Klassenzimmer (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Soeren Stache)

175 neue Studienplätze

Lehrermangel in BW: Neuer Studiengang für Sonderpädagogik in Freiburg

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In Baden-Württemberg fehlt es an Lehrern - vor allem im Bereich Sonderpädagogik. Die Landesregierung will deshalb einen neuen Studiengang an der PH Freiburg schaffen.

Im Kampf gegen den massiven Lehrermangel will Baden-Württemberg künftig deutlich mehr Sonderpädagoginnen und -pädagogen ausbilden. Das hat die Landesregierung am Dienstag beschlossen. An der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg soll demnach der Studiengang Sonderpädagogik neu geschaffen werden.

Ab dem Wintersemester 2023/24 sollen in Freiburg jährlich 175 Lehramtsstudentinnen und -studenten ausgebildet werden. Zusammen mit den beiden bisherigen PH-Standorten im Land - Heidelberg und Ludwigsburg - werden dann laut Landesregierung insgesamt 695 Studienanfängerplätze zur Verfügung stehen.

Wissenschaftsministerin: Attraktives Angebot

Die Entscheidung für Freiburg liege auch darin begründet, dass es in Südbaden besonderen Mangel an Lehrkräften gebe, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) räumte aber auch ein, dass es schwierig werde, bis zum Wintersemester 2023/24 genügend Dozentinnen und Dozenten für den neuen Studiengang zu finden. Dies sei ein "heikler Punkt", so Bauer. Die Landesregierung will nun gemeinsam mit der PH Freiburg die erforderlichen weiteren Schritte zur Einrichtung des neuen in Angriff nehmen.

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Zwölf Prozent der Stellen nicht besetzt

Hintergrund für den hohen Bedarf an Sonderpädagoginnen und -pädagogen ist unter anderem, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Aber auch an sogenannten Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) fehlen den Angaben zufolge Lehrkräfte.

Zu Beginn des laufenden Schuljahres seien zwölf Prozent der Stellen an SBBZ nicht besetzt gewesen, sagte die Landeschefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Monika Stein. Weitere zehn Prozent seien mit Personen ohne ausreichende Qualifizierung besetzt worden.

Zahl der Studienplätze schon mehrfach ausgebaut

Zusätzlich zu den neuen Studienplätzen will die Landesregierung nach eigenen Angaben auch kurzfristig für mehr Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen an den Schulen sorgen. Dafür seien bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, so Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne). Beispielsweise die Entfristung von Vertretungslehrkräften, die sich bewährt haben.

In der Vergangenheit hat die Landesregierung nach eigenen Angaben die Zahl der Studienanfängerplätze im Fach Sonderpädagogik bereits stark ausgebaut. Von 320 Plätzen im Studienjahr 2013/14 sei das Angebot in mehreren Schritten auf 520 im Studienjahr 2016/17 erhöht worden. Da jedoch der Bedarf an Lehrkräften weiter gestiegen sei, reiche die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber nicht aus, um den Einstellungsbedarf zu decken, hieß es.

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