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Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des SWR halten es zwei Drittel der Baden-Württemberger für richtig, die Schulen schrittweise wieder zu öffnen. Noch ist völlig unklar, wann ein geregelter Schulbetrieb wieder möglich ist.

Ab dem 4. Mai soll der Schulbetrieb im Land schrittweise wieder aufgenommen werden. Diese stufenweise Rückkehr halten zwei Drittel der Baden-Württemberger (66 Prozent) für richtig. Ein Drittel teilt diese Auffassung nicht: 13 Prozent sprechen sich für eine schnellere Öffnung der Schulen aus, ein Fünftel (19 Prozent) dagegen für eine weitere Schließung. Das ist das Ergebnis des aktuellen BW-Trends.

Schulen dicht, nur Notbetreuung

Für die meisten Familien ist es nun schon die siebte Woche ohne Schule, ohne Kita, ohne Kinderbetreuung und meist ohne Hilfe der Großeltern. Sämtliche Schulen, Kindertageseinrichtungen und Kindergärten in Baden-Württemberg sind seit dem 17. März geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern. Nun beginnt der Schulbetrieb in Baden-Württemberg am Montag, den 4. Mai - allerdings zunächst nur schrittweise und stark eingeschränkt. Die Abschlussklassen sollen starten. Wann beispielsweise die Grundschüler zurückkehren dürfen, ist derzeit völlig offen.

Kein regulärer Unterricht mehr in diesem Schuljahr

Die Kultusministerkonferenz der Länder hatte am Dienstag ein Rahmenkonzept für die Wiederaufnahme von Unterricht an den Schulen vorgelegt. Dies sieht vor, dass alle Schüler bis zu den Sommerferien zumindest zeitweise in die Schulen zurückkehren können. Mit einem regulären Unterricht rechnen die Kultusminister in diesem Schuljahr aber nicht mehr. Über das vorgelegte Konzept berät am Donnerstag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder.

Eisenmann will "langsam machen"

Die baden-württembergische Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte am Dienstag, man werde "langsam machen". Die Schulen in Baden-Württemberg sollen nach den Pfingstferien wieder mehr Unterricht vor Ort organisieren - in kleinen Lerngruppen statt großen Klassen, an weniger Schultagen als sonst und mit Hygieneregeln.

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Mammutaufgabe Hygienevorschriften

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, wertet die Umsetzung der Hygienevorschriften als Herausforderung. Das Ganze sei eine Mammutaufgabe. Die Bedingungen an den Schulen seien sehr unterschiedlich. "Ich hoffe, dass wir diese Kraftanstrengung hinkriegen", sagte der Verbandspräsident am Mittwoch. Er wisse aber, "dass es natürlich vielfach vor Ort große Probleme geben wird".

GEW: "Versprechen der Kultusministerkonferenz sind unrealistisch."

Für die Umsetzung der Regeln hat die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Doro Moritz, mehr Zeit gefordert. Die Schulen würden schon jetzt allein gelassen, wenn kommende Woche die ersten Schüler für ihre Prüfungen wieder zurückkämen. Viele Lehrer gehörten selbst zur Risikogruppe und müssten zu Hause bleiben. Trotzdem solle in Zukunft Unterricht zu Hause und in der Schule gleichzeitig organisiert werden. Da müsse die Politik den Druck rausnehmen und dosiert vorgehen, so Moritz im SWR. Und Matthias Schneider, GEW-Geschäftsführer in Baden-Württemberg, schrieb auf Twitter: "Die Versprechen der Kultusministerkonferenz sind unrealistisch."

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