Infekte, kranke Kinder und dann wird auch noch der Fiebersaft knapp: Gesundheitsminister Lauterbach hatte vor Weihnachten Gegenmaßnahmen angekündigt, nun wird ein erster Schritt getan. Ob er hilf, ist offen.

Arzneimittelknappheit soll vermieden werden

BW will Kinder- und Jugendmedizin für den Winter rüsten

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Im Winter gab es wegen vieler Erkältungskrankheiten bei Kindern und Jugendlichen medizinische Engpässe in BW. In diesem Jahr will sich der Gesundheitsbereich besser vorbereiten.

Baden-Württemberg will sich gegen eine Überlastung der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen vor allem in den Wintermonaten rüsten. Mit Vertretern von Ärzteschaft, Kammern, Verbänden und Apotheken seien bei einer Fachtagung Maßnahmen für den kommenden Herbst und Winter erarbeitet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit.

Bei dem Fachtreffen in Stuttgart hat Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) zugesagt, sich auf Bundes- und EU-Ebene für stabilere Lieferketten einzusetzen. Außerdem soll die Bedarfsplanung - also wo wie viele Kinderärzte gebraucht werden - weiter angepasst werden.

Ambulante Kindermedizin nicht ausreichend

Im vergangenen Winter waren Fieber- und Hustensäfte mancherorts vergriffen und auch andere Arzneien kaum lieferbar - Fachleute sahen die Versorgung kranker Kinder in Gefahr.

Besonders angespannt sehen Ärztevertreter die Lage in den Kinderarztpraxen. In 15 Landkreisen können Kinder und Jugendliche laut Kassenärztlicher Vereinigung ambulant nicht ausreichend versorgt werden. Außerdem fehlen der Landesapothekerkammer zufolge immer noch Medikamente gegen Erkältungskrankheiten - vor allem Antibiotika.

Situation wie vergangenen Winter vermeiden

Mit Blick auf künftige Infektionswellen sollen Kinder- und Jugendarztpraxen bürokratisch und etwa im Zusammenhang mit Attestpflichten entlastet werden. Kliniken sollen sich möglichst früh auf Personalengpässe im Winter vorbereiten und gegebenenfalls prüfen, ob weiteres Personal aus anderen Abteilungen der Pädiatrie zugewiesen werden könne, hieß es in einer Erklärung.

Die Entscheidungsfreiheit für Apotheken bei Ersatzarzneimitteln sei unabdingbar, hieß es. Der Versorgungsaspekt müsse klar im Vordergrund stehen. Dringend benötigte Kapazitäten in den Vor-Ort-Apotheken dürften nicht durch Bürokratieaufwand, der nicht der Arzneimittel- und Versorgungssicherheit diene, gebunden werden.

Vorbereitungen auf Infektionswelle bei Erkältungskrankheiten

Auch simple Maßnahmen könnten niedergelassene Kinderarztpraxen entlasten. Zum Beispiel, dass in den Wintermonaten die Attestpflicht für Schulkinder teilweise ausgesetzt wird. An Kliniken soll mehr Personal für Kinderstationen vorgehalten werden - ohne zusätzliche Kosten.

Außerdem soll Wissen über ein gesundes Leben gefördert werden. Die Mitglieder des Symposiums schlagen vor, dass Gesundheitslotsen dieses unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen wie beispielsweise Migrantinnen und Migranten vermitteln sollen. "Wir erinnern uns noch lebhaft und mit Schrecken an den vergangenen Winter. Keine Fiebersäfte, kaum freie Betten in den Kliniken und völlig überlastete Praxen - das müssen wir dieses Mal mit aller Kraft verhindern und besser machen", teilte Gesundheitsminister Lucha mit.

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