Mitarbeiter der Rhein-Neckar-Verkehrs GmbH gehen in Heidelberg während des Warnstreiks an parkenden Bussen entlang (Foto: dpa Bildfunk, Uwe Anspach)

Tarifkonflikt verschärft sich

Bus-Streiks in BW treffen etliche Verbindungen im Linien- und Schülerverkehr

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Zum Schulstart nach den Sommerferien am Montag mussten sich viele Schüler in Baden-Württemberg ein alternatives Transportmittel suchen. Der Grund: In einigen Städten streiken bis Mittwoch die Busfahrer.

Im Tarifkonflikt des privaten Omnibusgewerbes ist die Gewerkschaft Verdi mit Ende der Sommerferien am Montag in eine neue Streikrunde gestartet. Betroffen waren zahlreiche Verbindungen im Linien- und Schülerverkehr.

Bus-Streiks treffen Pendler in vielen Städten in BW

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi wurden zunächst rund 20 Betriebe in Baden-Württemberg bestreikt. Betroffen waren demnach zahlreiche Stadtverkehre, beispielsweise in Schwäbisch Hall, Reutlingen oder Göppingen. Auch der Überlandverkehr war den Angaben zufolge beeinträchtigt, beispielsweise in den Regionen Stuttgart oder Karlsruhe.

Kritik von Arbeitgebern: Streiks "bitter für Schüler und Eltern"

Die Arbeitgeber zeigen für die Streiks wenig Verständnis. Yvonne Hüneburg, Vizegeschäftsführerin des Verbands Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer (WBO), kritisierte den Streikaufruf der Gewerkschaft zum Schulstart scharf: Verdi nehme keine Rücksicht auf die Schwächsten im öffentlichen Personennahverkehr. Das sei für Schülerinnen und Schüler wie auch für Eltern bitter, so Hüneburg.

Verdi: Arbeitgeber bisher nicht zu Änderungen bereit

Im Tarifstreit des Busgewerbes geht es unter anderem um Pausenregelungen sowie Nacht- und Sonntagszuschläge. Verdi-Verhandlungsführerin Hanna Binder hatte am Donnerstag in Stuttgart gesagt, die unbezahlten Standzeiten der Busse seien eine Subvention der Ticketpreise durch Gehaltsverzicht der Fahrerinnen und Fahrer. Die Arbeitgeber seien in sechs Verhandlungsrunden nicht bereit gewesen, diesen "untragbaren Zustand" noch vor den Sommerferien anständig zu regeln, so Binder. Man setze darauf, dass die Streiks die Arbeitgeber zum Einlenken bewegten.

Verdi machte bereits Anfang Juli den Weg für Streiks frei

In den Sommerferien gab es keine größeren Aktionen, die gravierenden Auswirkungen hatten. Verdi hatte bereits Anfang Juli den Weg für einen unbefristeten Arbeitskampf freigemacht. In einer Urabstimmung hatten rund 98 Prozent der beteiligten Mitglieder für mögliche Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Zuvor war es bereits zu mehreren Warnstreiks gekommen.

Strittig sind in dem Tarifstreit unter anderem Pausenregelungen sowie Nacht- und Sonntagszuschläge. Der Ausgang der Verhandlungen hat Auswirkungen auf rund 9.000 Busfahrerinnen und Busfahrer in Baden-Württemberg.

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