Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), Wirtschaftsministerin von Baden-Württemberg, spricht beim Besuch des CyberForum und CyberLab. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Uli Deck - Montage: SWR)

Digitale Angriffe gegen Wirtschaft und Staat

Hoffmeister-Kraut: BW will bei Cyber-Sicherheit mit Israel zusammenarbeiten

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Wirtschaft und Staat geraten zunehmend ins Visier von Cyber-Kriminellen. Israel gilt als weltweit führend bei der IT-Sicherheit. Wie kann Baden-Württemberg davon profitieren?

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) will die Zusammenarbeit mit Israel im Bereich Cyber-Sicherheit ausbauen. Sie hat in Tel Aviv die Wirtschaftsrepräsentanz offiziell eingeweiht und nutzt den Aufenthalt, um Kontakte zur IT-Branche herzustellen. SWR Aktuell hat sie dazu befragt.

SWR Aktuell: Israel ist im Bereich der Cyber-Sicherheit weltweit führend. Hat das Land also früher als andere begriffen, wie wichtig IT-Sicherheit ist?

Nicole Hoffmeister-Kraut: Man muss natürlich die besondere Situation Israels in Betracht ziehen - politisch, aber auch geografisch. Sicherheit ist für dieses Land von herausragender Bedeutung und deshalb überlebenswichtig. Das gilt zunehmend auch für die Cyber-Sicherheit. Deshalb haben in Israel der Staat und auch die Wissenschaft schon früh viel Geld und viele Ressourcen in Forschung und Entwicklung von Cyber-Security investiert. Das kommt auch uns zugute, da wir in Baden-Württemberg enge Kooperationen schon aufgebaut haben.

Was können wir von Israel lernen?

Israel hat eine besondere Mentalität. Die Menschen sind sehr neugierig, sie sind sehr risikofreudig, sehr innovativ. Sie bündeln ihre Kapazitäten in den Schwerpunktbereichen Cyber-Sicherheit und zunehmend auch in den Themen Künstliche Intelligenz und Klimaschutz. Hier fließen viele Ressourcen hinein.

Für uns in Baden-Württemberg ist es entscheidend, dass die Beziehungen intensiviert werden - und zwar mit der Start-up-Szene und unserem Mittelstand. Wir wollen Brücken bauen von Baden-Württemberg nach Israel und zurück. Das ist die Mission, die mich hierhergebracht hat.

Was macht denn eine solche Zusammenarbeit auch wirtschaftlich interessant?

Es werden Institutionen aber auch zunehmend Firmen angegriffen. Das heißt: Cyber-Sicherheit ist auch für unsere Unternehmen ein großes Thema geworden. Wie kann ich mich da aufstellen? Das muss ein Unternehmen auch annehmen und diesbezüglich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sensibilisieren und informieren, wie solche Cyberangriffe erfolgen können.

Was die Technologien angeht, haben wir in Karlsruhe mit dem KIT ein Hub für Cyber-Sicherheitstechnologien mit dem Forschungszentrum Informatik. Hinzu kommt das Cyber-Forum Karlsruhe. Das ist ein Unternehmensnetzwerk, das gerade in der Start-up-Szene ein Zeichen setzt. Dort hat sich auch schon ein Start-up aus Israel aus dem Bereich Cyber-Sicherheit angesiedelt.

Diese Vernetzung und diesen gegenseitigen Austausch des Wissens müssen wir noch weiter forcieren, damit unsere Unternehmen und die Verwaltung davon profitieren können. So können wir uns besser vor Cyber-Angriffen schützen, die ja auch in Zukunft - das können wir jetzt schon absehen - noch weiter zunehmen werden.

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