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Die Zahlen der Übernachtungen in Baden-Württemberg sind wegen der Corona-Beschränkungen dramatisch eingebrochen - die Tourismusbranche braucht finanzielle Hilfe. Doch das vom Bund versprochene Geld lässt auf sich warten.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist wegen der nach wie vor stockenden finanziellen Hilfen für die Tourismusbranche nicht gut auf den Bund zu sprechen. "Es war ein klares Versprechen, das unbürokratisch und schnell zu machen", so der Regierungschef. "Und wir sind wenig erfreut, wie das jetzt in der Praxis läuft. So geht's wirklich nicht".

Auch Tourismusminister Guido Wolf (CDU) übte Kritik an der Vergabepraxis des Bundes:

Ich empfinde es als mehr als ärgerlich, dass bis zum heutigen Tag weder Geld geflossen ist, noch die Modalitäten für die Auszahlung dieser Gelder klar definiert sind.

Guido Wolf (CDU), BW-Tourismusminister

Dehoga: Landesregierug soll Druck machen

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) forderte die Landesregierung auf, in Berlin Druck zu machen. Die dringend benötigten sogenannten Novemberhilfen müssten rasch ausgezahlt werden, sagte Dehoga-Landeschef Fritz Engelhardt.

Als Entschädigung für den Corona-bedingten Teil-Lockdown sollen betroffene Unternehmen mit einer außerordentlichen Wirtschaftshilfe unterstützt werden. Bis zu 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im Vorjahres-November wurden versprochen. Erste Gelder sollen laut Bund ab Ende des Monats ausgezahlt werden. Geplant seien zunächst Abschlagszahlungen.

15 Millionen Euro für kommunale Thermen

Das Land Baden-Württemberg unterstützt die Tourismusbranche zusätzlich mit eigenem Geld - insgesamt 36 Millionen Euro. Davon sind zwölf Millionen Euro als Investitionshilfen für Tourismusbetriebe vorgesehen.

Für die Unterstützung der kommunalen Thermalbäder sind 15 Millionen Euro veranschlagt. Und für eine Kampagne, mit der im Inland und im grenznahen Ausland für Kurzurlaub in Baden-Württemberg geworben werden soll, stellt die Landesregierung acht Millionen Euro bereit.

Tourismus wichtiger Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg

Tourismusminister Wolf verweist darauf, dass die Tourismusbranche mit einem Umsatz von 25 Milliarden Euro im Jahr in Baden-Württemberg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Nach Ministeriumsangaben hängen insgesamt etwa 390.000 Arbeitsplätze von der Tourismus-Branche ab.

Nach Rekordjahren kam der Einbruch in der Corona-Pandemie

Wegen der Corona-Pandemie ist der Tourismus in Baden-Württemberg nach neun Rekordjahren in Folge stark eingebrochen. Die Zahl der ankommenden Gäste schrumpfte im dritten Quartal im Vorjahresvergleich um 36,7 Prozent auf 5,3 Millionen. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Landesamts in Stuttgart. Die Zahl der Übernachtungen fiel von Juli bis September im Vergleich zu 2019 ebenfalls deutlich um 18,8 Prozent auf 15 Millionen.

Den bisherigen Tiefpunkt erlebte die Tourismusbranche im Lockdown-Monat April, als die Zahl der Gäste (minus 94 Prozent) und der Übernachtungen (minus 88,3 Prozent) besonders stark sanken.

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