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Die Polizei in Baden-Württemberg war in der Nacht auf den 1. Mai bei vielen Einsätzen unterwegs. Meist war es harmlos, bei manchen Maischerzen wurden aber Grenzen überschritten. Auch ein Holzpenis sorgte für Aufregung.

Kein Maischerz, sondern eine Straftat beschäftigte die Polizei bei Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall). Unbekannte hatten Frischhaltefolie quer über eine Straße gespannt. Nur aus Glück sei bei dem Vorfall in der Nacht zum 1. Mai kein Unfall passiert, teilte die Polizei am Samstag mit. Bereits kurz zuvor hätten vermutlich dieselben Täter den Schaukasten eines Sportvereins umgeworfen, hieß es. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten als Maischerz gemeint waren. Die Täter müssen nun mit der Ermittlungen der Polizei rechnen.

Maibäume gestohlen

Bei Aktionen erwischt wurden vier Männer in Riedhausen (Kreis Ravensburg). Ein aufmerksamer Vater hatte beobachtet, wie die Täter den Maibaum seiner Tochter umhackten und mitnahmen, so die Polizei. Der Mann habe die Verfolgung aufgenommen und dabei gesehen, wie das Quartett einen weiteren Baum fällte. Nachdem die Diebe in der Nacht in einem Haus verschwunden waren, verständigte er die Polizei. Die Beamten stellten daraufhin zwei der Maibaum-Diebe. Sie zeigten sich den Angaben nach reumütig und stellten den ersten Baum wieder auf. Die Ermittlungen zu den zwei anderen Männern dauerten an.

In sechs Teile zersägten Unbekannte in der Nacht auf Samstag den Maibaum vor dem Rathaus in Berkheim (Kreis Biberach) und legten ihn laut Polizei danach auf dem Vorplatz aus. Anstelle des eigentlichen Maibaums stellten die Unbekannten dann einen Baumstamm auf, der mit Masken und Bemerkungen zur Corona-Politik behängt war.

In Langenau (Alb-Donau-Kreis) rief eine Zeugin die Polizei, weil sie vermutete, dass vier Männer mit einem Radlader einen Betonblock stehlen wollten. Die Beamten stellten fest, dass die Männer keinen Betonblock, sondern einen Maibaum entwenden wollten.

Verbotene Feiern durch Polizei beendet

Auch im Alb-Donau-Kreis war die Polizei im Einsatz. In Erbach beschwerten sich Anwohner in der Nacht über den Lärm von sechs Personen, die lautstark feierten. Die Männer und Frauen im Alter zwischen 29 und 35 Jahren waren aber uneinsichtig und widersetzten sich den Anweisungen der Polizei. Sie wurden angezeigt.

In Albstadt (Zollernalbkreis) löste die Polizei eine Feier mit mehr als 20 Gästen auf. Ein Zeuge hatte die Party gemeldet. Als die Polizei die Personalien der Gäste aufnehmen wollte, versuchte ein 19-Jähriger zu fliehen. Er wurde gestoppt. Die übrigen Feiernden verhielten sich danach laut Polizei zunehmend aggressiv und beleidigten die Beamten mehrfach. Um die erteilten Platzverweise durchzusetzen, forderten sie daher Verstärkung an. Gegen mehrere Gäste wird nun wegen Widerstands, Beleidigung sowie Verstößen gegen die Corona-Verordnung ermittelt.

Straßenschilder abgeschraubt oder überklebt

In einigen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg wurden in der Nacht auch wieder Straßenschilder abgeschraubt oder umgedreht. So wurde zum Beispiel in Heubach (Ostalbkreis) das Ortsschild überklebt. Aus Heubach wurde "Furzbach".

Eier von der Brücke geworfen

In Schwäbisch Gmünd umwickelten Unbekannte Eier und warfen diese am Samstagmorgen von einer Brücke auf die Fahrbahn. Ein Autofahrer konnte gerade noch ausweichen. Die Täter sind bislang noch nicht bekannt.

Böller in Briefkasten

In einem Briefkasten eines Friseurgeschäftes in Rudersberg (Rems-Murr-Kreis) explodierte am Freitagabend ein Böller. Wer den Böller gezündet hatte, ist noch unklar. Durch die Wucht der Explosion wurde sowohl der Briefkasten als auch das Glas der Eingangstüre komplett zerstört. Die Klappe des Briefkastens wurde in eine dahinter befindliche Türe geschleudert, in welcher sie stecken blieb. Verletzte gab es nicht.

Maischerz oder Kunstaktion? Weiterer Holzpenis in Oberschwaben aufgetaucht

In Bergatreute (Kreis Ravensburg) haben Unbekannte zum 1. Mai einen über zwei Meter hohen Holzpenis an einer Straßenkurve aufgestellt. Das bestätigte die Polizei dem SWR. Daran befestigt war ein rotes Herz mit der Aufschrift "Künstler Bergatreute“.

In Bergatreute (Kreis Ravensburg) haben Unbekannte zum 1. Mai einen über zwei Meter hohen Holzpenis an einer Straßenkurve aufgestellt.  (Foto: Peter Zeh)
Kunst oder Maischerz? Dieser Holzpenis wurde in Bergatreute (Kreis Ravensburg) von Unbekannten zum 1. Mai aufgestellt. Peter Zeh

Mittlerweile sei die Skulptur aber schon wieder verschwunden, sagte Anwohner Peter Zeh, der die Skulptur fotografiert hatte, dem SWR. Offenbar wurde sie in einem Kleinbus abtransportiert. Zuletzt waren große, hölzerne Phallus-Skulpturen in Heimenkirch und bei Ebratshofen (Kreis Lindau) sowie in Taldorf bei Ravensburg aufgetaucht – und nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Der Bürgermeister des bayerischen Heimenkirch, Markus Reichart (Grüne) hatte zu der Aktion gesagt: "Aber das passt doch: Wir sind eine starke und potente Gemeinde und jetzt ist die Zeit für Frühlingsgefühle."

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