Eine Mitarbeiterin einer Teststation nimmt einen Abstrich.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich)

Forderung bei Gesundheitsministerkonferenz

Mehr schnelle PoC-PCR-Tests für BW: Land dringt beim Bund auf angekündigte Finanzierung

STAND

Bis das Ergebnis eines PCR-Tests da ist, warten Betroffene oft Tage. PoC-PCR-Tests sind ähnlich zuverlässig, aber viel schneller. BW dringt auf Ausbau und Finanzierungshilfe.

Mehr Geld vom Bund für schnell auswertbare PoC-PCR-Tests, das fordert der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) vom Bund. Das sollte auch Thema sein bei der Konferenz der Gesundheitsministerinnen und -minister am Montag in Magdeburg. Das Geld, das vom Bund bisher für die Tests erstattet wird, reiche für eine wirtschaftliche Finanzierung nicht aus.

PoC-PCR-Tests / PoC-NAT-Tests - die schnelle Alternative zu PCR-Tests

Die sogenannten PoC-PCR-Tests - auch PoC-NAT-Tests genannt - liefern innerhalb von 15 Minuten Ergebnisse: im Rahmen der medizinischen Versorgung vor Ort - also am "Point of Care" (PoC). Die Empfindlichkeit der PoC-PCR-Tests ist allerdings etwas geringer als die der PCR-Tests, die ins Labor eingeschickt werden.

Wie der PoC-PCR- oder PoC-NAT-Test genau funktioniert, zeigt ein Video aus "SWR Aktuell BW" von Ende Januar 2022:

Video herunterladen (13,4 MB | MP4)

Derzeit werden die PoC-PCR-Tests mit 30 Euro pro Test vom Bund erstattet. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte angekündigt, den Betrag auf 43 Euro zu erhöhen. Bisher sei das nicht passiert, kritisiert das baden-württembergische Gesundheitsministerium.

Ohne Anhebung könnten die teuren Testgeräte nicht wirtschaftlich betrieben werden. Eine einfache Möglichkeit, PCR-Testkapazitäten hochzufahren, sei damit zunächst schwer umsetzbar. Vom Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg gibt es dafür kein Verständnis. Minister Lucha drängt deshalb mit den anderen Gesundheitsministerinnen und -ministern auf einen höheren Erstattungsbetrag.

Land will PoC-PCR-Testkapazitäten in Apotheken ausbauen

Baden-Württemberg hatte erst vergangene Woche eine eigene Förderung von PoC-PCR-Geräten beschlossen. Mit 750.000 Euro soll die Anschaffung von 500 Geräten anteilig unterstützt werden, die in Apotheken genutzt werden können.

Von den rund 2.500 Apotheken im Land bieten nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang etwa 80 auch PoC-PCR-Tests an. Mit den zusätzlichen Geräten sollen die Testkapazitäten kurzfristig und flächendeckend ausgebaut werden. Die medizinischen Labore in Baden-Württemberg können derzeit wöchentlich rund 325.000 PCR-Tests auswerten.

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Dass man jetzt Priorisieren und die PCR-Tests gezielt für Beschäftigte der kritischen Infrastruktur einsetzen müsse, sei unumgänglich. Aber, so Federle, es gebe Alternativen. Sie selbst nutze in ihrer Praxis die so genannten PoC-Tests (Point-of-Care-Antigentests). Sie seien genau so sicher wie PCR-Tests und auch offiziell anerkannt. "Wenn ich einen Angestellten habe mit Schnupfen, dann teste ich ihn mit dem PoC-Test und habe in 15 Minuten das Ergebnis", so Federle im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph. “Dadurch wird auch Personal schneller wieder frei“. Federle kritisierte allerdings, dass das Bundesgesundheitsministerium die Vergütung dieser Tests heruntergesetzt habe. Zurzeit könnten Arztpraxen und Apotheken das nicht kostendeckend leisten.  mehr...

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