Ein Mitarbeiter verarbeitet Corona-Proben in einem Labor. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/KEYSTONE | Michael Buholzer (Symbolbild))

Kliniken, Rettungsdienste, Feuerwehren rüsten sich gegen Ausfälle

Mehr Omikron-Fälle in Baden-Württemberg: Wie sich die kritische Infrastruktur vorbereitet

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Die Zahl der Omikron-Fälle ist in Baden-Württemberg binnen einer Woche auf mehr als das Sechsfache gestiegen. Die kritische Infrastruktur im Land bereitet sich auf personelle Engpässe vor.

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Wie das Landesgesundheitsamt (LGA) am Sonntag in Stuttgart mitteilte, wurden bisher 980 Fälle der Omikron-Variante (B.1.1.529) aus Baden-Württemberg an die Behörde übermittelt - das waren 125 mehr als am Vortag. Vor einer Woche waren es noch 157 Fälle. Würden die Zahlen in diesem Tempo weiter steigen, gäbe es in zwei Wochen mehr als 30.000 Omikron-Fälle allein in Baden-Württemberg.

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Oberster Katastrophenschützer sieht Deutschland auf Omikron-Welle "gut vorbereitet"

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster aus Weil am Rhein (Kreis Lörrach), sieht Deutschland auf die Welle mit der Omikron-Variante gut vorbereitet. Schuster sagte dem SWR, die Pandemiepläne der Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in den Bereichen Gesundheit, Logistik oder IT seien auf dem aktuellen Stand.

Schuster zeigt sich davon überzeugt, dass Bund und Länder in Krisenzeiten noch enger zusammenarbeiten müssen. Ein gemeinsames Kompetenzzentrum "Bevölkerungsschutz" soll voraussichtlich ab nächstem Jahr diese Zusammenarbeit erleichtern.

"Kritische Infrastruktur" bereitet sich auf Engpässe vor

Angesichts der steigenden Omikron-Fälle sind zahlreiche Betriebe der sogenannten kritischen Infrastruktur in Baden-Württemberg in Alarmbereitschaft. Sollten zu viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund einer Infektion mit Omikron ausfallen, könnte es bei Versorgungsleistungen eng werden, so die Befürchtung. Das baden-württembergische Innenministerium hat deshalb Notfallpläne ausgearbeitet, um auf mögliche personelle Engpässe reagieren zu können. Auch Kliniken, Rettungsdienste, Feuerwehren und städtische Betriebe in den Regionen rüsten sich gegen Ausfälle.

Robert-Bosch-Krankenhaus blickt besorgt auf Omikron-Welle

Besorgt blicken Kliniken auf die nahende Omikron-Welle. Mark Dominik Alscher, Chef des Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhauses, befürchtet, dass sich der Betrieb des Krankenhauses bei hohen Infektionszahlen mit der neuen Corona-Variante nicht mehr aufrecht erhalten lässt. Das läge mit an den strengeren Quarantäne-Bestimmung für Omikron-Fälle von 14 Tagen, die auch für Kontaktpersonen gelten. "Da haben wir so ein bisschen die Befürchtung, dass uns da die qualifizierten Fachkräfte zurückgehen und fehlen werden", sagte Alscher dem SWR. Vom Robert Koch-Institut gebe es jedoch Signale, dass sich Beschäftigte im Gesundheitswesen früher freitesten könnten.

Stuttgart

Robert-Bosch-Krankenhaus vor fünfter Corona-Welle Omikron in Stuttgart: RBK-Chef sieht Krankenhaus-Betrieb gefährdet

Die Corona-Inzidenzen sinken. Das sei aber kein Grund zum Aufatmen, sagt RBK-Chef Alscher. Er sieht erste Hinweise auf die Omikron-Welle und befürchtet eine besonders angespannte Lage.  mehr...

Die Feuerwehren Stuttgart und Ludwigsburg sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen bereiten sich auf Personalausfälle vor:

Region Stuttgart

Manche Mitarbeitende dürfen nicht mehr Bus oder Bahn fahren Kritische Infrastruktur in der Region Stuttgart bereitet sich auf Omikron vor

Sind die Feuerwehren in Stuttgart und Ludwigsburg auf die Corona-Variante Omikron vorbereitet? Wie sieht es bei der Müllabfuhr in Böblingen aus? Welche Maßnahmen ergreifen sie?  mehr...

Bodenseeregion: Kliniken arbeiten mit Gruppentrennung

Zudem haben die Kliniken vorsorglich ihre Schichtpläne angepasst, etwa wie beim Medizin Campus Bodensee, zu dem die Kliniken in Friedrichshafen und Tettnang gehören. Dabei geht es unter anderem auch um das Thema "Gruppentrennung", also Dienstzeiten und Dienstpläne so zu gestalten, dass sich Beschäftigte unterschiedlicher Schichten nicht begegnen und gegenseitig anstecken, erklärte Pflegedirektor Andreas Stübner aus dem Klinikum Friedrichshafen.

Friedrichshafen

Kritische Infrastruktur Wie sich die Bodenseeregion auf Omikron vorbereitet

Kliniken, Feuerwehren und städtische Betriebe in der Bodenseeregion bereiten sich auf mögliche personelle Engpässe durch Omikron vor. Denn die Versorgung muss trotzdem funktionieren.  mehr...

Südbaden: Zusätzliches Personal für Intensivstationen ausgebildet

In Südbaden sieht man sich gut vorbereitet auf eine mögliche Omikron-Welle. So haben die Lörracher Kreiskliniken extra Personal ausgebildet, das auf der Intensivstation aushelfen kann, falls Intensivpfleger ausfallen sollten. Klinik-Geschäftsführerin Kathrin Knelange verweist auf einen Eskalationsplan mit Luft nach oben. Er ist für den Fall gedacht, dass viele Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter gleichzeitig an Corona erkranken.

Weil am Rhein

Omikron-Welle wird auch in Südbaden erwartet Feuerwehr, Krankenhäuser und Versorger sind gut vorbereitet

Die sogenannte "kritische Infrastruktur" in der Region rüstet sich für die Omikron-Welle. Damit sind südbadische Kliniken, Energieversorger, Polizei und Feuerwehr gemeint.  mehr...

Rhein-Neckar-Raum: Im Notfall mit Zwölf-Stunden-Schicht

Ähnlich geht man beim Energie- und Wasserversorger aus Mannheim und Heidelberg vor. Auch dort wurden Bereitschaftspläne so angepasst, dass Abteilungen voneinander isoliert arbeiten, um die Kontakte zwischen den Mitarbeitenden auf das Minimum zu reduzieren. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung (EBS) der Stadt Mannheim schickt zusätzlich ab dem 10. Januar ein Viertel der Belegschaft in eine vorsorgliche Quarantäne.

"Wenn sich jemand von den arbeitenden Teams infiziert, wird das Team nach Hause geschickt und wir können auf das Team in Quarantäne zurückgreifen."

Sollten dennoch viele Mitarbeitende ausfallen, könne der Dreischicht- in einen Zweischichtbetrieb umgestellt werden. Die Schichten sollen sich dann von acht auf zwölf Stunden verlängern, so Mauritz.

Mannheim

Notfallpläne im Rhein-Neckar-Raum Kritische Infrastruktur auf mögliche Omikron-Welle vorbereitet

Experten warnen, dass sich die neue Variante des Corona-Virus Omikron auch in Deutschland massiv ausbreiten könnte. Im Rhein-Neckar-Raum sind die Bereiche der kritischen Infrastruktur darauf vorbereitet, heißt es.  mehr...

Heilbronn-Franken: Feuerwehr setzt auf "Nachbarschaftshilfe"

In der Region Heilbronn-Franken setzt die Feuerwehr wie in anderen Regionen auch auf "Nachbarschaftshilfe und überörtliche Unterstützung". Bislang sei eine gute Versorgung noch sichergestellt, so Kreisbrandmeister Bernd Halter. Sollte es allerdings wegen Omikron personell eng werden, greife man auf Personal und Material anderer Kommunen zurück.

Heilbronn-Franken

Heilbronn-Franken wappnet sich gegen fünfte Welle Expertenrat befürchtet Ausfälle: Wie sich die kritische Infrastruktur auf Omikron vorbereitet

In Heilbronn-Franken bereiten sich Krankenhäuser, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Telekommunikation, Strom- und Wasserversorgung & Co. auf die Omikron-Variante vor. Diese Institutionen sieht der Expertenrat der Bundesregierung in Gefahr.  mehr...

Tübingen und Reutlingen: Strengere Regeln bei städtischen Werken

Um Arbeitsausfälle so gering wie möglich zu halten, hat das Landratsamt Reutlingen bei der Straßenmeisterei nochmals strengere Hygieneregeln eingeführt: Beispielsweise sind nun die Duschen gesperrt und weniger Mitarbeitende in Gemeinschaftsräumen erlaubt. Bei den Tübinger Stadtwerken reagiert man mit kleineren Teams auf Omikron. "Wir wollen Begegnungen vermeiden", so Ulrich Schermaul von den Stadtwerken. Ähnlich verfahre man beim öffentlichen Nahverkehr.

Reutlingen

Sorge vor zahlreichen Arbeitsausfällen Notfallpläne wegen Omikron in den Kreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb

Omikron breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. Rund 350 Fälle sind bisher bekannt. In der Region wappnet man sich gegen die neue Corona-Variante mit Notfallplänen.  mehr...

#Inzidenz weiter rückläufig

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist derweil erneut leicht gesunken. Laut Landesgesundheitsamt liegt der Wert bei 212,4 (Stand: 16 Uhr). Am Vortag wurde die Inzidenz noch mit 222,0 angegeben. Es wurden 1.996 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Es gab 55 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona.

Auch wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg derzeit sinkt, ist die Landesregierung wegen der Omikron-Variante besorgt. Nach Weihnachten werden deshalb die Corona-Regeln verschärft - auch, um große Partys zu Silvester zu vermeiden. Das hat das Staatsministerium am Donnerstagabend mitgeteilt. Ab dem 27. Dezember gelten darum strengere Vorschriften:

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Auch Zahl der Intensivpatienten sinkt

Die Zahl der Corona-Intensivpatientinnen und -Intensivpatienten in Baden-Württemberg ist um elf Fälle zurückgegangen und liegt bei 562.

Noch können die Mitarbeitenden auf der Intensivstation in Freiburg alle Corona-Patientinnen und -Patienten versorgen. Doch sollte die Zahl durch die Omikron-Variante weiter stark ansteigen, könnte sich das bald ändern:

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Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass die Infektionslage über die Feiertage und den Jahreswechsel unvollständig in Meldedaten abgebildet wird. Dies sei etwa durch Urlaube, geschlossene Arztpraxen, weniger Tests und entsprechend auch weniger Erreger-Nachweise zu erklären, teilte das Institut mit.

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