Ampullen mit dem Corona Impfstoff von Biontech Comirnaty , AstraZeneca und Moderna stehen im Impfzentrum des Landkreises Harz auf einem Tisch (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Matthias Bein)

Nach Stiko-Empfehlung

Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff für Astrazeneca-Erstgeimpfte in BW

STAND

Die Landesregierung passt ihre Impfkampagne der jüngsten Empfehlung der Ständigen Impfkommission an: Wer Astrazeneca erhalten hat, soll mit Biontech oder Moderna nachgeimpft werden.

Wer ab Samstag zu seinem gebuchten Zweitimpftermin mit Astrazeneca in ein baden-württembergisches Impfzentrum kommt, dem wird laut Mitteilung des Gesundheitsministeriums ein mRNA-Impfstoff angeboten. Allen Erwachsenen, die sich im Juli und August erstmalig mit Astrazeneca impfen lassen, können sich nach mindestens vier Wochen mit Biontech oder Moderna nachimpfen lassen.

"Nach den vorliegenden Studien gehört eine heterologe Impfung zum Besten, was wir derzeit beim Kampf gegen das Coronavirus anbieten können."

Stiko: Immunantwort wird durch Kombi-Impfung verbessert

Erst am Vortag hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) überraschend eine neue Empfehlung für die Corona-Impfung abgegeben: Wer als erste Dosis den Impfstoff von Astrazeneca erhalten hat, soll unabhängig vom Alter mit einem mRNA-Impfstoff, also mit Biontech oder Moderna, nachgeimpft werden. Dabei soll der zeitliche Abstand zwischen den beiden Spritzen auf vier Wochen verkürzt werden.

Der Grund ist laut Stiko, dass die Immunantwort nach dem Verabreichen von zwei verschiedenen Präparaten derjenigen nach zwei Dosen Astrazeneca "deutlich überlegen" ist. Fachleute sprechen von einem heterologen Impfschema. Gerade auch gegen die hochansteckende Delta-Variante sei die Kombi-Impfung am wirksamsten.

Im Warteberich des Impfzentrums Karlsruhe sitzen wenige Menschen (Foto: SWR, Bettina Gall)
In den baden-württembergischen Impfzentren wird den Menschen ab Samstag für die Zweitimpfung ein mRNA-Impfstoff angeboten. Bettina Gall


Nebenwirkungen können stärker ausfallen

Eine britische Studie hat gezeigt, dass vor allem bei kürzeren Impfabständen von nur vier Wochen die Nebenwirkungen der Nachimpfung etwas stärker ausfallen können als nach der zweiten Astrazeneca-Spritze. Von durchaus heftigen Körperreaktionen berichten auch Betroffene. Ins Krankenhaus musste aber keiner der Studienteilnehmer. Auch Ärzte weisen immer wieder darauf hin, dass eine starke Impfreaktion bedeutet, dass der Organismus Antikörper gegen das Coronavirus bildet.

Auch zweifache Astrazeneca-Impfung bietet ausreichend Schutz

Die Sorge, man sei nach zwei Astrazeneca-Impfungen nicht gut genug gegen das Coronavirus geschützt, ist laut Expertinnen und Experten trotz der neuen Stiko-Empfehlung unbegründet. Ein Grund dieser Empfehlung ist die Erkenntnis, dass speziell gegen die Delta-Variante der volle Impfschutz wichtig ist. Die Kombi-Impfung erlaubt eine Verkürzung des Impfabstands. Damit können mehr Menschen in kürzerer Zeit komplett geimpft und die weitere Verbreitung der Delta-Variante vielleicht verhindert werden.

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