STAND

Nach fast einem Vierteljahrhundert verabschiedet sich Brigitte Dahlbender als BUND-Landesvorsitzende. Seit heute hat der baden-württembergische Umweltverband eine neue Chefin.

Am Sonntag wurde Sylvia Pilarsky-Grosch als neue Landesvorsitzende des Umweltverbandes gewählt, wie eine BUND-Sprecherin mitteilte. Die 59-Jährige war zuvor Geschäftsführerin beim BUND-Baden-Württemberg. Die aus Esslingen stammende Nachfolgerin war mit 63 von 76 abgegebenen Stimmen gewählt worden. Ihre Amtszeit beträgt ausnahmsweise vier statt der üblichen drei Jahre, da Dahlbender den Landesvorsitz ein Jahr früher als geplant abgegeben hatte.

Staffelübergabe von Brigitte Dahlbender an ihre neu gewählte Nachfolgerin Sylvia Pilarsky-Grosch als BUND-Landesvorsitzende (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa )
Staffelübergabe von Brigitte Dahlbender (links) an ihre neu gewählte Nachfolgerin Sylvia Pilarsky-Grosch als BUND-Landesvorsitzende. picture alliance/dpa

"Kämpferin für Natur und Umwelt"

Die ehemalige Landeschefin, Brigitte Dahlbender, geht in den Ruhestand. Die 66-Jährige war zuvor nach 24 Jahren an der Spitze des Umweltverbandes von der Landesdelegiertenversammlung in Bad Boll (Kreis Göppingen) verabschiedet worden. Ihr Verband würdigte sie als "unermüdliche Kämpferin und Anwältin für Natur und Umwelt, Streiterin für bessere Bürgerbeteiligung, kluge politische Strategin und Naturliebhaberin". Mit Dahlbender gehe ein Stück Umweltgeschichte, sagte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) bei der Verabschiedung am Samstagabend. Sie habe bedeutsamen Einfluss auf die Umweltpolitik in Baden-Württemberg genommen.

BUND-Hauptgeschäftsführer Ralf Stolz sagte: "Ohne ihren Kampfgeist, ihren Mut, ihre Kompetenz und ihr Durchhaltevermögen hätte es wichtige Errungenschaften in der Umwelt- und Naturschutzpolitik in Baden-Württemberg nicht gegeben." Auch der Naturschutzbund Nabu würdigte ihre Arbeit: "Sie hat den Umwelt- und Naturschutz im Land ganz maßgeblich mitgeprägt", sagte der Landesvorsitzende Johannes Enssle.

Anti-Atombewegung und Stuttgart 21

Dahlbender engagierte sich in der Anti-Atom-Bewegung und wurde bekannt als Sprecherin des Aktionsbündnisses "Gegen Stuttgart 21". Dass sie das umstrittene Milliardenprojekt der Bahn nicht verhindern konnte, bezeichnet sie als eine ihrer größten Niederlagen. Die Biologin, Geografin und Wahl-Ulmerin mit SPD-Parteibuch ist in Köln aufgewachsen und Mutter zweier Kinder sowie Großmutter. In den 31 Jahren beim BUND war sie von 2001 bis 2007 auch stellvertretende BUND-Bundesvorsitzende.

Seit den 1990er Jahren hat sich aus Sicht Dahlbenders einiges beim Umweltschutz getan, doch das reicht ihr nicht: "Wir stehen vor der Herkulesaufgabe, die Klima- und Biodiversitätskrise in den Griff zu bekommen." Sie will sich weiter Natur- und Umweltschutz engagieren: "Wir haben nur diesen einen Planeten. Wir müssen ihn schützen."

Brigitte Dahlbender (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Christoph Schmidt)
Brigitte Dahlbender war 24 Jahre die Chefin des BUND Baden-Württemberg. Jetzt tritt sie aus der ersten Reihe zurück. (Archivbild) picture alliance / dpa | Christoph Schmidt

Grenzen für den Rohstoffabbau

Auf der Landesdelegiertenversammlung wurde auch eine Resolution verabschiedet, die Grenzen beim Rohstoffabbau im Land einfordert. Auch dem Flächenverbrauch müsse endlich ein Ende gesetzt werden, hieß es in einer Mitteilung.

Baden-Württemberg

Vertreter der Parteien erarbeiten Grundlagenpapier Neues, altes Bündnis: Grüne und CDU wollen Baden-Württemberg zum "Klimaschutzland" machen

Grüne und CDU sind am Samstag zusammengekommen, um die Weichen für eine neue grün-schwarze Koalition zu stellen. Nun haben sich beide Seiten auf ein gemeinsames Papier als Grundlage für eine künftige Regierung geeinigt.  mehr...

STAND
AUTOR/IN