Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene)

Alternative zur privaten Krankenversicherung

Beamte in BW sollen sich leichter gesetzlich krankenversichern können

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Bisher hat Baden-Württemberg bei Beamten nur den Arbeitgeberbeitrag in die private Krankenkasse gezahlt. Ab dem Jahr 2023 gibt es diesen auch für die gesetzliche Krankenversicherung.

Beamtinnen und Beamte in Baden-Württemberg sollen sich ab 1. Januar 2023 leichter bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichern können. Die grün-schwarze Koalition hat sich darauf verständigt, eine pauschale Beihilfe als Alternative zur individuellen Beihilfe in der Krankenversicherung einzuführen. Das bestätigte die Grünen-Fraktion am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

BW zahlt ab 2023 auch Arbeitgeberbeitrag in gesetzliche Krankenkasse

Bisher zahlt das Land für Beamtinnen und Beamte keinen Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Krankenkasse. Das bedeutet: Staatsdiener, die freiwillig gesetzlich versichert sind, müssen die gesamten Beiträge selbst zahlen. Künftig übernimmt das Land diesen Anteil. Baden-Württemberg sei das sechste Bundesland, das sich an der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen beteiligt.

Das Land rechnet mit Mehrausgaben von 13,8 Millionen Euro im Jahr. Allerdings werde diese Summe jährlich etwa um rund drei Millionen Euro steigen, so die Schätzung. Bisher sind von den 190.000 Beamtinnen und Beamten nur ein Bruchteil gesetzlich versichert: insgesamt 1.369. Von den Pensionären sind 2.641 bei der gesetzlichen Kasse.

Für welche Beamte ist die gesetzliche Krankenversicherung attraktiv?

Die Beiträge für die private Krankenversicherung orientieren sich - anders als bei der gesetzlichen - nicht am Einkommen, sondern am Beitrittsalter und am Gesundheitszustand. Vor allem Staatsdiener mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie Beamte in Teilzeit würden dadurch überdurchschnittlich belastet.

Grüne im BW-Landtag: Mehr Wahlfreiheit für Beamte

Grünen-Fraktionsvize Oliver Hildenbrand zeigte sich erfreut, dass Baden-Württemberg nun auch dem Modell aus Hamburg folge. "Mit der Einführung einer pauschalen Beihilfe schaffen wir mehr Wahlfreiheit und mehr Gerechtigkeit."

Der Grünen-Finanzexperte Markus Rösler erklärte, mit der Einführung der pauschalen Beihilfe unterstreiche man "die Rolle des Staates als guter Arbeitgeber". Das neue Angebot richte sich vor allem an diejenigen, die neu in den Staatsdienst eintreten oder schon jetzt freiwillig gesetzlich krankenversichert sind.

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