Eine Besucherin eines Alten- und Pflegeheims wird von einer Pflegerin mit einem Corona-Schnelltest getestet. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Hilferuf aus der Politik

Baden-Württemberg sucht Freiwillige in der Pflege

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Um weiteren Personalmangel zu verhindern, will das Land nun Freiwillige schnell und unbürokratisch in die Pflege integrieren. So soll der Pandemie entgegen gewirkt werden.

Die Landesregierung unterstützt Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser in Baden-Württemberg dabei, Fachpersonal zu suchen, das nicht mehr im aktiven Dienst ist. Das ist eines der Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft Corona (AG Corona), die am Donnerstag unter der Leitung von Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) zusammengetreten ist. Zu der Arbeitsgruppe gehören auch kommunale Landesverbände, Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung, Krankenkassen sowie weitere Expertinnen und Experten.

AG Corona appelliert an Freiwillige

In ihren Ergebnissen ruft die AG Corona Fachkräfte, die nicht mehr im aktiven Dienst sind und "über Kapazitäten verfügen", dringend dazu auf, sich freiwillig zu melden, "um das Gesundheitssystem zusätzlich zu unterstützen". Gemeint sind hiermit Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Studierende mit Fachkenntnissen. Aber auch weitere Freiwillige, die sich engagieren wollen, sollen einfach und unbürokratisch in das Gesundheitssystem integriert werden. Mit dieser Maßnahme soll eine Überlastung des Gesundheitssystems im Land auch während der Ausbreitung der Omikron-Variante verhindert werden.

Plattformen IZ Med und #pflegereserve stehen zur Verfügung

Freiwillige können sich über zwei Plattformen melden. Zum einen über IZ Med der Landesärztekammer und zum anderen über #pflegereserve. Die Plattform #pflegereserve ist eine Initiative mehrerer zivilgesellschaftlicher Gruppen und wurde von der Bertelsmann Stiftung entwickelt, aufgebaut und betreut. Danach übernahm die Bundespflegekammer die Weiterentwicklung der Plattform und mit Beginn des nächsten Jahres ist das Bundesministerium für Gesundheit zuständig.

AG Corona ruft Bevölkerung zur Kontaktbeschränkung auf

Neben der Bitte um freiwillige Unterstützung im Kranken- und Pflegebereich ruft die AG Corona auch dazu auf, die persönlichen Kontakte einzuschränken. Insbesondere gelte dies "für die anstehenden Weihnachtsfeiertage". Als wichtigstes Mittel gegen die Pandemie sieht die AG weiterhin die Impfung. Insbesondere den Auffrischimpfungen käme durch die neue Omikron-Variante eine entscheidende Rolle zu. Laut der AG Corona besteht eine dringende Notwendigkeit, flächendeckend Erst-, Zweit- und Auffrischimpfungen anzubieten, um die Verbreitung des Coronavirus einzugrenzen und den Impfschutz der Bevölkerung weiter auszubauen.

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