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Das baden-württembergische Sozialministerium hat zwölf weitere Unternehmen ausgewählt. Dort beginnen Betriebsärzte mit den Corona-Impfungen. Die Aktion soll als Modellprojekt im Mai starten.

Die Landesregierung weitet die Modellprojekte zum Impfen der Betriebsärzte aus. Ab Mitte Mai sollen zwölf weitere Unternehmen in Baden-Württemberg einen Teil ihrer Beschäftigten gegen Corona impfen lassen können, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte.

Betriebe der kritischen Infrastruktur beginnen mit den Impfungen

Aus jedem der Bezirke der Industrie- und Handelskammer (IHK) im Land sei eine Firma ausgewählt worden. Alle zählen zur kritischen Infrastruktur. Sie sind also wichtig für die Versorgung mit wichtigen Gütern. Arzneimittelhersteller und Energieunternehmen sind genauso darunter wie eine Großbäckerei und der Flughafen Stuttgart. Die Betriebe sollen abhängig von ihrer Größe bis zu 1.000 Impfdosen von einem nahe gelegenen Impfzentrum und damit aus dem Kontingent des Landes erhalten.

Und das sind die zwölf ausgewählten Unternehmen:

  • Bäckerei Heitzmann GmbH & Co. KG (Lebensmittelversorgung), Bad Krozingen
  • Carl Zeiss AG (Medizintechnik), Oberkochen/Aalen
  • Marbach-Gruppe: Karl Marbach GmbH & Co. KG und Marbach Werkzeugbau GmbH (Intakthaltung der Lieferketten zur Versorgung mit Lebensmitteln, Arzneimitteln und sonstigen Gütern des täglichen Bedarfs), Heilbronn
  • Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG (Energieversorgung), Karlsruhe
  • Endress+Hauser SE+CO. KG (Erhaltung der Lieferketten zur Versorgung mit Lebensmitteln, Arzneimitteln, Wasser, Energie und weiteren lebensnotwendigen Gütern), Maulburg
  • MVV Energie AG (Energieversorgung), Mannheim
  • J.Schmalz GmbH (Pharmazeutische Produkte für Lebensmittel- und Verpackungsindustrie u.a. COVID-19-Impfstoffampullen sowie Impfstoffgebinden mit Trockeneis), Glatten
  • Erbe Elektromedizin GmbH (Medizinische Versorgung von Kliniken und Arztpraxen mit lebenserhaltenden Medizinprodukten und Verbrauchsgüter), Tübingen / Rangendingen
  • Flughafen Stuttgart GmbH (Transport und Logistik in allen Bereichen, Intakthaltung globaler Lieferketten), Stuttgart
  • Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co KG (Arzneimittel und Medizinprodukte), Biberach an der Riß
  • Aesculap AG (Medizintechnik), Tuttlingen
  • Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co.KG (Arzneimittel und Medizinprodukte), Ravensburg
Baden-Württemberg

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Damit werden nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft, die ohnehin bereits einen Anspruch auf die Corona-Schutzimpfung haben. Noch fehle der Impfstoff, um Betriebsärzte flächendeckend in die Impfkampagne einzubinden, sagt Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne). Im Juni könne sich das ändern.

Gesundheitsminister Lucha: Verschiedene Branchen und Unternehmen sollen Erfahrungen sammeln

"Natürlich fiel die Auswahl der Unternehmen sehr schwer", teilte Gesundheitsminister Lucha zu der Entscheidung mit. "Wichtig war uns vor allem, dass wir verschiedene Branchen und Unternehmen im ganzen Land berücksichtigen, so dass die Erfahrungen aus den Modellprojekten möglichst vielfältig und in der Fläche vorhanden sind." Minister Lucha erneuerte zudem seine Forderung an den Bund, offene Fragen zur Bestellung der Impfdosen durch die Unternehmen beim Pharmagroßhandel sowie bei der Abrechnung über die Kassenärztlichen Vereinigungen zu klären.

Impfen bei Hausärzten, in Impfzentren und Betrieben

Die Impfungen in Betrieben seien die dritte Säule der Immunisierung gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg, so Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart. "Aus Sicht der Unternehmen ist der Erfolg der Impfkampagne im Land von existenzieller Bedeutung, um aus dem Lockdown herauszukommen." Nur mit ihnen könne es gelingen, bis zum Sommer allen, die es wollen, ein Impfangebot zu machen. "Deshalb wäre es aus Sicht der Unternehmen wichtig, dass vielleicht schon früher als erst im Juni die Beschäftigten der kritischen Infrastruktur im Betrieb selbst geimpft werden können", so Schmalzl.

Lieferprognosen schwierig

Die niedergelassenen Ärzte und Betriebsärzte erhielten ab Anfang Juni wöchentlich voraussichtlich rund drei Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech, hieß es vom Ministerium. Für die anderen Impfstoffe gebe es noch keine Lieferprognosen. Damit können vermutlich ab Anfang Juni die Firmen flächendeckend mit der Impfung ihrer Belegschaft beginnen.

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