN