Bosch beschäftigt weltweit 3.000 Mitarbeiter im Zukunftswelt Wasserstoff-Technlogie. Hier zwei Mitarbeier bei der Produktion des Fuel Cell Power Modules (FCPM) in Stuttgart- Feuerbach. (Foto: Pressestelle, Foto: Bosch)

Mobilität mit Wasserstoff

Brennstoffzellen für Kreuzfahrtschiffe und Lkw: Technologie aus BW nimmt Fahrt auf

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Geli Hensolt
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Petra Thiele
SWR-Wirtschaftsredakteurin Petra Thiele (Foto: Dirk Bannert)

Autozulieferer in Baden-Württemberg erweitern ihr Angebot mit Brennstoffzellen: Bosch startet die Serienfertigung. ElringKlinger beliefert eine Reederei, Mahle einen Motorenhersteller.

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In Baden-Württemberg steuern Autozulieferer zunehmend um und setzen auf Wasserstofftechnologien. Auch Bosch startet jetzt einen Brennstoffzellenantrieb in Serie. Diesen Herbst soll der neue Antrieb - bei dem aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugt wird - auf den nordamerikanischen Markt kommen.

Pilotkunde ist in den USA das Lkw-Unternehmen Nikola. Bis 2030 will Bosch nach eigenen Angaben mit Wasserstofftechnologien einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro erzielen.

Im Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach schraubt ein Mitarbeiter Schlauchschellen ein Brennstoffzelle (FCPM), die später in E-LKW für den Antrieb sorgt. (Foto: Pressestelle, Foto. Bosch)
Rote Schlauchschellen werden bei Bosch in Stuttgart-Feuerbach an eine Brennstoffzelle gesteckt.

Energiewende: Mitarbeiter wechseln vom Verbrenner zur Brennstoffzelle

Schon jetzt beschäftigt der Konzern weltweit 3.000 Menschen in diesem Bereich – dabei wird den Angaben des Unternehmens zufolge ein Großteil der Arbeitsplätze mit Mitarbeitenden besetzt, die bisher in der Fertigung von Verbrennern beschäftigt waren.

Bosch-Chef Stefan Hartung forderte, die Politik müsse unter anderem dafür sorgen, dass Wasserstoff in Europa produziert werde und schnell eine Infrastruktur entstehe, über die Wasserstoff verteilt werde.

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ElringKlinger liefert Antriebe mit Brennstoffzellen für Kreuzfahrtschiffe

Im Oktober 2022 hat bereits der Automobilzulieferer ElringKlinger in Dettingen an der Erms mit der Serienproduktion von Brennstoffzellen begonnen - über sein Joint Venture EKPO zusammen mit dem französischen Zulieferer Plastic Omnium.

Anfang Juli 2023 teilte EKPO mit, Single-Brennstoffzellen-Stacks für ein internationales Kreuzfahrtunternehmen zu liefern. Der Auftrag sei zunächst nur für ein Kreuzfahrtschiff. Das Volumen liege im einstelligen Millionen-Bereich.

ElringKlinger produziert zuammen mit einem französischen Autozulieferer in dem Joint Ventueres EKPO Fuel Cell Technologies Brennstoffzellenstacks. (Foto: Pressestelle, Foto. ElringKlinger)
ElringKlinger produziert zuammen mit einem französischen Autozulieferer in dem Joint Ventueres EKPO Fuel Cell Technologies Brennstoffzellenstacks.

"Die Vereinbarung hat großes Potenzial für die Zukunft und gibt uns die Bestätigung, mit unseren Brennstoffzellen-Stacks zur Entwicklung eines ökologisch nachhaltigen Schiffsverkehrs beizutragen. Darüber hinaus beweist der Auftrag, dass unsere Brennstoffzellen-Stacks vielfältig einsetzbar sind – nicht nur auf der Straße bei Bussen, Nutzfahrzeugen und Pkw, jenseits der Straße, bei Industrieanwendungen und auf der Schiene, sondern eben auch auf dem Wasser."

Mahle produziert Komponenten für stationäre Wasserstoffmotoren

Der Stuttgarter Automobilzulieferer Mahle teilte Mitte Juli 2023 mit, dass er einen Serienauftrag für die Entwicklung und Lieferung von Komponenten für Wasserstoffmotoren erhalten hat. Dabei handele es sich um "Power Cell Units": Einheiten aus Kolben, Kolbenringpaket und Kolbenbolzen.

Der Kölner Motorenhersteller Deutz plant die Mahle-Einheiten erstmals ab Ende 2024 in stationäre Wasserstoffmotoren einzubauen.

Bei Mahle prüfen Mitarbeiter Kühlungssysteme für den Einsatz in Brennstoffzellenfahrzeugen. (Foto: Pressestelle, Foto: Mahle)
Bei Mahle prüfen Mitarbeiter Kühlungssysteme für den Einsatz in Brennstoffzellenfahrzeugen.

"Wir sehen Wasserstoff als wichtigen Baustein für eine nachhaltige Mobilität besonders im Nutzfahrzeugsektor. Dieses Projekt mit Deutz ist ein Meilenstein mit Leuchtturmeffekt. Denn es zeigt, dass es neben der Elektrifizierung weitere technologische Hebel gibt, Klimaneutralität zu erreichen."

Auch Wasserstoff-Motoren für die Landwirtschaft und für Baumaschinen

Weitere Anwendungen im Off-Highway-Sektor, wie beispielsweise Land- und Baumaschinen, sind bei Mahle geplant.

Diese neuen Motoren könnten sich mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff klimaneutral betreiben lassen, da bei der Verbrennung des Wasserstoffs kein CO2 entsteht, so das Unternehmen.

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