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Chaotische Krawalle, emotionale Gesten und eine tagelange Verfolgungsjagd: Nicht nur Corona hat 2020 in Baden-Württemberg 2020 für teilweise spektakuläre Bilder gesorgt. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie.

Bilder des Jahres 2020 aus Baden-Württemberg (Foto: dpa Bildfunk, Montage: SWR)
2020 in Baden-Württemberg - war da eigentlich noch irgendwas außer Corona? Ja! Diese spektakulären Bilder und aufsehenerregenden Nachrichten haben das Land im ausgehenden Jahr in Atem gehalten. Montage: SWR
Am 5. Januar - als Corona in Baden-Württemberg noch keine Rolle spielt - brennt es in einem der exklusivsten deutschen Gourmettempel: Das Drei-Sterne-Restaurant "Schwarzwaldstube", das Stammhaus der "Traube Tonbach" in Baiersbronn, wird bei einem Brand komplett zerstört. Verletzt wird niemand. Bis der Neubau fertig ist, serviert Küchenchef Torsten Michel mit seinem Team in einer Zwischenlösung auf dem Dach des Hotelparkhauses. picture alliance/dpa | Andreas Rosar
Am 24. Januar erschießt ein junger Sportschütze in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) sechs Verwandte, darunter seine Eltern. Er wird Mitte Juli zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Landgericht Ellwangen ordnet auch an, den 27-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Der Mann gesteht die Tat zum Prozessauftakt. Das Motiv: Seine Mutter soll ihn misshandelt haben. Sie habe ihn missbraucht und vergiftet. Beweise gibt es dafür nicht. picture alliance/dpa | Tom Weller
Im Februar trifft das Sturmtief "Sabine" auf Deutschland und richtet auch in Baden-Württemberg große Schäden an, ... picture alliance/dpa | Andreas Rosar
... so wie hier in Pforzheim. 17 Menschen im Land werden verletzt, acht von ihnen schwer. Flug- und Bahnverkehr werden zeitweise unterbrochen. Die Rettungsdienste rücken zu tausenden Einsätzen aus. picture alliance/dpa/SDMG | Gress
Schaden nimmt im Frühjar 2020 auch das Image der deutschen Fußball-Fanszene. In den Stadien wird der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp immer wieder auf Spruchbändern oder in Sprechchören beleidigt - so auch beim Heimspiel der Hoffenheimer gegen Bayern am 29. Februar. Nach zwei Spielunterbrechungen stellen beide Mannschaft einvernehmlich den Spielbetrieb ein und passen sich den Ball nur noch freundschaftlich zu. Am Ende gibt es Applaus und Pro-Hopp-Gesänge von den Rängen. picture alliance / Fotostand | Fotostand / Loerz
Am 25. Februar erreicht das Coronavirus Baden-Württemberg. Bei einem 25-Jährigen aus dem Kreis Göppingen wird das Virus zum ersten Mal im Land nachgewiesen. Er hatte sich vermutlich bei einer Italienreise angesteckt. Bei einer Pressekonferenz informiert Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) die Öffentlichkeit und erklärt schon einmal die Nies-Etikette. picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod
Nicht nur hier in Friedrichshafen, sondern auch in vielen anderen Supermärkten im Land wird mit Beginn der Corona-Pandemie schnell das Klopapier knapp. Auch Desinfektionsmittel fallen Hamsterkäufen zum Opfer. Die Lieferungen kommen zu Beginn kaum hinterher, doch die Lage soll sich bald wieder entspannen. Jürgen Lösselt
Das Coronavirus breitet sich im März und April in Baden-Württemberg weiter aus. Teststationen wie hier am Cannstatter Wasen in Stuttgart werden eingerichtet und das Leben wird nach und nach heruntergefahren, ... picture alliance/dpa | Marijan Murat
... was unter anderem die Kulturszene hart trifft. Veranstaltungen und Konzerte werden abgesagt, Theater und Kinos - wie hier in Stuttgart - müssen schließen. picture alliance/dpa | Marijan Murat
Im Frühling wird deshalb der Balkon zur Bühne und zum Symbol für Zusammenhalt in der Krise. Auch diese Mitglieder des Freiburger Barockorchesters spielen im März die "Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven und beteiligen sich so an dem bundesweiten Aufruf zu einem Musik-Flashmob nach dem Vorbild Italiens. picture alliance/dpa | Patrick Seeger
Dem Erdboden gleichgemacht: Am 14. Mai werden die Kühltürme des Atomkraftwerks Philippsburg bei Karlsruhe gesprengt. Die beiden markanten Bauwerke, die jahrzehntelang das Landschaftsbild geprägt hatten, gehören damit der Geschichte an. Bruchstücke der gesprengten Türme werden später als Erinnerungsstücke an Bürgerinnen und Bürger verschenkt. picture alliance/dpa/EnBW | Uli Deck
Während Corona-Beschränkungen schrittweise eingeführt und wieder gelockert werden, formiert sich in Stuttgart Widerstand gegen die neuen Regeln. Unter dem Namen "Querdenken 711" demonstriert eine wachsende Zahl von Gegnern der Corona-Maßnahmen, wie hier am 16. Mai auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt
Gründer und Gesicht der Bewegung, die sich auch bundesweit ausbreitet und für Schlagzeilen sorgt, ist der Unternehmer Michael Ballweg. Er muss sich mit der Zeit zunehmend den Vorwurf anhören, sich nicht ausreichend von Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen abzugrenzen, die teilweise gut sichtbar an den Demonstrationen teilnehmen. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Nicht nur für das frisch verheiratete Ehepaar ist dieser Segen wohl ein großer Schritt: Am 24. Mai wird mit Gerald und Ahmad Wolf in Stuttgart das erste homosexuelle Paar nach einem neuen Gesetz der württembergischen Landeskirche gesegnet. Über den Umgang mit homosexuellen Ehen gibt es in der Landeskirche seit Jahren Streit. "Trauung" darf der Segnungsgottesdienst weiter nicht heißen. picture alliance/dpa | Christoph Schmidt
In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni regiert auf den Straßen Stuttgarts für ein paar Stunden das Chaos. Dutzende von Krawallmachern schmeißen Pflastersteine auf Polizeiautos, schlagen Schaufenster ein und plündern Geschäfte. picture alliance/dpa/Simon Adomat
Als alles vorbei ist, kommt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nach Stuttgart und lässt sich medienwirksam einen zerstörten Polizeiwagen vorführen. Im Anschluss wird heftig über aggressive Jugendliche gestritten. Videoüberwachung, Alkohol- und Aufenthaltsbeschränkungen werden diskutiert und teilweise umgesetzt. Die Polizei ermittelt mehr als 100 Verdächtige. Im November werden die ersten Randalierer wegen besonders schweren Landfriedensbruchs zu harten Gefängnisstrafen verurteilt. picture alliance/dpa | Marijan Murat
Im Juli hält ein 31-Jähriger Mann die Polizei in und um Oppenau im Schwarzwald tagelang in Atem. Bei einer Kontrolle in einer illegal von ihm genutzten Gartenhütte bedroht er vier Polizisten und nimmt ihnen die Dienstwaffen ab. Anschließend flüchtet er in den Wald und bleibt tagelang spurlos verschwunden. Die Polizei sucht mit einem Großaufgebot nach dem Mann und nimmt ihn schließlich am 17. Juli fest - das Ende des Ausnahmezustands in der kleinen Stadt. picture alliance/dpa | Philipp von Ditfurth
Ausnahmezustand herrscht im Sommer auch an vielen Badeseen in Baden-Württemberg. Weil Urlaub im Ausland wegen Corona immer schwieriger wird, weichen viele in die heimischen Naherholungsgebiete aus, um das gute Wetter zu genießen. An ausreichenden Abstand ist da teilweise nicht mehr zu denken. Deshalb werden einige Ufer zeitweise gesperrt, wie zum Beispiel der Breitenauer See bei Heilbronn. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Ein außerirdisches Schwergewicht: Ende Juli legt Hansjörg Bayer aus Blaubeuren (Kreis Göppingen) seinen Sensationsfund in eine Museumsvitrine: Es ist der größte Steinmeteorit der Welt. Gefunden hatte Bayer den Brocken schon 1989, doch seine Bedeutung wurde erst jetzt erkannt. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Auch in Stuttgart demonstrieren im Sommer zahlreiche Menschen unter dem Motto "Black Lives Matter". Auslöser für die weltweiten Proteste war der Mord an George Floyd durch einen Polizisten in den USA. picture alliance/Christoph Schmidt/dpa
Am 30. August hat ein Unfall mit einem Begleitfahrzeug aus der Kolonne von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) tragische Folgen: Ein kleines Mädchen stirbt wenige Tage nach der Kollision an seinen schweren Verletzungen. Der Wagen des Regierungschefs war auf der nassen A81 ins Schleudern geraten und gegen die Leitplanke geprallt. Ein anderer Wagen mit dem Mädchen auf dem Rücksitz geriet kurz darauf ins Schleudern und rutschte in das Begleitfahrzeug. Kretschmann bleibt unverletzt. picture alliance/dpa/Einsatz-Report24 | Franziska Hessenauer
Applaus von ganz oben: Am 1. Oktober wird die Tübinger Notärztin Lisa Federle von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Damit wird sie für ihre "rollende Arztpraxis" ausgezeichnet, die sie in der Corona-Krise kurzerhand in eine mobile Fieber- und Abstrichambulanz umfunktionierte. picture alliance/dpa/POOL AP | Michael Sohn
Im Oktober verbannt die Münstergemeinde in Ulm die Heiligen Drei Könige aus ihrer Weihnachtskrippe. Grund dafür ist die rassistische Darstellung des Melchior. Die Gemeinde reagierte damit auch auf die andauernde Rassismus-Debatte in Deutschland. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Bei einem Großbrand in der Nacht des 17. November wird die fast 100 Jahre alte Scheffelhalle in Singen (Kreis Konstanz) zerstört. Die Veranstaltungshalle stand unter Denkmalschutz und wurde bereits 1925 erbaut. Die Bestürzung ist groß. "Die Singener Fasnacht ist jetzt heimatlos", so der Singener Oberbürgermeister Bernd Häusler. picture alliance/dpa/VMD-Images | Simon Adomat
Machtwechsel im Stuttgarter Rathaus: Nach einem langen Wahlkampf wird am 29. November im zweiten Wahlgang der CDU-Kandidat Frank Nopper zum Oberbürgermeister in Stuttgart gewählt. Er setzt sich damit gegen den parteilosen Kandidaten Marian Schreier und den SÖS-Kandidaten Hannes Rockenbauch durch. Der bisherige OB Fritz Kuhn von den Grünen war nicht noch einmal angetreten. picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Am 7. Dezember sorgt ein Tor beim Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem SV Werder Bremen für Aufregung. Silas Wamangituka (VfB) stibitzt in der Schlussphase den Ball und läuft damit in Richtung des leeren Tores. Doch statt direkt das 2:0 für den VfB zu erzielen, wartet der 21-Jährige aufreizend lässig ab, bis zumindest ein Spieler der gegnerischen Mannschaft angelaufen kommt, dann erst schiebt er den Ball ein - sehr zum Ärger der Bremer Spieler. Das Tor zählt trotzdem. picture alliance / Pressefoto Rudel | Robin Rudel
Hat man sich im Frühjahr noch dagegen gewehrt sind sie nun da: die ersten Ausgangsbeschränkungen in Baden-Württemberg. Seit dem 12. Dezember darf man nur noch mit triftigem Grund aus dem Haus. Nachts gelten nur wenige Ausnahmen. Die Polizei kontrolliert die Einhaltung. Es ist jetzt ruhiger in Baden-Württemberg. Sowohl nachts… picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
... als auch tagsüber. Zu den Ausgangsbeschränkungen kommt seit dem 16. Dezember auch ein zweiter Lockdown. Geschäfte müssen schließen, Bars und Restaurants sind sowieso schon dicht. So leer ist es auf dem Platz unterhalb des Heidelberger Schlosses normalerweise nie.
Vorfreude auf den Corona-Impfstart: Am 23. Dezember fliegt der Hobbypilot Samy Kramer vom Luftsportclub Friedrichshafen im Luftraum zwischen Bodensee und Ulm eine Route in Form einer riesigen Impfspritze. Der Screenshot der Internetseite flightradar24.com hält das Ergebnis fest. Der schwierigste Teil sei die Nadel gewesen, so Kramer. Wegen starker Winde musste er entsprechend gegensteuern, um exakt dieselbe Route zurückzufliegen. picture alliance/dpa/Flightradar24.com
Ein Piekser Hoffnung auf ein besseres Jahr 2021: Am 27. Dezember - knapp ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie - gehen auch in Baden-Württemberg die Impfungen los. Christine Helbig, Pflegekraft am Klinikum Stuttgart, bekommt die erste Dosis des Covid-19-Impfstoffes von Biontech/Pfizer. Zu Beginn werden Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal geimpft - zunächst in den zentralen Impfzentren und durch mobile Teams. picture alliance/dpa | Marijan Murat
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