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Die Impfstoff-Lieferungen von Biontech und Pfizer stocken. Während Bayern und NRW schon auf die Bremse treten, verspricht Baden-Württemberg weiter verlässliche Impftermine - doch die sind rar.

Trotz Lieferkürzungen bei Biontech und Pfizer könnten alle Impfungen wie geplant und versprochen stattfinden, sagte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne). "Unsere Zusage lautet: Jeder Impftermin, der ausgemacht wurde, kann eingehalten werden. Auch jede Zweitimpfung ist gesichert."

Ziel des Landes sei es immer gewesen, verlässlich zu sein und keine falschen Versprechungen zu machen. Baden-Württemberg habe sich bewusst dazu entschieden, die Hälfte der Lieferungen für die Zweitimpfung zurückzuhalten. "Unser Ziel ist es, dass jeder, der einen Termin vereinbart, auch wirklich die notwendige Erst- und Zweitimpfung erhält, obwohl unsere Impf-Infrastruktur deutlich mehr zulässt", sagte Lucha am Mittwoch.

NRW stoppt Impfungen in Krankenhäusern - Bayern sagt Termine ab

Zuvor hatte das Land Nordrhein-Westfalen einen sofortigen Impfstopp in Krankenhäusern verhängt, die mit Biontech-Impfstoff versorgt werden. Grund seien Lieferprobleme, heißt es in einer E-Mail des Gesundheitsministeriums. Wegen der verzögerten Lieferung verschiebt Nordrhein-Westfalen auch den Start der Impfungen für über 80-Jährige, die zu Hause leben. Die 53 Impfzentren in NRW nehmen ihren Betrieb nun erst am 8. Februar auf - eine Woche später als bislang geplant. Wegen der Lieferengpässe sind auch zahlreiche Termine in Bayern wieder abgesagt worden.

Nur wenige Impftermine in Baden-Württemberg verfügbar

Trotz der Zusage für sichere Impftermine hat auch das baden-württembergische Gesundheitsministerium schon kräftig auf die Euphoriebremse getreten. Seit Dienstag vergeben die Kreisimpfzentren (KIZ) im Land Termine an Pflegekräfte und Menschen über 80. Doch neben Serverproblemen und überlasteten Hotlines ist der fehlende Impfstoff das Hauptproblem. Teilweise waren die Termine schon nach zwanzig Minuten ausgebucht. Man verwalte weiter einen "riesigen Mangel", es werde "sehr, sehr wenige Impftermine geben", hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

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In den ersten beiden Wochen stehen in jedem der Kreisimpfzentren (KIZ) im Land lediglich 585 Impfdosen pro Woche für eine Erstimpfung zur Verfügung. Diese müssen noch einmal auf Impfungen im Zentrum selbst sowie auf Impfungen durch die Mobilen Impf-Teams in den Pflegeheimen verteilt werden. Pro Woche sind daher nur 150 Termine pro KIZ möglich. Auf Kreisebene sind die Zentren bei genügend Impfstoff eigentlich für etwa 800 Impfungen pro Tag ausgelegt. Pfizer hatte wegen der Erweiterung seiner Kapazitäten im zentralen Werk in Belgien angekündigt, die Lieferungen des Corona-Impfstoffs zeitweilig reduzieren zu müssen.

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