aufgestapeltes Brennholz (Foto: dpa Bildfunk, Willfried Gredler-Oxenbauer)

Luftverschmutzung in Baden-Württemberg Ist Brennholz eine Umweltsünde?

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Jeder vierte Haushalt in Deutschland nutzt Holz als Brennstoff. Auch in Baden-Württemberg lieben viele Menschen die wohlige Wärme aus dem Kamin. Für die Umwelt hat das nicht nur Vorteile.

Ein knisterndes und flackerndes Kaminfeuer – was könnte an einem langen Winterabend gemütlicher sein? Die Wärme aus dem Ofen scheint außerdem umweltfreundlich, zumindest auf den ersten Blick.

Anders als Öl oder Gas ist Holz ein nachwachsender Rohstoff. Außerdem wird beim Verbrennen nur so viel CO2 freigesetzt, wie ein Baum im Lauf seines Lebens eingelagert hat. Im Idealfall nehmen neue Bäume dieses CO2 wieder auf – die Atmosphäre bleibt im Gleichgewicht.

Hohe Feinstaubbelastung

Was beim Verbrennen allerdings ebenfalls freigesetzt wird, ist Feinstaub. Experte Johannes Enssle vom NABU Baden-Württemberg rechnet vor: "Der Anteil der Feinstaubbelastung durch die Holzverbrennung liegt in Städten wie Stuttgart bei ungefähr 17 Prozent. In kleinen Dörfern, wo sehr viel mit Holz geheizt wird, kann das bis zu 30 oder 50 Prozent betragen."

Besser als bei handbetriebenen Kaminen oder Öfen sei die Schadstoffbilanz bei automatischen Pelletheizungen, sagt Harald Thorwarth von der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg. "Prinzipiell kann man sagen: Je größer, je automatisierter, desto geringer die Schadstoffemissionen."

Bei kleinen Öfen kann die richtige Heiztechnik helfen: Da die meisten Emissionen beim Anschüren entstehen, empfiehlt Thorwarth das Feuer von oben anzuzünden. Unten große Hölzer, oben kleinere und ganz oben ein Anzünder – so habe man "einen schnellen und emissionsarmen Start".

weihnachtlich geschmückter Kaminofen mit entzündetem Feuer (Foto: dpa Bildfunk, Bernhard Schmerl (Symbolbild))
Ein knisterndes Kaminfeuer gehört für viele Deutsche zu einem gemütlichen Wintertag dazu. Bernhard Schmerl (Symbolbild)

Holz aus Osteuropa

Für die Ökobilanz spielt es außerdem eine Rolle, wo das Holz herkommt. Viele Verbraucher greifen zu günstigem Brennholz aus dem Baumarkt. Das stammt häufig aus Osteuropa. Die langen Transportwege führen zu einer erhöhten Umweltbelastung.

Umweltschützer warnen außerdem, Holz werde in Osteuropa teilweise illegal geschlagen. Die Organisation "Agent Green" wirft der Holzindustrie vor, sie zerstöre in Rumänien geschützten Wald in Nationalparks und sogar wertvollen Urwald.

Nachhaltig: Holz aus der Region

Die teurere aber nachhaltige Alternative ist Holz aus der Region. Im Landeswaldgesetz ist festgelegt, dass der Wald "pfleglich" bewirtschaftet werden muss und "die Nutzungen schonend vorzunehmen" sind.

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