Das Logo der Firma Bosch ist auf einem modularen Fertigungssystem zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Christoph Schmidt)

Trotz Corona und Chipkrise

Bosch macht mehr Umsatz und Gewinn

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Christof Gaißmayer

Noch immer spürt der Elektronikkonzern Bosch die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise. Dennoch schnitt das Unternehmen 2021 finanziell besser ab als erwartet.

Für Bosch war das vergangene Jahr schwierig: Der weltweite Halbleitermangel bremste die Produktion, außerdem belasteten Preissteigerungen bei Rohstoffen und Lieferverzögerungen. Im wichtigsten Bereich der Belieferung der Automobilindustrie mit Teilen, Elektronik und Software lief das Geschäft mit angezogener Handbremse, so der neue Bosch-Chef Stefan Hartung.

Stefan Hartung, der neue Vorsitzende der Geschäftsführung von Bosch, aufgenommen im Werk Stuttgart-Feuerbach. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod)
Stefan Hartung ist seit Anfang 2022 der neue Vorsitzende der Geschäftsführung von Bosch. Er folgt auf den langjährigen Bosch-Chef Volkmar Denner. picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Bosch profitiert vom Trend zu mehr Klimaschutz

Dagegen konnte Bosch von der Coronakrise auch profitieren - durch einen deutlichen Umsatzzuwachs bei Haushaltsgeräten. Viele Menschen nutzten beispielsweise den Lockdown, um ihr Zuhause zu verschönern und in ihr Heim zu investieren. Auch durch den Trend zu mehr Klimaschutz konnte Bosch sein Geschäft ausbauen. So wurden beispielsweise viele neue Heizungen bestellt.

Insgesamt konnte der Konzern den Umsatz im vergangenen Jahr um zehn Prozent auf rund 79 Milliarden Euro steigern. Der operative Gewinn stieg von 2,0 auf 3,2 Milliarden Euro. Angesichts von Herausforderungen wie dem Halbleitermangel spricht Bosch von einer erfreulichen Geschäftsentwicklung. Allerdings hat Bosch sein selbstgestecktes Langfrist-Renditeziel auch 2021 nicht erreicht.

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Beschäftigte sollen für Zukunftsthemen fit gemacht werden

Gleichzeitig kündigte Bosch an, weiter massiv in die Weiterbildung der Mitarbeitenden zu investieren. So will man für möglichst Viele die Jobs sicher machen. Trotzdem sind in diesen unruhigen Zeiten viele Beschäftigte angespannt. Vor allem jene, deren Jobs am Verbrennungsmotor hängen. Alle wissen, die E-Mobilität wird immer wichtiger. Wer heute noch im Bereich Benziner oder Diesel arbeitet, muss sich auf Veränderungen einstellen.

Die gesamte Industrie steht vor einem gravierenden Wandel, vieles verändert sich, Neues kommt. Stefan Hartung sieht in der aktuell schwierigen Phase aber auch Chancen. Er will mit Bosch in zukunftsfähige Themen investieren.

"Software, elektrische Antriebe, Brennstoffzellen, das sind die Technologien, die die Industrie braucht. Denn eines ist sicher: Auch in Zukunft werden die Leute mobil sein wollen."

Auch in Zukunft Personalumbau nötig

Bei der zukünftigen Ausrichtung des Konzerns sollen möglichst alle Mitarbeitenden mitgenommen werden. Bosch kündigte an, in den nächsten fünf Jahren erneut eine Milliarde Euro in Weiterbildung zu investieren. Mitarbeitende, die derzeit in Bereichen arbeiten, die als nicht mehr zukunftsfähig gelten, werden für andere Aufgaben fit gemacht. So wechselten alleine im vergangenen Jahr über 2.800 Mitarbeitende intern ihren Arbeitsplatz und erhielten in neuen Bereichen einen Job mit Perspektive.

Sie gingen beispielsweise nach einer Qualifizierung vom Diesel- in den Brennstoffzellenbereich oder sie wurden für die Softwareentwicklung ausgebildet. Auch an andere Firmen vermittelt Bosch seine Beschäftigten, wenn ihre Qualifikation beim Technologiekonzern nicht mehr gebraucht wird. Dabei macht der Bosch-Chef deutlich, dass diese Maßnahmen auch in Zukunft nötig sein werden.

"Wir werden immer Standorte haben, an denen wir Beschäftigung anpassen müssen. Das werden wir immer sozialverträglich versuchen. Und wir werden natürlich weiter an anderen Standorten Beschäftigung aufbauen, wo wir das können."

Dabei gelte es, das Dreieck zwischen ökonomischen Zielen, ökologischen Zielen und sozialer Verantwortung balanciert zu halten, so Hartung.

Ein bauraumoptimiertes Achsmodul mit dem Namen« Advanced Driving Module» mit Elektromotor, elektrischer Servolenkung und komplettem Vorderachssystem ist während der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA Mobility) am Stand von Bosch zu sehen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Matthias Balk)
Software, elektrische Antriebe, Brennstoffzellen: Bosch will weiter in zukunftsfähige Themen investieren. picture alliance/dpa | Matthias Balk

Bosch hält sich mit Prognose für 2023 zurück

Für Bosch bleibt das wirtschaftliche Umfeld nicht einfach. Auch in diesem Jahr rechnet der Konzern mit Beeinträchtigung durch die Corona-Pandemie. Außerdem belasten die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe und die weltweiten Lieferverzögerungen das Geschäft. Beim Halbleitermangel allerdings wird Bewegung erwartet. Ein Ende der Chip-Knappheit, die vor allem die Autoindustrie belastet, ist offenbar in Sicht.

Trotzdem hält sich der Technologiekonzern mit der Prognose für 2023 noch zurück. In diesem Jahr erwartet Bosch eine Umsatzsteigerung, sofern es nicht zu weiteren Störungen im Umfeld kommt.

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Christof Gaißmayer