Die Bahn will in Regionalzügen in Baden-Württemberg mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Bodycams ausstatten. Laut einer Mitteilung vom Dienstag sollen ab Mitte März weitere 120 Beschäftigte nach und nach mit Bodycams ausgestattet werden. In Schulungen sollen die Betroffenen zuvor lernen, wie die Kameras bedient werden und wann sie eingesetzt werden dürfen.
Bodycams bei der Bahn in BW seit 2023
Seit 2023 werden auf der Schwarzwaldbahn bereits Bodycams benutzt, seit 2024 auf der Gäubahn und der Murrbahn. Die Bahn sagt, dort gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Bodycams gemacht zu haben, weshalb die Technik jetzt auch auf weiteren Strecken eingesetzt werden soll.
Auf diesen Bahnverbindungen sollen Bodycams in Zukunft eingesetzt werden:
- Stuttgart-Ulm-Bodensee
- Donau-Ostalb
- Breisgau Ost-West
- Aulendorfer Kreuz
- Bodenseegürtelbahn
- Hochrhein
- Kulturbahn
- Ermstal- und Ammertalbahn
- Bodensee-Oberschwaben
- Wendlingen-Ulm
Einer der Zugbegleiter, der auf versuchsweise eine Bodycam getragen hat, war Valerie Fischer. Diese Erfahrungen hat er dabei gemacht:
Bahn: Bodycams verstärken Sicherheitsgefühl
Die Bahn spricht davon, dass sich Reisende und besonders das Zugpersonal durch den Einsatz von Bodycams sicherer fühlen würden. Denn im Jahr 2023 habe es fast 3.150 Angriffe auf Mitarbeitende gegeben. Außerdem hätten die Kameras eine deeskalierende Wirkung und würden Strafverfolgungsbehörden wertvolles Beweismaterial liefern. Nur die Bundespolizei kann die Kameras demnach auslesen.
Die Bahn-Mitarbeitenden nutzen die Technik den Angaben zufolge auf freiwilliger Basis. Die Kamera werde dabei gut sichtbar vorn am Oberkörper getragen und lediglich dann eingeschaltet, wenn eine Situation zu eskalieren drohe - beispielsweise bei einer Fahrkartenkontrolle.
Wie funktionieren Bodycams?
Bodycams sind Videokameras am Körper, die etwa auch bei der Polizei zum Einsatz kommen. Anhand der Aufnahmen können Täterinnen und Täter leichter identifiziert werden. Aufgezeichneten Menschen beziehungsweise von der Aufzeichnung unmittelbar Betroffenen wird nach dem Ereignis ein Infokärtchen ausgehändigt, welches sie über ihre Rechte und Ansprechpartner informiert. Das Videomaterial wird 72 Stunden gespeichert.